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  • Textwiedergabe - Formen indirekter Wiedergabe
  • Egle-www.teachsam.de
  • 10.10.2016
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B1, B2, C1, C2
  • https://www.tutory.de/w/0ab9e8c0

    Einen Text oder eine Rede indirekt wiedergeben

    Formen der indirekten Wiedergabe

    Zur Wiedergabe eines Textes oder mündlicher Rede kann man verschiedene Wege gehen. Wichtigstes Kommunikationsziel ist dabei, mit den dafür möglichen sprachlichen und stilistischen Mittel deutlich zu machen, dass das Gesagte/Geschriebene nicht eigene Meinung, sondern nur als Äußerung eines anderen (Fremd- bzw. Sekundäräußerung) wiedergegeben wird.

    • Mit der indirekten Rede kann man umfangreiche Äußerungen zusammenfas- sen. Sie kann mit einer Redeeinleitung versehen sein oder nicht: Sie behauptet, er habe... - Er habe ...

    • Redeleitung und Inhaltssatz mit dass und Indikativ oder Konjunktiv I: Sie behauptet, dass er … habe / hat.

    • Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion: Sie unterstellt ihm … zu haben.

    • mit „Quellenangabe“: Er hat nach ihrer Ansicht …

    • in Parenthese: Er hat / habe - so behauptet sie - …

    • mit Modalverb: Er soll … haben

    Nicht alle Formen gelten als "elegant"

    Nicht alle Formen der indirekten Wiedergabe von etwas Gesagtem oder Geschriebenen gelten als gleichermaßen stilvoll "elegant". Die Wiedergabe in Form der indirekten Rede ist die gemeinhin anspruchsvolslte, zugleich aber auch die Form, welche die Funktion der Wiedergabe einer Fremdäußerung wahrscheinlich am besten signalisiert. Da sie aber auch eine hohe sprachliche Kompetenz bei der Verwendung des Konjunktivs verlangt, ist sie gesellschaftlich auf dem Rückzug.

    Konjunktiv in der Alltagssprache und in der Schule

    Wenn wir im Alltag miteinander kommunizieren, kommt der Konjunktivs (I) und seine Ersatzformen im Allgemeinen nicht oder nur sehr selten vor. Mehr noch: Wer in einem normalen Alltagsgespräch konjunktivische Formen der Wiedergabe verwendet, wirkt nicht selten "geziert" oder gilt als überheblich.

    Anders sieht es freilich aus, wenn es um Äußerungen geht, die in gesprochener und geschriebener Standardsprache gemacht werden. Da kann es schon sein, dass Formen der indirekten Wiedergabe ohne Konjunktivverwendung herrschenden Regelungen widersprechen.

    Auch im Bereich der schulischen Schreibformen besitzen die konjunktivischen Formen besonderes Gewicht. Dafür gibt es vor allem zwei wichtige Gründe.

    Man lernt als Textprouzent.

    • die eigene Meinung von der Wiedergabe einer mündlichen oder schriftlichen Äußerung sprachlich abzuheben

    • aus stilistischen Gründen zwischen verschiedenen Formen der indirekten Wiedergabe abzuwechseln

    • als Rezipienten mündlicher oder schriftlicher Äußerungen anderer zu erkennen, was wiedergegebene Primäräußerung, was Redeeinleitung bzw. Sekundäräußerung darstellt

    • die Leistung, Grenzen und Probleme anderer Formen der indirekten Wiedergabe zu beurteilen