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  • Freie Erörterung - Arbeitsschritt 3: Ordnen des Stoffes
  • Egle-www.teachsam.de
  • 31.12.2016
  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Arbeitsschritt 3 bei der freien Erörterung

    Ordnen des Stoffs

    Der dritte Arbeitsschritt bei der Erarbeitung einer freien Erörterung ist die Stoffordnung.

    Bei diesem Arbeitsschritt geht es darum, das bei der Stoffsammlung gefundene Material zu sichten und unter Oberbegriffen zusammenzufassen.

    Ferner muss man bei der Sichtung des Materials entscheiden, welche der bei der Stoffsammlung gefundenen Ideen zum Thema bzw. der von Ihnen formulierten Themafrage passen und welche nicht.

    Ordnen, aber wie?

    Um eine gewisse Ordnung in die Einfälle und Ideen zu bekommen, die man bei der Stoffsammlung gewonnen hat, gibt es verschiedene Methoden.

    Diese Methoden sind zwar von der gewählten Methode bei der Stoffsammlung unabhängig, passen aber im Allgemeinen zu bestimmten Methoden am besten. Hier müssen Sie aber auch Ihren eigenen Erfahrungen vertrauen.

    Sie können zur Ordnung des Stoffes die folgenden Methoden verwenden.

    • Tabellen-Methode

    • Mind Map-Methode

    • Begriffsreihen-Methode

    Diese Methoden sind unter dem Aspekt ihrer jeweiligen Denkoperationen notgedrungen ähnlich (Ober- und Unterbegriffe ermitteln), unterscheiden sich allerdings in der Art der Ausführung dieser Denkoperationen.

    Gar nicht so einfach:

    Ordnung in seine Stoffsammlung bekommen

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    Den Stoff ordnen

    Tabellenmethode

    Eine Methode zur Stoffordnung stellt die so genannte Tabellen-Methode dar. Dabei geht es wie bei jeder anderen Methode zur Ordnung des Stoffes darum, eine Begriffshierarchie, also geeignete Oberbegriffe zu finden, unter denen sich die bei der Stoffsammlung gefundenen Ideen zusammenfassen lassen.

    Sie eignet sich insbesondere dann, wenn bei der Stoffsammlung nach dem Brainstorming-Verfahren oder nach dem BUWE-Verfahren vorgegangen worden ist.

    So wird's gemacht

    Am besten legen Sie sich eine der nachfolgenden Tabellen an oder nutzen eine entsprechende Vorlage.

    1. Arbeitsschritte bei der Stoffordnung

    1. Ziehen Sie die Ergebnisse Ihrer Stoffsammlung heran und markieren Sie auf den dabei erstellten Unterlagen diejenigen Ideen/Begriffe, die inhaltlich zusammengehören. Damit bilden Sie Ideenblöcke.

      Wenn sich einzelne Ideen nicht zu inhaltlich zusammenhängenden Ideenblöcken fügen lassen, überlegen Sie zunächst unter Heranziehung der Themafrage, ob die Idee für das Thema wichtig ist. Wenn nicht, verwerfen Sie diese Idee an dieser Stelle.

    2. Gehen Sie Ihre Stoffsammlung noch einmal durch. Überprüfen Sie dabei, ob sich unter den bei der Stoffsammlung notierten Gesichtspunkte ein Begriff oder u. U. auch mehrere Begriffe finden, die als Oberbegriff für eine Reihe anderer Begriffe dienen können.

    3. Haben Sie solche Oberbegriffe gefunden, können Sie diese untereinander in die Spalte „Oberbegriffe“ der Tabelle eintragen.

    4. Als nächsten Schritt tragen Sie die Gesichtspunkte oder Ideen aus Ihrer Stoffsammlung ein, die als Unterpunkte unter den jeweiligen Oberbegriff fallen. Dabei können Sie – wenn Sie dabei auf neue Ideen kommen – natürlich Ergänzungen vornehmen.

    5. Wenn es Gesichtspunkte/Ideen in Ihrer Stoffsammlung gibt, von denen Sie meinen, dass sie als Unterpunkte zusammengehören, listen Sie im nächsten Schritt diese zusammengehörenden Unterpunkte jeweils in einer eigenen Tabellenzeile auf.

    6. Wenn es in Ihrer Stoffsammlung Gesichtspunkte/Ideen gibt, die nur einzelne Unterpunkte darstellen, notieren Sie am Ende Ihrer Stoffordnungstabelle in die Spalte Oberbegriffe den Obergriff „Sonstiges“ . Listen SIe dann in der Spalte „Unterpunkte“ diese einzelnen Gesichtspunkte auf.

      In die Restgruppe Sonstiges muss nicht jeder Gesichtspunkt übernommen werden, den Sie bei der Stoffsammlung gefunden haben.

    7. Überlegen Sie im letzten Schritt noch einmal, unter welche Oberbegriffe sich die Gruppen von Unterpunkten zusammenfassen lassen, die Sie noch nicht mit einem Oberbegriff versehen haben. Ergänzen Sie diese Oberbegriffe auch dann, wenn Sie mit Ihrer Wahl des Oberbegriffs nicht rundum zufrieden sind.

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    2. Schreibkonferenz zur Stoffordnung

    Im Verfahren des schrittweise kooperativen Schreibens (Schreibkonferenz) können Sie wie folgt vorgehen:

    1. Jedes Teammitglied führt zunächst – jeder für sich - die oben genannten Arbeitsschritte 1 – 3 durch.

    2. In einer 1. Schreibkonferenz erhält jedes Teammitglied von den anderen Teammitgliedern Rückmeldung darüber und ergänzt und überarbeitet ggf. seine Eintragungen.

    3. Dann führen die Teammitglieder – wieder jeder für sich – die Arbeitsschritte 4 - 7 durch.

    4. In einer 2. Schreibkonferenz werden die Ergebnisse dieser Arbeitsschritte für jeden einzelnen besprochen.

      Ehe zur Arbeitsgliederung – dem nächsten größeren Arbeitsschritt auf dem Weg zum Endprodukt „Erörterungsaufsatz“ - sollten die Ergebnisse der Stoffordnung ggf. noch einmal so überarbeitet werden, dass das Feedback des Teams zu den jeweils eigenen Arbeitsergebnissen eingearbeitet werden kann.

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    Tabelle zum Ordnen des Stoffs

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    Tabelle zum Ordnen des Stoffs

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    Tabelle zum Ordnen des Stoffs

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    Den Stoff ordnen

    Mind Map-Methode

    Eine Methode zur Stoffordnung stellt die Mind Map-Methode dar. Dabei geht es wie bei jeder anderen Methode zur Ordnung des Stoffes darum, eine Begriffshierarchie, also geeignete Oberbegriffe zu finden, unter denen sich die bei der Stoffsammlung gefundenen Ideen zusammenfassen lassen. Dementsprechend steht bei dem Mind Mapping-Konzept, dem bei der Stoffsammlung gefolgt wird, nicht die kreative Ideenfindung in einem assoziativen Prozess im Vordergrund, wie es das Mind Mapping bei der Stoffsammlung anstrebt.

    Bei der Stoffsammlung wird ausgenutzt, dass sich mit einem Mind Map und seinen Gestaltungselementen "dicken" und "dünneren" Ästen, "dicken" und "dünneren" Zweigen eine Hierarchie von Ober-, über untergeordnete Begriffe bis hin zu einzelnen Gesichtspunkten abgebildet werden kann.

    Mind Mapping bei der Mind Stoffordnung:
    Strukturierung des bei der Stoffsammlung aktualisierten Wissens

    Wer die Mind Map-Methode bei der Stoffordnung einsetzt, will damit die EInfälle und Gesichtspunkte, die er/sie bei der Stoffsammlung unter dem Blickwinkel der Themafroage(n) gewonnen hat, nach über- und untergeordneten Gesichtspunkten ordnen bzw. strukturieren.

    • Der Mind Map-Kern sollte daher das Thema in seiner Funktion als Oberbegriff für die von ihm abgehenden Hauptäste sein.

    • Die Hauptäste müssen dabei auf einer vergleichbaren Ebene liegen.

    • Beispiel: Erscheinungsform, Ursachen, Wirkungen/Folgen, Maßnahmen

    • Die Hauptäste müssen wiederum für sich genommen Oberbegriffe für die von ihnen abgehenden Zweige sein.

    • Dabei muss man wiederum darauf achten, dass die Begriffe der Zweige auf einer vergleichbaren Ebene liegen. usw.

    Mind Mapping eignet sich insbesondere dann, wenn bei der Stoffsammlung nach dem Brainstorming-Verfahren oder nach der Cluster-Methode vorgegangen worden ist. Aber natürlich lässt sich die Methode auch im Anschluss an die anderen Stoffsammlungsmethoden anwenden.

    Vom Clustering bei der Stoffsammlung zum Mind Mapping bei der Stoffordnung

    Ist der moderne Massentourismus Fluch oder Segen für die Reiseländer?

    Die Stoffsammlung zum Beispielthema könnte mit Hilfe der Clustering-Methode und den nachfolgenden Themafragen wie folgt ausfallen. Dabei ist für die negativen Auswirkungen des Tourismus ein gesondertes Clustering durchgeführt worden.

    Themafragen:

    • Zerstört der moderne Massentourismus Natur und Kultur der Reiseländer? (Entscheidungsfrage)

    • Welche Vor- und Nachteile bringt der moderne Massentourismus für die Reiseländer mit sich? (Ergänzungsfrage(n))

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    Die Stoffordnung für die negativen Auswirkungen des Massentourismus mit Hilfe der Mind Map-Methode könnte wie folgt aussehen. Hier ist sie mit einem Computerprogramm erstellt worden.

    Mind Map-Apps "übersetzen" ihre Mind Maps in tabellarische Gliederungen

    Computerprogramme oder Apps haben den Vorteil, dass sie die Begriffe, die an den Ästen und Zweigen stehen in der Regel waagrecht schreiben, so dass sie leicht als Ganzes aufgefasst werden können. Zugleich gehen sie von einer hierarchischen Struktur der Begriffe auf den verschiedenen Ästen und Zweigen aus. Daraus können sie per Mausklick eine Gliederung erstellen, die aber hinichtlich der Reihenfolge der Begriffe noch den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden muss. Eine solche tabellarische Gliederung für die negativen Auswirkungen des Massentourismus könnte wie nebenstehend dargestellt aussehen.

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    Ordnen des Stoffs mit der Mind Map-Methode

    So wird's gemacht

    Bei der Mind Map-Methode gehen Sie zunächst vor, wie es die Arbeitstechnik Mind Mapping verlangt.

    1) Nehmen Sie ein leeres Blatt und schreiben Sie den Kernbegriff in die Mitte (Gestaltung).

    2) Nehmen Sie Ihre Stoffsammlung zur Hand und markieren Sie nun diejenigen Ideen/Begriffe, die inhaltlich zusammengehören und bilden Sie damit Ideenblöcke.

    3) Prüfen Sie, ob die so gebildeten Ideenblöcke einen oder mehrere Oberbegriffe für die im Block zusammengefassten Begriffe enthalten. Wenn das der Fall ist, heben Sie diese Oberbegriffe hervor.

    4) Übernehmen Sie diese Oberbegriffe in Ihr Mind Map als Hauptäste.

    5) Übernehmen Sie im Anschluss daran die gefundenen Ideen in Ihr Mind Map, indem Sie die Baumstruktur des Mind Maps weiter entwickeln. (Nebenäste, Zweige, kleinste Zweige).

    6) Am Ende der Baumstruktur stehen Stichwörter oder Symbole für die von Ihnen gefundenen Beispiele.

    7) Wenn Sie zunächst keinen Oberbegriff für inhaltlich Zusammengehörendes gefunden haben, sollten Sie sich zunächst weiter darum bemühen.

    Wenn Ihnen dennoch kein geeigneter Oberbegriff einfällt, den sie als Hauptast verwenden können, dürfen Sie auch einen Hauptast »Sonstiges« eröffnen.

    8) Gehen Sie im Anschluss daran Ihr Mind Map durch und ergänzen Sie Ihre Ideen durch weitere Verzweigungen bis hin zu Beispielen.

    Arbeitsanregungen

    Sinn und Unsinn von Apps für Smartphones

    • Tragen Sie, jeder für sich, im Brainstorming-Verfahren zusammen, was Ihnen zum Thema Smartphone-Apps einfällt, und stellen Sie diese Einfälle in einem Cluster(bild) dar.

    • Bilden Sie eine Dreier-Gruppe und gestalten Sie aus Ihren Clustern ein gemeinsames Mind Map, das die Einfälle sortiert und in eine hierarchische Ordnung (Äste, Zweige, schmalere Zweige) bringt.

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    Den Stoff ordnen

    Begriffsreihen-Methode

    Eine mitunter recht brauchbare Methode zur Stoffordnung stellt die so genannte Begriffsreihen-Methode dar. Dabei geht es wie bei jeder anderen Methode zur Ordnung des Stoffes darum, eine Begriffshierarchie, also geeignete Oberbegriffe zu finden, unter denen sich die bei der Stoffsammlung gefundenen Ideen zusammenfassen lassen.

    Bei der Begriffsreihen-Methode geht man von Oberbegriffen aus, die auf der gleichen Ebene liegen. Dabei passen die nachstehend aufgeführten Begriffe natürlich nicht immer in der hier vorgefundenen sprachlichen Form und Anordnung. Aber sie stellen dennoch häufig mehr als einen Anhaltspunkt dar, um zu geeigneten Oberbegriffen für die eigenen Stoffsammlung zu gelangen.

    Gängige Begriffsreihen

    1. körperlich (physisch) / seelisch (psychisch) / geistig

    2. früher / heute / morgen

    3. realistisch / utopisch

    4. in der Vergangenheit / in der Gegenwart / in der Zukunft

    5. der Einzelne / die Gruppe / die Institutionen / der Staat / die Gesellschaft

    6. der Einzelne / die Familie (Lebensform) / die Gesellschaft

    7. individuell / allgemein

    8. Kinder / Erwachsene

    9. Singles/ Ehepaare / Familien / homosexuelle Lebensgemeinschaften / zusammengesetzte Lebensformen / Restfamilien ..

    10. materiell / ideell

    11. alt / jung

    12. der einzelne Staat/die Staatengemeinschaft

    13. real / imaginär / virtuell

    14. Politik / Wirtschaft / Kultur / Wissenschaft

    15. persönlich / wirtschaftlich / politisch / gesellschaftlich

    16. sich unterhalten / sich informieren / etwas lernen / sich bilden

    17. Erscheinungsformen / Ursachen / Wirkungen / Folgen

    18. ...

    (vgl. Rump, Adele (1981): Einführung in die Erörterung. Ein Arbeits- und Übungsbuch für Schüler. 8./9. Jahrgangsstufe, München: Manz-Verlag 1981, S.29)

    Ein Beispiel

    Die Anwendung einer derartigen Begriffsreihen-Methode lässt sich bei folgendem Beispielthema gut nachvollziehen. Sie kann mit der Tabellen-Methode kombiniert werden.

    Was kann man gegen den Hunger in der Dritten Welt tun?

    Themafrage(n):

    • Was können die Industriestaaten und die Entwicklungs-länder selbst gegen das Hungerproblem in der Dritten Welt machen?

    • Was kann dabei jeweils der Einzelne, die Gesellschaft und der Staat tun?