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  • Argumentieren - Geltungsanspruch und Schlussregel
  • Egle-www.teachsam.de
  • 07.12.2016
  • Deutsch
  • 9, 10, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2
  • https://www.tutory.de/w/33fef5d0

    Einfache Argumentation

    Geltungsanspruch und Schlussregel

    Argumente allein - der einfache Begründungszusammenhang "A gilt, weil B gilt." - reichen im Allgemeinen nicht aus, um einen anderen wirklich zu überzeugen. Und auch die bloße Aneinanderreihung gleichartiger Argumente in einer Argumentkette muss noch längst nicht bewirken, dass der in der einfachen Argumentation unterstellte Begründungszusammenhang von These und Argument wirklich anerkannt wird.

    A gilt, weil B gilt.

    So können Argumente überzeugen

    Überzeugungskräftig werden Argumente erst, wenn u. a. folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

    Argumente müssen selbst als unstrittig angesehen werden, selbst also gültig sein.

    • Sie müssen sich überhaupt in einen ihre Geltung sichernden Begründungszusammenhang zur These bringen lassen.

    • Sie müssen den von ihnen dargestellten Begründungszusammenhang auf eine allgemein anerkannte Schlussregel (im Modell vereinfachend auch Beweis genannt) stützen können. Dabei wird diese Schlussregel in Alltagsargumentationen nicht ausgeführt, sondern oft schlicht vorausgesetzt.

    • Sie müssen einen anerkannten Zugang im Rahmen eines bestimmten Problemverständnisses repräsentieren.

    Entscheidend für die Qualität von Argumenten, also ihre Überzeugungskraft, ist, ob der Geltungsanspruch der Argumente anerkannt wird.

  • https://www.tutory.de/w/33fef5d0

    Wenn man also behauptet: "Rauchen verkürzt im Allgemeinen die Lebenserwartung beträchtlich" und dies mit dem Argument begründet, dass der Anteil von Rauchern an den Sterbefällen von 40 - 55 Jahren besonders hoch ist, können beide Aussagen, als Tatsachenbehauptungen für sich genommen, ohne weiteres für allgemein geklärt und bekannt angesehen werden.

    Überzeugungskraft gewinnt diese Argumentation aber erst, wenn die ihr zugrunde liegende Schlussregel akzeptiert wird. Erst mit ihr wird der Geltungsanspruch der Argumentation eingelöst und gesichert.

    Diese Schlussregel könnte im vorliegenden Fall lauten:

    Wer raucht, erkrankt um ein Vielfaches eher an todbringendem Lungenkrebs oder Ge-fäßerkrankungen mit der gleichen Wirkung als Nichtraucher.

    Je enger präziser sich ein Argument dabei auf eine These bezieht (Referenzbezug), je weniger gedankliche Zwischenschritte nötig sind, um ihn herzustellen, desto schlüssiger erscheint die Argumentation.

    Ist der Bezug des Arguments zur These besonders eng, begründet es also ohne gedankliche Zwischenschritte, was mit der These ausgesagt wird, kann man es als Basisargument bezeichnen.

    Arbeitsanregungen

    1. Gegen welche Voraussetzungen einer überzeugungskräftigen Argumentation verstoßen die nachfolgenden einfachen Argumentationen:

      • Die Eroberung des Weltraums ist eine zentrale Aufgabe der Menschheit, weil es an-sonsten den Außerirdischen überlassen bleibt, was damit in Zukunft geschieht.

      • Die Lebensformen der Menschen ändern sich ständig, weil die meisten T-Shirts in Kin-derarbeit produziert werden.

      • Computer sind eine große Gefahr, weil sie dumm machen.

    2. Führen Sie eine einfache Argumentation mit Hilfe des folgenden Schemas mit folgenden Aussagen aus und ergänzen Sie eine Schlussregel.

      • Fernreisen boomen.

      • Die Touristen sind auf der Suche nach Exotik.