Profilbild von Egle-www.teachsam.de
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/1dbd3c80

    Ein komplexes Zusammenspiel von Sender und Empfänger

    Jede Äußerung hat vier Seiten

    Was mit einer Äußerung gesendet wird, ist nicht mit dem Wortllaut einer Äußerung identisch. Sieht man genauer hin, kann man vier Seiten einer Nachricht erkennen.

    Man unterscheidet

    • welche Sachinformationen der Sender der Nachricht gibt (Sachinhalt),

    • wie er sich selbst dabei darstellt (Selbstoffenbarung),

    • wie er zum Empfänger steht (Beziehung) und

    • was er von ihm erwartet (Appell)

    Der Sender sendet unterschiedliche Botschaften

    Von jeder dieser Seiten ausgehend werden, wenn man eine Äußerung macht, Informationen (mit-)gesendet. Dabei ist dem Sprecher nicht unbedingt klar, welche Informationen dies sind. Fetsteht nur, dass solche Informationen immer "mitschwingen", wenn wir miteinander kommunizieren.

    Der Hörer hört Botschaften heraus

    Was derjenige, der die Äußerung hört oder auf andere Weise rezipiert, daraus heraushört, steht mit dem Hören einer Lautfolge ebenso wenig fest. Auch der Hörer oder Empfänger kann auf eine der vier Seiten einer Nachricht reagieren. Er reagiert dann u. U, auf das, was seiner Ansicht nach bei der Äußerung "mitschwingt". Das muss aber nicht mit dem identisch sein, was der Sender beabsichtigt hat.

    Die vier Seiten einer Nachricht
(nach Friedemann Schulz von Thun)
    Die vier Seiten einer Nachricht
    (nach Friedemann Schulz von Thun)

    DIe unterschiedlichen Aspekte, die beim Kommunizieren eine Rolle spielen wurden von Friedemann Schulz von Thun in Form eines Nachrichtenquadrates, auch Kommunikationsquadrat genannt, dargestellt. Jede der Seiten ist, wie bei einem Quadrat eben üblich, gleich lang und ist damit prinzipiell als gleichwertig anzusehen. (vgl. Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1981) Unabhängig davon kann eine der Seiten für das Gelingen einer bestimmten Kommunikation im einzelnen Fall durchaus wichtiger sein als die andere.

    Manche Botschaft wird erst durch nonverbale Signale (Stimme, Tonfall, Lautstärke, Mimik und Gestik) so geformt, dass sie entsprechend verstanden werden kann. Oft gelingt dies, ohne solche Signale nicht.