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  • Gesellschaftskunde, Politik, Deutsch, Geschichte
  • 9, 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/2e41f370

    Kreative Arbeitstechnik zur Ideenfindung

    Clustering

    Clustering ist eine kreative Arbeitstechnik, die auf einem gelenkten assoziativen Verfahren basiert. Im Gegensatz zu freiem Assoziieren wird als Ausgangspunkt der Gedanken- und Gefühlsbewegung ein bestimmter Begriff oder die begriffliche Fassung eines Gefühls gewählt, um damit vernetzte Gedanken und Gefühle aus dem Gedächtnis abzurufen und wieder bewusst zu machen

    Cluster

    engl. Cluster = Büschel, Gruppe, Anhäufung, Informationen, Vorstellungen und Gefühle, die miteinander vernetzt sind.

    Über die Aktualisierung von Vorwissen zu neuen Ideen

    Clustering ist eine gängige kreative Methode zur Ideenfindung und lässt sich ohne längere Vorarbeiten durchführen. Wo es darum geht, über die Aktualisierung von Vorwissen neue Verknüpfungen von Gedanken und neue Ideen zu entwickeln, da ist Clustern angesagt.

    Schülerarbeit
    Schülerarbeit

    Voraussetzungen für erfolgreiches und Freude bereitendes "Clustern" sind allerdings in der Regel ein bisschen Training und die Fähigkeit und Bereitschaft, sich auf den erforderlichen kreativen Prozess einzu-stimmen.

    Da man sich am Anfang erfahrungsgemäß schwer tut, frei und unzensiert zu assoziieren, können vorbereitende Übungen den Zugang zu dieser kreativen Technik erleichtern (vgl. Karl Schuster Das personal-kreative Schreiben im Deutschunterricht. Theorie und Praxis. Taschenbuch (1999) S.55f.)

    Vorübungen

    Neben Einstimmungstechniken wie z.B. progressiver Muskelentspannung, autogenem Training, Entspannung mit Musik, können z. B. auch folgende Vorübungen, die auf Brainstorming-Techniken zurückgehen, den Zugang zur gelenkten Assoziation beim Clustering erleichtern:

    Kontrollierte Gruppenassoziation:

    Im Klassenplenum oder in der Kleingruppe nennt ein Schüler ein Wort, das als Ausgangspunkt der Assoziation dient (z.B. Sommer).

    Dann wirft er einem seiner Mitschüler einen kleinen Ball zu. Dieser soll nun auf den genannten Begriff reagieren und eine Assoziation äußern (z.B. Sonne, Meer, Strand).

    Dann wirft er den Ball weiter und der nächste muss zu dem zuletzt genannten Begriff weiter assoziieren.

    Wörterschlange:

    Die Schülerinnen und Schüler sollen ausgehend von einem zusammengesetzten Wort neue zusammengesetzte Wörter bilden. (z.B. Fußball, Ballspiel, Spielplatz, Platzhirsch, Hirschkäfer, Käferbein, Beinschlag, Schlagzeug, Zeugmeister, Meisterkoch, Kochlöffel, Löffelohren, Ohrenschutz, Schutzdach ...

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    Merkmale

    Clustering ist eine kreative Arbeitstechnik, die auf einem gelenkten assoziativen Verfahren basiert. Beim Clustering bedient man sich herkömmlicher Assoziationstechniken, geht aber in Bezug auf die Vernetzung der Ideen über die rein assoziative Reihung hinaus.

    Die Clusterbildung ist von der amerikanischen Schriftstellerin Gabriele L. Rico zu Beginn der 80-er Jahre entwickelt worden (G. L. Rico, 1984).

    Es wird außer zu Ideenfindung in unterschiedlichsten Bereichen, z. B. in der Psychologie auch als therapeutische Schreibtechnik, eingesetzt, um verborgene Gefühle, Traumerfahrungen und Erinnerungen ins Bewusstsein zu rücken (vgl. u. a. Werder 1993, S.78).

    Ausgangspunkt der Überlegungen Ricos ist die Vorstellung, dass die vielfältigen Eindrücke, Erfahrungen, Bilder und Ereignisse, die in unserem Gedächtnis gespeichert sind, nicht ohne weiteres abgerufen werden können. Sie können als Assoziationsketten aber wieder in unser Bewusstsein gelangen, wenn es uns gelingt, einen geeigneten Schlüssel dazu zu finden.

    (vgl. Rico, Gabriele L.(1984): Garantiert schreiben lernen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1984

    vgl. Werder, Lutz v. (1993): Lehrbuch des kreativen Schreibens, Berlin, Milow: Schibri-Verlag, 2. Aufl..1993)

    Arbeitsschritte

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    So gestaltet man sein Clustering

    Gabriele Rico, die das Clustering entwickelt hat, betont: "Es gibt keine richtige und keine falsche Art, ein Cluster zu bilden. Es ist alles erlaubt. Das Cluster ist die Kurzschrift Ihres bildlichen Denkens, und das weiß, wohin es steuert, auch wenn es Ihnen selbst noch nicht klar ist." (Rico 1984, S.35) Zugleich unterstreicht sie aber auch, dass Clustering nicht bedeutet, "aufs Geratewohl Wörter und Sätze auf ein Blatt Papier zu verteilen." (ebd., S.30) Das beim "Clustern" entstehende "Ideennetz" hänge nämlich mit der Vielschichtigkeit der Bilder und mit den Gefühlsqualitäten zusammen, die erst Verknüpfungen schaffen.

    7 Tipps

    Wenn Sie ein Clustering zu einem bestimmten Thema durchführen wollen, sollten Sie folgende Gestaltungstipps beachten.

    1. Wählen Sie für Ihr Clustering ein ausreichend großes unliniertes Papier, am besten im DIN-A3-Format.Wenn Sie das Clustering in der Gruppe durchführen wollen, sollten Sie natürlich ein noch größeres Papierformat (ggf. Packpapier o. ä.) verwenden.

    2. Schreiben Sie zunächst den Kernbegriff, von dem Ihre Assoziation ausgehen soll, in die Mitte des Blattes und umrahmen Sie diesen.

    3. Sobald Sie Ihre ersten Assoziationen zu Papier bringen können und wollen, schreiben Sie nacheinander alle Einfälle auf und umrahmen diese.

    4. Wenn diese Einfälle sich so hintereinander reihen, dass Sie den Eindruck gewinnen, sie bilden gewissermaßen eine "Kette", dann verbinden Sie diese mit einem Strich miteinander.

    5. Scheuen Sie sich nicht davor, auch einzelne Ideen unverbunden stehen zu lassen!

    6. Während dieses gelenkten Assoziierens betrachten Sie immer wieder in aller Ruhe, was sie notiert haben. Dadurch können Sie sich zu weiteren Einfällen anregen lassen. Kehren Sie dabei auch immer wieder zum Kernbegriff zurück und beginnen Sie Ihre Assoziation erneut.