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  • Erörtern - Schriftliches und mündliches Argumentieren
  • Egle-www.teachsam.de
  • 06.12.2016
  • Politik
  • 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/17aff0f0

    Das macht den Unterschied

    Mündliches und schriftliches Argumentieren

    "Eine Schreibe ist keine Rede."

    Ob man einen Sachverhalt, ein Problem oder eine strittige Frage mündlich oder schriftlich erörtert, macht einen erheblichen Unterschied. "Eine Schreibe ist keine Rede", sagt man im Alltag und das trifft auch das mündliche und schriftliche Argumentieren.

    Wenn wir beim Sprechen und Kommunizieren miteinander mit Argumenten streiten, stehen wir in einem mehr oder weniger unmittelbaren Gesprächskontakt miteinander. Dabei kann dies von Angesicht zu Angesicht sein (face-to-face-Kommunikation), egal ob wir uns in einem gemeinsamen realen oder virtuellen Raum (z. B. Skype, Face-Time u. ä.) befinden. Das ist beim schriftlichen Eörtern natürlich anders.

    Für das Reden (Oralität) gilt ganz allgemein:

    1. Sprecher und Hörer sind beide an der Kommunikation beteiligt. (situationsgebunden)

    2. Der Sprecher kann auf die besonderen Eigenarten des Hörers eingehen.

    3. Der Hörer kann Rückfragen an den Sprecher richten.

    Ebenso wichtig wie das, was mit Worten gesagt wird, ist das, was wir mit unserer Körpersprache mitteilen. Und: Das gesprochene Wort ist "flüchtig", d.h. es existiert, sofern keine schriftliche oder elektronische Aufzeichnung vorgenommen wird, nur im Hier und Jetzt.

    Oralität ist meistens dialogisch angelegt. Im Gesprächsverlauf kommt es durchaus oft dazu. dass vom eigentlichen Thema abgewichen wird (thematische Brüche).

    Für das Schreiben (Literalität) gilt ganz allgemein:

    1. Der Verfasser und der Adressat (Empfänger) eines Textes sind nicht in vergleichbarer Weise an der Kommunikation beteiligt. (situationsentbunden)

    2. Der Verfasser kann - insbesondere wenn sich seine schriftlichen Ausführungen nicht an einen bestimmten Empfänger oder einen genau eingrenzten Adressatenkreis richten - kaum auf besondere Eigenarten eingehen.

    3. Der Empfänger kann keine unmittelbaren Rückfragen an den Verfasser richten. · Und: Das geschriebene Wort steht "Schwarz auf Weiß" geschrieben, d.h. es ist schriftlich dokumentiert.

    Zusätzliche körpersprachlich vermittelte Informationen fehlen (Ausnahme: Emoticons bei der SMS-Kommunikation).

    Literalität ist häufig rein monologisch angelegt. Wer schreibt muss in der Regel seinen Gegenstand thematisch und unter Einsatz bestimmter sprachlich-grammatikalischer Mittel (z. B. Konjunktionen) klar strukturieren. (Kohärenz)

    Quelle u. a.: Fix, Martin (2006/2008): Texte schreiben. Schreibprozesse im Deutschunterricht, Paderborn: Schöningh, 2. Aufl. 2008)

    Arbeitsanregungen

    1Arbeiten Sie den Unterschied zwischen Oralität und Literalität heraus.
    2Stellen Sie Ihr Ergebnis in Form eines Mind Maps dar und präsentieren Sie Ihr Ergebnis.
    3Erläutern Sie die besondere Stellung der "Emoticons" zwischen den beiden Polen Oralität und Literalität.
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    Das macht den Unterschied

    "Eine Schreibe ist keine Rede"

    In verschiedenen Alltagssituationen kann man sehr gut feststellen, was die Vor- und die Nachteile mündlichen und schriftlichen Argumentierens über ein bestimmtes Problem ausmacht.

    1Nach einem Diskobesuch kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Thomas und Alexandra.

    2Am nächsten Tag verfasst Alexandra an Thomas einen Brief, in dem zu lesen ist:

    Thomas: Ich bin doch nicht blöd. Ich habe doch genau gesehen, wie du diesen Kerl da angeschaut hast. Das war doch eindeutig.

    Alexandra: So, und wie war dieses Anschauen, wenn man fragen darf?

    Thomas: Na hör’ mal, ganz schön angemacht hast du den, das müsstest du doch selbst wissen.

    Alexandra: Du meinst wohl, weil ich mal woanders hinschaue als zu dir, ist das gleich die große Anmache, was?

    Thomas: Na dann erkläre du mir doch mal, warum der dann ständig zu uns rübergeschaut hast.

    Arbeitsanregungen

    Untersuchen Sie die beiden verschiedenen Formen des Argumentierens.
    • Welche Vor- und welche Nachteile besitzen die schriftliche und die mündliche Form der Argumentation im vorliegenden Fall?
    • Welche allgemeinen Unterschiede zwischen schriftlichem und mündlichen Argumentieren kann man aus dem Beispiel ableiten?