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  • Redewiedergabe - Indirekte Rede - Ja, nein und Ausrufe indirekt
  • Egle-www.teachsam.de
  • 16.10.2016
  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/4b2e1360

    Indirekte Rede ganz konkret

    Ja und Nein und Ausrufe bei der indirekten Wiedergabe

    Dieses Ja und Nein kann einen bei der indirekten Wiedergabe schon ins Schwitzen bringen. Denn ohne Umformulieren geht es nicht und einfach weglassen darf man solche Äußerungen bei der indirekten Wiedergabe eben auch nicht.

    Was dann?

    Schauen wir uns das Ganze doch `mal an Beispielen an:

    • „Bist du noch dran?“

    • „Ja“, antwortete Paul und fügte hinzu, „ich dachte, du wirst schon noch etwas sagen.“

    • „Nein, das hatte ich nicht vor“, schimpfte Claudia.

    Ja und Nein lassen sich in beiden Äußerungen nicht so einfach in die Form der indirekten Wiedergabe bringen. Es kann also bei indirekter Wiedergabe in Form der indirekten Rede eigentlich, auch wenn es häufig vorkommt, nicht lauten:

    • Claudia berichtete, Paul habe Ja gesagt und hinzugefügt, er habe gedacht, sie werde schon noch etwas sagen.“

    Das Antwortpartikel Ja muss grammatisch und stilistisch korrekt zu einem Satz umgewandelt werden, der den Sprechakt der Zustimmung ausdrückt. Es muss daher korrekt heißen:

    • Claudia berichtete, Paul habe zugestimmt und hinzugefügt, er habe gedacht, sie werde schon noch etwas sagen.“

    Die Zustimmungsäußerung kann natürlich auch noch durch andere Formulierungen ausgedrückt werden, z.B. durch die folgenden Verben: beipflichten, bejahen, begrüßen (man begrüßt etwas Bestimmtes), seine Zustimmung geben/erklären.

    Aufgepasst bei Ausrufen (Interjektionen)

    Im Übrigen gilt das Gleiche auch für eine ganze Reihe von Interjektionen (Ausrufe) wie in der obigen Darstellung. Hier muss man, wenn sämtliche Äußerungen indirekt wiedergegeben werden sollen, auch zu Umformulierungen greifen.

    • So kann man dies z. B. im Falle der Äußerung : „Quatsch, das stimmt doch gar nicht!“ wie folgt tun: Friederike teilte mit, er habe das heftig bestritten und gesagt, dass es gar nicht stimme.

    Oder die Äußerung „Mist!“ kann z. B. durch die nachfolgenden Formulierungen indirekt wiedergegeben werden:

    • Friederike berichtete, sie habe sich (sehr) geärgert. Ebenso wäre auch folgende Formulierung denkbar:

    • Friederike berichtete, sie habe das Wort Mist ausgerufen.

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    Hier muss man umformulieren

    Es gibt eine Reihe von Äußerungen, die kann micht nicht ohne weiteres in indirekter Rede wiedergeben. Dies ist z. B. bei den folgenden Äußerungen der Fall:

    • Danke! Vielen Dank! ...

    • Entschuldigung! Pardon! Verzeihung! ...

    • Bitte! Bitte, bitte! Keine Ursache! Gern geschehen! Nicht der Rede wert! Halb so schlimm! ...

    • O.K.! Einverstanden! Alles paletti! ...

    • Mein Beleid!

    • Gratulation! Alles Gute! Herzlichen Glückwunsch!

    • Schade!

    • Frau Fuchsberger!? - Bitte! (z.B. wenn ihr von jemandem das Wort erteilt wird)

    Hier muss man stets umformulieren, wenn man die Äußerung indirekt wiedergeben will, z.B.

    • „Mein Beleid!“ – Sie habe ihm ihr Beileid ausgesprochen.

    • „Schade!“ – Er habe bedauert, ...

    • „Pardon!“ – Er entschuldige sich ...

    • „Danke!“ – Er habe sich bedankt ...

    • „Alles paletti!“ – Er habe zu verstehen gegeben, dass alles in Ordnung sei / alles bestens verlaufe.

    Manches lässt sich eigentlich gar nicht indirekt wiedergeben

    Manche Äußerungen bzw. Sprechakte lassen sich eigentlich gar nicht in indirekt wiedergeben, wie z. B.:

    • Hallo! Hi! Tschüss! Servus! ...

    • Herr Müller! Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Simonis! Sehr geehrte Damen und Herren!

    • Was meinst du dazu, Sabine?

    • Stadtverwaltung Konstanz, Müller. (am Telefon)

    • Gestatten, Dr. Müller-Lüdenscheid! Herr Meier, Frau Rudolf, unsere Personalchefin, und Herr Dr. Findeisen, der Verkaufsleiter!

    Hier bleibt beim Einbau der Äußerung in indirekte Wiedergabe nicht viel von dem übrig, was wirklich gesagt worden ist, z. B.:

    • „Hallo!“ – Sie berichtet, er habe die Anwesenden ohne jede weitere Förmlichkeit/ohne Namen zu nennen/ kurz und knapp / locker / begrüßt.

    • „Herr Meier, Frau Rudolf, unsere Personalchefin, und Herr Dr. Findeisen, der Verkaufsleiter!“ – Sie habe ihre Mitarbeiter Herrn Meier, Frau Rudolf als Personalchefin und Herrn Dr. Findeisen als Verkaufsleiter namentlich vorgestellt.“

    • „Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lauringer!“ – Er habe die Ministerpräsidentin Lauringer persönlich begrüßt/angeredet.

    Arbeitsanregungen

    Geben Sie die nachfolgenden Äußerungen indirekt wieder:

    • "Hey Leute, alles klar?", begrüßte er die Anwesenden.

    • "Also noch mal vielen Dank, Frau Müller!" sagte der Chef zu seiner Mitarbeitern.

    • "Supergeil! Wahnsinn, echt cool!" hatte er zu dem Film gemeint.

    • Mit den Worten: "Bitte, Herr Schmidt!", ermahnte die Moderatorin den weiterhin persönlich diffamierenden Gesprächspartner.

    • "Also, dann!" sagte sie und legte den Hörer auf.