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    Einfach mal die Sau rauslassen

    Vandalismus in Schule und Gesellschaft

    Gert Egle





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    Herrenberg ist wirklich kein Einzelfall. Was die Schulleiter der Jerg-Ratgeb-Realschule, des Andreae-Gymnasium sowie der Albert-Schweitzer-Schule veranlasst hat, die Stadtverwaltung aufzufordern, auf dem Schulgelände Überwachungskameras zu installieren, ist an deutschen Schulen allerorten Realität. Nächtliche Trinkgelage auf dem Schulgelände, herumliegender Müll, Graffitis an den Wänden, eingeworfene Fensterscheiben, zerstörte Sitzbänke und Tischtennisplatten ... und vieles mehr wollen sie jedenfalls nicht mehr hinnehmen. Täglich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens, ganztägig an den Wochenenden und in den Ferien sollen die Kameras aufnehmen, was auf dem Außengelände los ist. Während der Schulzeit ist eine solche Überwachung aus Datenschutzgründen kaum durchzusetzen. (1) Vanadalismus an Schulen ist längst zu einem Problem geworden, das den Gemeinden große Sorgen bereitet. Die Objekte, gegen die sich die mutwillige Zerstörungswut richtet, sind vielfältig. Was beschädigt oder zerstört wird, ist dabei nicht nur öffentliches Eigentum. Es trifft nicht nur Lüftungsitter, die abgerissen, Papierkörbe, die angezündet, Wände, die verschmiert oder Schulhöfe, die zugemüllt werden. Dran glauben müssen ebenso Schultaschen von Mitschülern, die einfach mal so aufgeschlitzt werden, Fahrrad- oder Rollerreifen, die zerstochen werden. Die Kosten, die solche Vandalen durch Beschädigungen in den Schulen versursachen, gehen in Großstädten wie Hamburg inzwischen weit über 100.000 Euro jährlich. (2) Vor allem Schultoiletten sind Zielscheibe von Vandalismus. Eine ehemalige Schülerin einer Offenbacher Gesamtschule weiß davon ein Lied zu singen: "Zeitweise war es extrem. Manche Toiletten hatten keine Türen, die Wände waren beschmiert, es lag Müll rum, weil die Behälter kaputt und völlig überfüllt waren, unter manchen Toiletten waren Rohre undicht. Der Gestank war kaum auszuhalten.“ (3) Aber was auf den ersten Blick nach Vandalismus aussieht, muss es nicht immer sein. Das weiß auch der zuständige Offenbacher Stadtschulamtsleiter , der betont, dass Ursachenforschung oft schwierig sei und zudem auch oft etwas aufgrund von Abnutzung kaputtgehe. Und wenn sich jemand schlecht behandelt fühle, breche dies halt meist auf dem stillen Örtchen heraus. (4) Natürlich ist Vandalismus kein Problem, das nur die Schulen betriftt, Vandalismus zieht seine Spur durch ganz Deutschland, tritt an unzähligen Orten auf und trifft eine Unzahl völlig beliebiger Objekte. EInem Muster jedenfalls folgt die Zerstörungswut der Täterinnen und Täter nicht. Früher, als es noch Telefonzellen mit einem Münzfernsprecher an jeder dritten Straßenecke gab, bekamen es diese gelben Glashäuschen mit ihren Apparaten ab, die für viele Menschen ohne ein Festnetztelefon zu Hause unentbehrlich waren. Lieblingsvandalenobjekt nach dem Genuss von einer Flasche Lambrusco: Der Telefonhörer bzw. seine Zuleitung. Ein kleiner Schnitt ... Meistens sind es Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum, die von den Vandalen begangen werden. Da werden Bus- und S-Bahnsitze aufgeschlitzt, die Scheiben so verkratzt, dass niemand mehr hinaussehen kann, in der Szene Scratchen genannt. Und nebenbei bei einem neuen Auto mal den Hausschlüssel entlanggekratzt, ehe in den nächsten Briefkasten gepinkelt wird. Wer solche Dinge macht, ist meist jung und männlich, stammt aber keineswegs immer aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Es sind also keineswegs nur Asoziale, die sich auf diese Art und Weise austoben, auch wenn ihr Verhalten oft asozial ist, weil es die trift, die auf öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angewiesen sind. Für einen Pendler, der auf einen Fahrscheinautomaten angewiesen ist, is es eben mehr als ein Ärgernis, wenn das Gerät "nur so zum Spaß" von Vandalen unbrauchbar gemacht worden ist. Es gibt eine ganze Palette von Gründen, warum Jugendliche solche Sachbeschädigungen vornehmen. Da ist Lust und Frust über alles Mögliche genauso im Spiel wie Liebeskummer, Leistungsdruck und Stress. Und so vielfältig wie die Ursachen müssen auch die Lösungsansätze sein. Natürlich müssen Straftaten verfolgt werden, aber ob harte Strafen diesem gesellschaftlichen Problem wirklich Einhalt gebieten können, ist mehr als zweifelhaft. Wer den Vandalismus von Jugendlichen bekämpfen will, muss sich um die Jugendlichen kümmern, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihnen andere Wege aus Frust und Stress aufzeigen. Wir brauchen ein Wertebewusstsein, das solchen Auswüchsen entgegensteht. Klingt allgemein, ist es auch, aber leider auch wahr. Dafür müssen Konzepte entwickelt werden. Schulen, Eltern, und Ausbildungsbetriebe sind dabei besonders gefragt - und: Vorbilder. Ja - und wenn es sein muss - auch Überwachungskameras.

    Herrenberg ist wirklich kein Einzelfall. Was die Schulleiter der Jerg-Ratgeb-Realschule, des Andreae-Gymnasium sowie der Albert-Schweitzer-Schule veranlasst hat, die Stadtverwaltung aufzufordern, auf dem Schulgelände Überwachungskameras zu installieren, ist an deutschen Schulen allerorten Realität. Nächtliche Trinkgelage auf dem Schulgelände, herumliegender Müll, Graffitis an den Wänden, eingeworfene Fensterscheiben, zerstörte Sitzbänke und Tischtennisplatten ... und vieles mehr wollen sie jedenfalls nicht mehr hinnehmen. Täglich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens, ganztägig an den Wochenenden und in den Ferien sollen die Kameras aufnehmen, was auf dem Außengelände los ist. Während der Schulzeit ist eine solche Überwachung aus Datenschutzgründen kaum durchzusetzen. (1) Vanadalismus an Schulen ist längst zu einem Problem geworden, das den Gemeinden große Sorgen bereitet. Die Objekte, gegen die sich die mutwillige Zerstörungswut richtet, sind vielfältig. Was beschädigt oder zerstört wird, ist dabei nicht nur öffentliches Eigentum. Es trifft nicht nur Lüftungsitter, die abgerissen, Papierkörbe, die angezündet, Wände, die verschmiert oder Schulhöfe, die zugemüllt werden. Dran glauben müssen ebenso Schultaschen von Mitschülern, die einfach mal so aufgeschlitzt werden, Fahrrad- oder Rollerreifen, die zerstochen werden. Die Kosten, die solche Vandalen durch Beschädigungen in den Schulen versursachen, gehen in Großstädten wie Hamburg inzwischen weit über 100.000 Euro jährlich. (2) Vor allem Schultoiletten sind Zielscheibe von Vandalismus. Eine ehemalige Schülerin einer Offenbacher Gesamtschule weiß davon ein Lied zu singen: "Zeitweise war es extrem. Manche Toiletten hatten keine Türen, die Wände waren beschmiert, es lag Müll rum, weil die Behälter kaputt und völlig überfüllt waren, unter manchen Toiletten waren Rohre undicht. Der Gestank war kaum auszuhalten.“ (3) Aber was auf den ersten Blick nach Vandalismus aussieht, muss es nicht immer sein. Das weiß auch der zuständige Offenbacher Stadtschulamtsleiter , der betont, dass Ursachenforschung oft schwierig sei und zudem auch oft etwas aufgrund von Abnutzung kaputtgehe. Und wenn sich jemand schlecht behandelt fühle, breche dies halt meist auf dem stillen Örtchen heraus. (4) Natürlich ist Vandalismus kein Problem, das nur die Schulen betriftt, Vandalismus zieht seine Spur durch ganz Deutschland, tritt an unzähligen Orten auf und trifft eine Unzahl völlig beliebiger Objekte. EInem Muster jedenfalls folgt die Zerstörungswut der Täterinnen und Täter nicht. Früher, als es noch Telefonzellen mit einem Münzfernsprecher an jeder dritten Straßenecke gab, bekamen es diese gelben Glashäuschen mit ihren Apparaten ab, die für viele Menschen ohne ein Festnetztelefon zu Hause unentbehrlich waren. Lieblingsvandalenobjekt nach dem Genuss von einer Flasche Lambrusco: Der Telefonhörer bzw. seine Zuleitung. Ein kleiner Schnitt ... Meistens sind es Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum, die von den Vandalen begangen werden. Da werden Bus- und S-Bahnsitze aufgeschlitzt, die Scheiben so verkratzt, dass niemand mehr hinaussehen kann, in der Szene Scratchen genannt. Und nebenbei bei einem neuen Auto mal den Hausschlüssel entlanggekratzt, ehe in den nächsten Briefkasten gepinkelt wird. Wer solche Dinge macht, ist meist jung und männlich, stammt aber keineswegs immer aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Es sind also keineswegs nur Asoziale, die sich auf diese Art und Weise austoben, auch wenn ihr Verhalten oft asozial ist, weil es die trift, die auf öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angewiesen sind. Für einen Pendler, der auf einen Fahrscheinautomaten angewiesen ist, is es eben mehr als ein Ärgernis, wenn das Gerät "nur so zum Spaß" von Vandalen unbrauchbar gemacht worden ist. Es gibt eine ganze Palette von Gründen, warum Jugendliche solche Sachbeschädigungen vornehmen. Da ist Lust und Frust über alles Mögliche genauso im Spiel wie Liebeskummer, Leistungsdruck und Stress. Und so vielfältig wie die Ursachen müssen auch die Lösungsansätze sein. Natürlich müssen Straftaten verfolgt werden, aber ob harte Strafen diesem gesellschaftlichen Problem wirklich Einhalt gebieten können, ist mehr als zweifelhaft. Wer den Vandalismus von Jugendlichen bekämpfen will, muss sich um die Jugendlichen kümmern, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihnen andere Wege aus Frust und Stress aufzeigen. Wir brauchen ein Wertebewusstsein, das solchen Auswüchsen entgegensteht. Klingt allgemein, ist es auch, aber leider auch wahr. Dafür müssen Konzepte entwickelt werden. Schulen, Eltern, und Ausbildungsbetriebe sind dabei besonders gefragt - und: Vorbilder. Ja - und wenn es sein muss - auch Überwachungskameras.





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    Herrenberg ist wirklich kein Einzelfall. Was die Schulleiter der Jerg-Ratgeb-Realschule, des Andreae-Gymnasium sowie der Albert-Schweitzer-Schule veranlasst hat, die Stadtverwaltung aufzufordern, auf dem Schulgelände Überwachungskameras zu installieren, ist an deutschen Schulen allerorten Realität. Nächtliche Trinkgelage auf dem Schulgelände, herumliegender Müll, Graffitis an den Wänden, eingeworfene Fensterscheiben, zerstörte Sitzbänke und Tischtennisplatten ... und vieles mehr wollen sie jedenfalls nicht mehr hinnehmen. Täglich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens, ganztägig an den Wochenenden und in den Ferien sollen die Kameras aufnehmen, was auf dem Außengelände los ist. Während der Schulzeit ist eine solche Überwachung aus Datenschutzgründen kaum durchzusetzen. (1) Vanadalismus an Schulen ist längst zu einem Problem geworden, das den Gemeinden große Sorgen bereitet. Die Objekte, gegen die sich die mutwillige Zerstörungswut richtet, sind vielfältig. Was beschädigt oder zerstört wird, ist dabei nicht nur öffentliches Eigentum. Es trifft nicht nur Lüftungsitter, die abgerissen, Papierkörbe, die angezündet, Wände, die verschmiert oder Schulhöfe, die zugemüllt werden. Dran glauben müssen ebenso Schultaschen von Mitschülern, die einfach mal so aufgeschlitzt werden, Fahrrad- oder Rollerreifen, die zerstochen werden. Die Kosten, die solche Vandalen durch Beschädigungen in den Schulen versursachen, gehen in Großstädten wie Hamburg inzwischen weit über 100.000 Euro jährlich. (2) Vor allem Schultoiletten sind Zielscheibe von Vandalismus. Eine ehemalige Schülerin einer Offenbacher Gesamtschule weiß davon ein Lied zu singen: "Zeitweise war es extrem. Manche Toiletten hatten keine Türen, die Wände waren beschmiert, es lag Müll rum, weil die Behälter kaputt und völlig überfüllt waren, unter manchen Toiletten waren Rohre undicht. Der Gestank war kaum auszuhalten.“ (3) Aber was auf den ersten Blick nach Vandalismus aussieht, muss es nicht immer sein. Das weiß auch der zuständige Offenbacher Stadtschulamtsleiter , der betont, dass Ursachenforschung oft schwierig sei und zudem auch oft etwas aufgrund von Abnutzung kaputtgehe. Und wenn sich jemand schlecht behandelt fühle, breche dies halt meist auf dem stillen Örtchen heraus. (4) Natürlich ist Vandalismus kein Problem, das nur die Schulen betriftt, Vandalismus zieht seine Spur durch ganz Deutschland, tritt an unzähligen Orten auf und trifft eine Unzahl völlig beliebiger Objekte. EInem Muster jedenfalls folgt die Zerstörungswut der Täterinnen und Täter nicht. Früher, als es noch Telefonzellen mit einem Münzfernsprecher an jeder dritten Straßenecke gab, bekamen es diese gelben Glashäuschen mit ihren Apparaten ab, die für viele Menschen ohne ein Festnetztelefon zu Hause unentbehrlich waren. Lieblingsvandalenobjekt nach dem Genuss von einer Flasche Lambrusco: Der Telefonhörer bzw. seine Zuleitung. Ein kleiner Schnitt ... Meistens sind es Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum, die von den Vandalen begangen werden. Da werden Bus- und S-Bahnsitze aufgeschlitzt, die Scheiben so verkratzt, dass niemand mehr hinaussehen kann, in der Szene Scratchen genannt. Und nebenbei bei einem neuen Auto mal den Hausschlüssel entlanggekratzt, ehe in den nächsten Briefkasten gepinkelt wird. Wer solche Dinge macht, ist meist jung und männlich, stammt aber keineswegs immer aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Es sind also keineswegs nur Asoziale, die sich auf diese Art und Weise austoben, auch wenn ihr Verhalten oft asozial ist, weil es die trift, die auf öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angewiesen sind. Für einen Pendler, der auf einen Fahrscheinautomaten angewiesen ist, is es eben mehr als ein Ärgernis, wenn das Gerät "nur so zum Spaß" von Vandalen unbrauchbar gemacht worden ist. Es gibt eine ganze Palette von Gründen, warum Jugendliche solche Sachbeschädigungen vornehmen. Da ist Lust und Frust über alles Mögliche genauso im Spiel wie Liebeskummer, Leistungsdruck und Stress. Und so vielfältig wie die Ursachen müssen auch die Lösungsansätze sein. Natürlich müssen Straftaten verfolgt werden, aber ob harte Strafen diesem gesellschaftlichen Problem wirklich Einhalt gebieten können, ist mehr als zweifelhaft. Wer den Vandalismus von Jugendlichen bekämpfen will, muss sich um die Jugendlichen kümmern, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihnen andere Wege aus Frust und Stress aufzeigen. Wir brauchen ein Wertebewusstsein, das solche Auswüchsen entgegensteht. Klingt allgemein, ist es auch, aber leider auch wahr. Dafür müssen Konzepte entwickelt werden. Schulen, Eltern, und Ausbildungsbetriebe sind dabei besonders gefragt - und: Vorbilder.

    Herrenberg ist wirklich kein Einzelfall. Was die Schulleiter der Jerg-Ratgeb-Realschule, des Andreae-Gymnasium sowie der Albert-Schweitzer-Schule veranlasst hat, die Stadtverwaltung aufzufordern, auf dem Schulgelände Überwachungskameras zu installieren, ist an deutschen Schulen allerorten Realität. Nächtliche Trinkgelage auf dem Schulgelände, herumliegender Müll, Graffitis an den Wänden, eingeworfene Fensterscheiben, zerstörte Sitzbänke und Tischtennisplatten ... und vieles mehr wollen sie jedenfalls nicht mehr hinnehmen. Täglich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens, ganztägig an den Wochenenden und in den Ferien sollen die Kameras aufnehmen, was auf dem Außengelände los ist. Während der Schulzeit ist eine solche Überwachung aus Datenschutzgründen kaum durchzusetzen. (1) Vanadalismus an Schulen ist längst zu einem Problem geworden, das den Gemeinden große Sorgen bereitet. Die Objekte, gegen die sich die mutwillige Zerstörungswut richtet, sind vielfältig. Was beschädigt oder zerstört wird, ist dabei nicht nur öffentliches Eigentum. Es trifft nicht nur Lüftungsitter, die abgerissen, Papierkörbe, die angezündet, Wände, die verschmiert oder Schulhöfe, die zugemüllt werden. Dran glauben müssen ebenso Schultaschen von Mitschülern, die einfach mal so aufgeschlitzt werden, Fahrrad- oder Rollerreifen, die zerstochen werden. Die Kosten, die solche Vandalen durch Beschädigungen in den Schulen versursachen, gehen in Großstädten wie Hamburg inzwischen weit über 100.000 Euro jährlich. (2) Vor allem Schultoiletten sind Zielscheibe von Vandalismus. Eine ehemalige Schülerin einer Offenbacher Gesamtschule weiß davon ein Lied zu singen: "Zeitweise war es extrem. Manche Toiletten hatten keine Türen, die Wände waren beschmiert, es lag Müll rum, weil die Behälter kaputt und völlig überfüllt waren, unter manchen Toiletten waren Rohre undicht. Der Gestank war kaum auszuhalten.“ (3) Aber was auf den ersten Blick nach Vandalismus aussieht, muss es nicht immer sein. Das weiß auch der zuständige Offenbacher Stadtschulamtsleiter , der betont, dass Ursachenforschung oft schwierig sei und zudem auch oft etwas aufgrund von Abnutzung kaputtgehe. Und wenn sich jemand schlecht behandelt fühle, breche dies halt meist auf dem stillen Örtchen heraus. (4) Natürlich ist Vandalismus kein Problem, das nur die Schulen betriftt, Vandalismus zieht seine Spur durch ganz Deutschland, tritt an unzähligen Orten auf und trifft eine Unzahl völlig beliebiger Objekte. EInem Muster jedenfalls folgt die Zerstörungswut der Täterinnen und Täter nicht. Früher, als es noch Telefonzellen mit einem Münzfernsprecher an jeder dritten Straßenecke gab, bekamen es diese gelben Glashäuschen mit ihren Apparaten ab, die für viele Menschen ohne ein Festnetztelefon zu Hause unentbehrlich waren. Lieblingsvandalenobjekt nach dem Genuss von einer Flasche Lambrusco: Der Telefonhörer bzw. seine Zuleitung. Ein kleiner Schnitt ... Meistens sind es Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum, die von den Vandalen begangen werden. Da werden Bus- und S-Bahnsitze aufgeschlitzt, die Scheiben so verkratzt, dass niemand mehr hinaussehen kann, in der Szene Scratchen genannt. Und nebenbei bei einem neuen Auto mal den Hausschlüssel entlanggekratzt, ehe in den nächsten Briefkasten gepinkelt wird. Wer solche Dinge macht, ist meist jung und männlich, stammt aber keineswegs immer aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Es sind also keineswegs nur Asoziale, die sich auf diese Art und Weise austoben, auch wenn ihr Verhalten oft asozial ist, weil es die trift, die auf öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angewiesen sind. Für einen Pendler, der auf einen Fahrscheinautomaten angewiesen ist, is es eben mehr als ein Ärgernis, wenn das Gerät "nur so zum Spaß" von Vandalen unbrauchbar gemacht worden ist. Es gibt eine ganze Palette von Gründen, warum Jugendliche solche Sachbeschädigungen vornehmen. Da ist Lust und Frust über alles Mögliche genauso im Spiel wie Liebeskummer, Leistungsdruck und Stress. Und so vielfältig wie die Ursachen müssen auch die Lösungsansätze sein. Natürlich müssen Straftaten verfolgt werden, aber ob harte Strafen diesem gesellschaftlichen Problem wirklich Einhalt gebieten können, ist mehr als zweifelhaft. Wer den Vandalismus von Jugendlichen bekämpfen will, muss sich um die Jugendlichen kümmern, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihnen andere Wege aus Frust und Stress aufzeigen. Wir brauchen ein Wertebewusstsein, das solche Auswüchsen entgegensteht. Klingt allgemein, ist es auch, aber leider auch wahr. Dafür müssen Konzepte entwickelt werden. Schulen, Eltern, und Ausbildungsbetriebe sind dabei besonders gefragt - und: Vorbilder.

  • https://www.tutory.de/w/25c2f7d0

    Anmerkungen:

    (1) vgl. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ueberwachung-an-herrenberger-schulen-geplant-kameras-gegen-vandalismus.655e6cbc-a03d-49ee-84f2-2747c40e7b45.html, 14.1.2016

    (2) https://www.welt.de/regionales/hamburg/article880596/Vandalismus-an-den-Schulen-gestiegen.html, 18.05.2007

    (3) http://www.op-online.de/offenbach/vandalismus-schulen-offenbach-wutausbrueche-3414693.html, 14.3.14

    (4) ebd.

    Arbeitsanregungen

    1. Visualisieren Sie den Text.

    2. Was könnte die Schule tun, um dem Vandalismus von Jugendlichen wirksam entgegenzuwirken?

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