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  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 12, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Aussageweisen finiter Verbformen

    Der Indikativ

    Der Indikativ ist der am meisten gebrauchte, in diesem Sinne „normale“ Modus (= Aussageweise) des Verbs. Man bezeichnet den Indikativ auch als Wirklichkeitsform. Damit hebt er sich vom Modus des Konjunktivs ab, der auch die Bezeichnung Möglichkeitsform trägt.

    Wie die Bezeichnung Wirklichkeitsform nahe legt, wird mit dem Indikativ eine bestimmte Art von Aussagen über die Wirklichkeit gemacht. Diese haben den Charakter von Feststellungen über Sachverhalte, Ereignisse oder Handlungen, die entweder tatsächlich wie gesagt sind oder aber als wirklich hingestellt werden. Damit gelten sie quasi als gegeben und sollen auch ohne weitere Bedenken anerkannt werden.

    Der Indikativ erhebt einen Wahrheitsanspruch

    Der Mann, der zu seiner Frau sagt: "Überraschung! Das neue Auto steht draußen vor der Haustür!" könnte davon ausgehen, dass das stimmt, was er behauptet.

    Aber genau so gut könnte er auch nur so tun, als ob es stimmte.

    Genauer gesagt: Er erhebt mit seiner Äußerung im Indikativ Präsens einen Anspruch auf Wahrheit.

    Ob also wirklich stimmt, was er sagt, steht dabei nicht endgültig fest. Vielleicht hat ein Autodieb gerade zugeschlagen oder der Mann behauptet aus irgendeinem Grund schlicht die Unwahrheit. Und schließlich: Ob die Frau, die die Äußerung des Mannes hört, annimmt, dass das Gesagte stimmt oder nicht, steht ohnehin in den Sternen.

    Indikativ : Wirklichkeit und Wahrheit

    Was im Indikativ gesagt wird, kann der Wirklichkeit (Realität) entsprechen, muss es aber nicht. Man kann nämlich im Indikativ natürlich auch etwas sagen, was in der Realität ganz und gar nicht zutrifft. Dies können z. B. sein:

    • Fantasien: "Ich fahre mit meinem Auto zum Mond."

    • Verneinungen: "Sie fährt nicht nach Italien.

    • Zukünftiges: "Dann gehe ich eben hin und beschwere mich."

    • Für allgemeingültig Gehaltenes: "Wer wagt, gewinnt."

    • Bedingt Mögliches: "Wenn ich im Lotto gewinne, kaufe ich mir einen Ferrari."

    • Unwahres: "Drei mal zwei ist neun."

    Entscheidend für den Modusgebrauch ist in diesen Fällen aber nicht,

    ob das Gesagte real ist, sondern nur, dass es als wirklich bzw. gegeben

    hingestellt wird. (vgl. Duden Grammatik 1973, S.97)

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    Den Indikativ je nach Situation

    Indikativ und modale Färbung

    Wenn man den Indikativ gebraucht, kann man das, was man sagt, auch über das bereits Dargestellte hinaus, in bestimmter Weise kennzeichnen, "färben" oder auch modifzieren genannt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der so genannten modalen Färbung.

    Modal bedeutet hier so viel wie die Art und Weise bezeichnend. Wenn also etwas modal gefärbt ist, dann wird damit die Art und Weise der Wirklichkeitsaussage näher bestimmt.

    So färbt man den Indikativ ein

    Man kann diese Färbung sprachlich auf unterschiedliche Art und Weise realisieren:

    • durch bestimmte Modaladverbien:

      • Sie kommt vielleicht.

      • Wir werden sicherlich gewinnen.

    • durch bestimmte modale Wortgruppen:

      • Meiner Meinung nach ...

      • Seiner Ansicht nach ...

      • Laut ...

    • durch bestimmte modal gefärbte Tempusformen:

      • So wird es [sicher] gewesen sein.

      • Das wird schon gut gehen.

    • durch die Betonung:

      • Du gehst jetzt los!

      • Ihr macht den Fernseher aus!

    • durch bestimmte Verben im übergeordneten Satz:

      • Ich glaube, dass das geht.

      • Du vermutest, dass sie noch kommen.

    • durch Modalverben:

      • Ich kann das erledigen.

      • Du musst da sein.

    • durch modale Adverbien:

      • Sie kommt vielleicht.

      • Wir werden sicherlich gewinnen.

    (vgl. Duden Grammatik 1973, S.98)

    Arbeitsanregungen

    Färben Sie folgende Äußerungen auf unterschiedliche Art und Weise ein:

    • Bayern München wird wieder deutscher Fußballmeister.

    • Lügen haben kurze Beine.

    • Die Klimakatstrophe ist nicht aufzuhalten.

    • Die Preise sind gestiegen.