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  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B1, C1
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    Lineare Erörterung

    Sachfragen erörtern

    Die lineare Erörterung ist ein Typ der freien Erörterung oder Problemerörterung. Er hebt sich durch seine besondere Problemstellung und seine Art der Bearbeitung von anderen Erörterungstypen, insbesondere der dialektischen Erörterung, ab.

    Linear bedeutet so viel wie geradlinig. Daher heißt dieser Erörterungstyp deshalb linear, weil er seine inhaltlichen Gesichtspunkte in einer geradlinig geordneten Abfolge entfaltet, die zweckmäßig ist und sachlogisch begründet werden kann.

    Sacherörterung

    Der lineare Erörterungstyp wird auch Sacherörterung genannt. Damit wird betont, dass es dabei um die Erarbeitung und Abgabe begründeter Sachurteile zu einem Problem, Ereignis oder Sachverhalt geht. Passend zu diesem Begriff wird dann auch von einer Sachfrage (= Ergänzungsfrage) gesprochen, die es bei der linearen Erörterung zu beantworten gilt.

    Mit dem Thema zusammenarbeiten

    Bei einer linearen Erörterung hat man - sofern man nicht bewusst "gegen den Strich schreibt" - davon auszugehen, dass der im Thema formulierte Sach- verhalt - grundsätzlich betrachtet - unstrittig ist. Dies bringt den Verfasser oder die Verfasserin einer linearen Erörterung in eine bestimmte Schreibrolle. Kennzeichen dieser Rolle ist eine sachbezogene und kooperative Einstellung zum Thema, dessen prinzipielle Sichtweise auf ein Problem geteilt wird.

    Antwort auf eine Ergänzungsfrage

    Man erkennt den linearen Erörterungstyp meistens schon ohne große Schwierigkeiten an der Formulierung des Erörterungsthemas (Themenstellung als Schreibaufgabe) . Lineare Themen sind nämlich meistens als Ergänzungsfragen gestellt. Ist dies nicht der Fall, können sie ohne großen Aufwand in Ergänzungsfragen verwandelt werden (z. B. "Die Ursachen der Klimaerwärmung" wird zu: "Welche Ursachen hat die Klimaerwärmung?")

    Dabei muss meistens eine begründete Beurteilung von Bedeutung, Tragweite und Stellenwert eines Problems, seiner Ursachen, Folgen und Konsequenzen in einem größeren Sinngefüge vorgenommen werden. Gefordert ist ein Sachurteil.

    Beispiele:

    Was versteht man heute unter einer gesunden Ernährung? - Welche Ursachen veranlassen die Menschen zu rauchen? - Gefahren des modernen Extremsports - Welche Ursachen hat Gewalt an den Schulen und was kann man dagegen tun?

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    W-Fragen-Form

    Ergänzungsfragen werden mitunter auch W-Fragen oder Wortfragen genannt.Grammatisch ist diese Form des Fragesatz, der durch das Vorkommen eines Interrogativpronomens oder W-Fragepronomens (Wer, was, ...) oder W-Adverbs (wann, wo...) gekennzeichnet.

    Die Ergänzungsfrage kann nicht mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden. Sie verlangt eine auf die W-Frage bezogene Antwort in Form eines Wortes oder einer Wortgruppe

    Beispiele: Wer hat John F. Kennedy getötet? - Warum ist der Individualverkehr keine Lösung für die Verkehrsprobleme der Zukunft? - Wann geht der nächste Flieger nach New York?

    Frageform für die Themenstellung nicht zwingend

    Meistens wird eine lineare Erörterung in Form einer explizit formulierten Ergänzungsfrage verlangt, die sich leicht von der für die dialektische Erörterung typische Entscheidungsfrage unterscheiden lässt.

    Aber auch ein als Arbeitsanweisung formuliertes Thema kann die Bearbeitung einer Sachfrage beinhalten und lässt sich zu einer oder zu mehreren Ergänzungsfragen umformulieren.

    Mehrteilige Arbeitsanweisungen

    Ein Erörterungsthema kann auch aus mehreren Bestandteilen bestehen (mehrteilige Arbeitsanweisung).

    Es kann im Falle des linearen Typs

    • mehrere Ergänzungsfragen beinhalten

    • aus Frage(n) und Arbeitsanweisung bestehen

    • aus einem vorangestellten Zitat, einer vorangestellten Aussage und nachfolgender Arbeitsanweisung und / oder Ergänzungsfragen bestehen.

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    Zitatthema als Sonderfall

    Ein lineares Thema mit einem vorangestellten Zitat oder einer ein- bzw. hinführenden Aussage muss besonders genau erschlossen werden.

    "Zitatthemen", wie diese Erörterungsthemen häufig genannt werden, kommen bei beiden Erörterungstypen vor. Deshalb muss man besonders aufpassen.

    Ein sog. Zitatthema des linearen Typs betrachtet das, was im Zitat ausgedrückt wird, wegen der mit dem Thema kooperierenden Schreibrolle als unstrittig. Die Verwendung eines Zitates in einem linearen Erörterungsthema dient zunächst einmal der Illustration des zu behandelnden Sachverhaltes und lenkt das Augenmerk auf einen oder mehrere besonders wichtige Aspekte dieses Sachverhaltes. Aus diesem Grund müssen sowohl Inhalt als auch Aussage des Zitats in die Erörterung miteinbezogen werden. Nicht selten folgt dem Zitat eine Arbeitsanweisung, die die Richtung auf die eigentliche lineare Themafrage weist. Diese herauszuarbeiten und zu formulieren geschieht im ersten Arbeitsschritt bei der so genannten Betrachtung und Erschließung des Themas.

    Beispielthema „Edel sei der Deutsche, hilfreich und allzeit bestürzt, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte: friedlich, solidarisch und FCKW-frei.“ (Henryk Broder im SPIEGEL 1995). Zeigen Sie unter Bezugnahme auf das Zitat Formen, Ursachen und Folgen der so genannten „political correctness“ auf- (=Einstellung, bei der es vor allem darauf ankommt, mit meist symbolischen Aktionen zu zeigen, dass man auf der „richtigen“ politischen Seite steht)