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  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Diagramme gestalten ganz konkret

    Säulendiagramm

    Säulendiagramme stellen Mengen in einem zeitlichen Verlauf dar (Zeitreihenvergleich) und betonen dabei die Veränderungen über die Zeit. Zudem können sie zeigen, wie häufig ein bestimmtes Objekt in einer Reihe aufeinander folgender Größenklassen auftritt (Häufigkeitsvergleich). Darin liegt auch ihr Vorzug im Vergleich zu Kreisdiagrammen, die das Augenmerk stärker darauf richten, wie ein Ganzes durch seine Teile aufgeteilt wird. (vgl. Krämer 1994, S.45)

    Hauptaufgaben eines Säulendiagramms

    • Zeitreihenvergleich und Häufigkeitsvergleich

    • einfacher Vergleich (Zusammensetzung: Teilmengenvergleich aber auch Entwicklung (Zeitreihe: Verlauf, Tendenz)

    • doppelter Vergleich (Zusammensetzung im Zeitvergleich)

    Säulendiagramme eignen sich besonders

    • bei Veränderung von Daten im zeitlichen Verlauf

    • zur Darstellung von Relationen zu bestimmten Zeitpunkten

    • wenn es sich um Daten handelt, die zeitlich abgeschlossen sind bzw. eine geschlossene Ganzheit repräsentieren

    Wirkung

    Säulendiagramme vermitteln einen besonders guten Eindruck von Größe bzw. Höhe und der Größenordnung von Daten.

    Aussagen, die sich mit Säulendiagrammen gut visualisieren lassen

    Sofern man über geeignete Daten verfügt, kann man mit Säulendiagrammen z. B. Aussagen wie die folgenden gut veranschaulichen.

    • Die Durchschnittsmiete in Freiburg ist beträchtlich höher als die Mieten in Stuttgart, Berlin, Hamburg und Dortmund.

    • Von allen europäischen Reisezielen war Italien in diesem Jahr das beliebteste.

    • Die Unfälle mit Todesfolge haben im letzten Jahr verglichen mit den fünf davor liegenden Jahren deutlich abgenommen.

    • Der Anteil der SPD an den abgegebenen Stimmen hat bei der Landtagswahl in Bayern verglichen mit den drei vorangegangenen Landtagswahlen stetig abgenommen.

    Vorsicht bei Zeitreihen und Ausreißern

    • Wenn das Säulendiagramm Daten in einer Zeitreihe vergleichen soll, sollte der Zeitraum nur nur wenige Zeitpunkte umfassen (max. 7 Punkte)

    • Werte, die die Grafik eigentlich "sprengen", weil sie quasi "Ausreißer" sind, müssen in ihrer quantitativen Dimension dargestellt werden und dürfen nicht mit Unterbrechungen dem vorgesehenen äußeren Rahmen der Grafik angepasst werden. Andernfalls wird der Betrachter manipuliert.

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    Allgemeine Gestaltungstipps

    Bei der Gestaltung eines Säulendiagramms sollte man, ob manuell oder per Computer erstellt, einige wichtige Aspekte beachten. In herkömmlichen Computerprogrammen zur Erstellung von Diagrammen wie dem in die Textverarbeitung Microsoft Word, Excel und Powerpoint integrierten Grafikprogrammen sind in den Standardeinstellungen schon eine Vielzahl dieser Layout- und Designgesichtspunkte berücksichtigt.

    Wenn das Säulendiagramm allerdings manuell angefertigt bzw. gezeichnet werden muss, z. B. bei einer Visualisierungsaufgabe als Schreibform, muss man die nachfolgenden Hinweise gut beachten.

    • Die Achseneinteilung sollte die beabsichtigte Aussage klar und deutlich hervorheben.

    • Die Säulen müssen in gleicher Breite dargestellt werden.

    • Der Abstand zwischen den Säulen sollte im Allgemeinen eine halbe Säulenbreite betragen, aber maximal eine ganze Säulenbreite nicht überschreiten.

    • Das Diagramm und seine Elemente (Säulen, Skalen, Raster, Rahmen) müssen deutlich und dennoch unaufdringlich beschriftet werden.

    • Diagramme können auch ohne Skalen und Raster auskommen. In solchen Fällen kann man die Zahlenwerte direkt in oder auf das "Dach" der Säulen schreiben.

    • Man kann manchmal sogar auf die Angabe der Zahlenwerte verzichten, um eine besondere (visuelle) Wirkung des Diagramms zu erzeugen. Allerdings sollte man die Zahlenwerte und die nötige Quellenangabe parat haben oder an anderer Stelle aufführen.

    • Im Allgemeinen sollte man keine Legenden zur Identifizierung von Säulen verwenden. Das Herumwandern der Augen von Legende zur Säule empfinden wir meistens als störend.

    • Säulen sollten, wenn wie in Zeitreihen keine zeitliche Entwicklung dargestellt werden soll, eine systematische Ordnung aufweisen. Zu denken ist dabei an eine Gruppierung der Säulen nach Größe, Alphabet oder nach einem anderen einsichtigen Merkmal.

    • Schraffuren sind im Allgemeinen mit Vorsicht zu genießen. Grobe Schraffuren produzieren leicht einen Flimmereffekt vor unseren Augen, diagonale Schraffuren können dazu führen, dass senkrechte Säulen schief oder irgendwie geknickt aussehen. Auf jeden Fall sollte man keine Längs- und Querstreifen verwenden, da Längsstreifen bekanntlich dünn, Querstreifen dagegen eher dick machen.

    • 3D-Säulen (3D-Riser) sind abgesehen von einfachen und additiven Säulendiagrammen nicht unbedingt zu empfehlen. Die z.B. mit dem Computer schnell erzeugten 3D-Säulen zum Vergleich von Kategorien- und Serienwerten wirken schnell unübersichtlich und überladen.

    • Die Farbwahl der einzelnen Säulen sollte kontrastreich und signifikant, aber nicht zu aufdringlich sein. Insbesondere sollte geprüft werden, wie sie in Graustufe beim Ausdruck auf einem herkömmlichen Schwarz-weiß-Drucker wirken.

    • Wenn gestapelte Säulen verwendet werden, muss aus der Beschriftung und dem Kontext klar hervorgehen, dass die Säulen aufeinander gestapelt und nicht hintereinander gestellt sind.

    Quellen u. a.

    • Krämer, Walter (1994): So überzeugt man mit Statistik, Frankfurt/New York: Campus-Verlag 1994

    • Seifert, Josef W. (2001): Visualisieren - Präsentieren - Moderieren. Offenbach: GABAL Verlag 2001

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    Diagrammgestaltung ganz konkret

    Säulendiagramme für verschiedene Zwecke

    Je nach zugrundeliegenden Daten und dem Vergleichstyp der Darstellung kann man Säulendiagramme ganz unterschiedlich gestalten.

    Einfaches Säulendiagramm

    Wenn man Größen, Mengen oder Werte miteinander vergleichen will, die zu bestimmten, aber auch unterschiedlichen Zeiten ermittelt wurden, stellt man diese in Säulen nebeneinander. Das ist ein einfaches Säulendiagramm.

    Visualisiert werden können z. B.

    • die Entwicklung der Bevölkerungszahl zu verschiedenen Zeitpunkten

    • die Anzahl der Frauen in Aufsichtsräten im Vergleich bestimmter europäischer Länder

    Bei der Erstellung eines einfachen Säulendiagramms sollte man die allgemeinen Gestaltungstips für Säulendiagramme beachten.

    Gestapelte Säulen

    Wenn sich bestimmte Mengen zu einem sinnvollen Ganzen verbinden lassen, kann man auf die sogenannten gestapelten Säulen zurück-greifen. In diesem Fall ist man neben dem Anteil der einzelnen Komponenten, die im Zeitvergleich Strukturveränderungen eines Ganzen zeigen, vor allem an der Summe der Werte interessiert.

    Ein solcherart unterteiltes oder auch additiv genanntes Säulendia- gramm mit gestapelten Säulen erzeugt man dadurch, dass man die zu einem Ganzen gehörenden Säulen nicht nebeneinander, sondern aufeinander setzt.

    100-Prozent-Säulendiagramm

    Aber auch zur Darstellung von Prozentsätzen, statt absoluter Zahlen, können unterteilte Säulen-diagramme genutzt werden. Als 100%-Säulen-diagramme sind die Säulen immer gleich hoch und stellen damit Verschiebungen der einzelnen Anteile/Segmente dar. Diese Darstellung nähert sich dabei dem unterteilten Flächendiagramm zwar sehr an, ermöglicht aber ein genaueres Ablesen der Werte von Einzelkomponenten, die punktuell, d. h. Säule für Säule, erfasst werden.

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    Gestaltungstipps

    Wer gestapelte Säulen verwenden will, sollte beachten,

    • dass die Anzahl der Säulen überschaubar ist

    • die Anzahl der dargestellten Komponenten/Segmente nicht mehr als vier oder fünf Segmente beträgt

    • in der Regel der größte Wert als Anfangswert auf die Grundlinie gestellt wird

    • die Intensität der Farbgebung bei den Säulen von unten nach oben schwächer wird

    • die Beschriftung wegen der leichteren Lesbarkeit möglichst in oder an den Säulen angebracht wird

    Auf keinen Fall darf bei Verwendung dieses Formtyps der Eindruck entstehen, es handle sich bei den einzelnen Kompo-nenten um hintereinander stehende Säulen. Gestapelte Säulen sind keine überlappenden Säulen, wie sie beim grup-pierten Säulendiagramm vorkommen können.

    Hilfslinien schaffen Klarheit

    Um Missverständnisse zu vermeiden, aber auch um die Entwicklung einer einzelnen Komponente zu betonen, kann man Hilfslinien hinzufügen, wie dies im Beispiel oben rechts der Fall ist.

    Für den Zeitreihenvergleich nicht immer erste Wahl

    Manchmal ist es allerdings besser eine Darstellung aus einer Kombination mehrerer gruppierter Säulendiagrammen zu wählen. Damit kann man häufig die Entwicklung der Gesamtmenge und die jeweilige Entwicklung der Teilmengen im Zeitreihenvergleich besser darstellen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Gesamt-menge und Teilmengen die gleichen x-y-Bezugs-größen haben.

    In Infografiken nicht so häufig

    In Infografiken ist das unterteilte Säulendiagramm vergleichsweise selten zu finden, was vielleicht auch daran liegt, dass es verglichen mit anderen Darstellungen oft nicht so schnell zu erfassen ist.

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    Gruppiertes Säulendiagramm

    Gruppierte Säulendiagramme stellen Mengen dar, die zu bestimmten Zeitpunkten miteinander verglichen werden sollen. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei um Säulengruppen, die jeweils aus einem paralleles Säulendiagramm mit zwei aufeinander bezogenen Säulen, bestehen. Dabei sind die Daten der Säulengruppen gewöhnlich in einem bestimmten Vergleichszeitraum erhoben worden.

    Beim gruppierten Säulendiagramm lassen sich die verschiedenen Komponenten nicht so gut zu einem sinnvollen Ganzen fügen (s. gestapelte Säulen). Ebenso richtet sich das Interesse mehr auf die einzelnen Datenmengen als auf deren Summe. Beides spricht dafür, die Datenkomponenten in Säulen nebeneinander zu stellen.

    Überlappende Säulen

    In einem gruppierten Säulendiagramm können die Säulen nebeneinander stehen oder sich überlappen.

    • Überlappende Säulen "verschlanken" die Gesamtdarstellung und wirken oftmals eleganter als nebeneinander stehende Säulen.

    • Zugleich signalisieren sie, mit welchen Daten sie zunächst verglichen werden sollen.

    Dabei kann von der jeweils im Vordergrund oder Hintergrund stehenden Säule eine unterschiedliche Wirkung ausgehen. Gewöhnlich neigen wir dazu, dem Vordergrund mehr Bedeutung beizumessen als dem Hintergrund. Neben der räumlichen Anordnung, die die vorne stehende Säule betont, hat natürlich die Farbwahl der Säulen eine große psychologische Bedeutung.

    Gruppiertes Säulendiagramm oder grafisch gestaltete Liste (Textgrafik)

    Komplexere gruppierte Säulendiagramme können den Vergleich von Datenkonfigurationen in einer Parallelstruktur zeigen.

    Das Beispiel zeigt ein paralleles Fünffach-Säulendiagramm sein, das sowohl die Beurteilung der Entwicklung einzelner Datensäulen wie auch die Betrachtung ihrer relationalen Bedeutung in ihrem Säulenkomplex zulässt.

    Die Klarheit und Übersichtlichkeit von parallelen Säulendiagrammen findet allerdings auch seine Grenzen, die für manchen Betrachter schon bei der nebenstehenden Darstellung erreicht sein könnte. Dann kann eine grafisch gestaltete Liste - wie unten - die bessere Wahl sein.

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    Spannen-Säulendiagramm

    Mit einem Spannen-Säulendiagramm kann man darstellen, zwischen welchen Extremwerten (Höchst- und Tiefstwerte) sich bestimmte Datenmengen zu einem bestimmten Zeitpunkt bewegen.

    Hierbei geht es also um die "Spannweite" bestimmter Mengen im Vergleich miteinander.

    Eine bekannte Verwendung von Spannen-Säulendiagrammen sind z. B. die "Börsenbarometer", die zeigen sollen, zwischen welchen Höhen und Tiefen sich der Börsenindex an bestimmten Tagen bewegt hat.

    Aber auch andere Anwendungsbereiche sind denkbar, bei denen es darauf ankommt, die "Spannweite" bestimmter Daten darzustellen. Wenn man z. B. die jeweils schlechteste und die jeweils beste Note einer Klassenarbeit erfasst, kann man die Notenschwankungsbreite in einer Klasse ermitteln.

    Wer ein solches Säulendiagramm verwendet, muss aber wissen, dass es natürlich nur einen begrenzten Aussagewert hat. Es zeigt im vorsehenden Fall zunächst einmal nur an, dass im Laufe eines Jahres eine Notendifferenzierung eingetreten ist, die nahezu alle Noten ausgeschöpft hat. Ferner zeigt die Übersicht, dass manche Arbeiten eine größere Leistungsdifferenzierung ermöglichten als andere. Über die Häufigkeitsverteilung von Noten sagt das Diagramm allerdings nichts aus.

    Abweichungs-Säulendiagramm

    Das Abweichungs-Säulendiagramm ermöglicht auch die Darstellung von negativen Werten.

    Im Zeitreihenvergleich wird zur Darstellung volks- oder betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge gerne auf diese Form des Säulendiagramms zurückgegriffen. So können damit z. B. Gewinn- und Verlustjahre eines Unternehmens dargestellt werden.

    Keine Wahlnacht ohne Abweichungs-Säulendiagramme

    Auf Abweichungs-Säulendiagramme jedweder Art trifft man, wenn vor und nach Wahlen analysiert wird, wer sich Gewinner oder Verlierer der einer Wahl nennen darf.

    So kam es z.B. bei der Bundestagswahl 2005 vor, dass die CDU mit beachtlichen Stimmverlusten zwar die meisten Stimmen vor der ebenfalls deutlich an Stimmen verlierenden SPD die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag wurde, von einem Wahlsieger CDU/CSU aber angesichts auch ihrer beträchtlichen Verluste kaum einer zu sprechen wagte. Ja die Oppositionsparteien sprachen nach der Bildung der Großen Koalition unter der ersten Kanzlerin, Angela Merkel, aus CDU/CSU und SPD von einer "Koalition der Verlierer".

    Keine Wahlnacht ohne Abweichungs-Säulendiagramme

    Auf Abweichungs-Säulendiagramme jedweder Art trifft man, wenn vor und nach Wahlen analysiert wird, wer sich Gewinner oder Verlierer der einer Wahl nennen darf.

    So kam es z.B. bei der Bundestagswahl 2005 vor, dass die CDU mit beachtlichen Stimmverlusten zwar die meisten Stimmen vor der ebenfalls deutlich an Stimmen verlierenden SPD die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag wurde, von einem Wahlsieger CDU/CSU aber angesichts auch ihrer beträchtlichen Verluste kaum einer zu sprechen wagte. Ja die Oppositionsparteien sprachen nach der Bildung der Großen Koalition unter der ersten Kanzlerin, Angela Merkel, aus CDU/CSU und SPD von einer "Koalition der Verlierer".