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  • Texte inhaltlich erfassen - Einfache Aussagenliste
  • Egle-www.teachsam.de
  • 08.10.2016
  • Deutsch
  • 9, 10, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr
  • https://www.tutory.de/w/51867180

    Texte inhaltlich erfassen

    Eine einfache Aussagenliste erstellen

    Eine Vielzahl von Schreibaufgaben in der Schule ist mit einer genauen inhaltlichen Erfassung von Texten verbunden. Die Textarbeit, die dazu nötig, ist, kann man auf verschiedene Art und Weise durchführen. Ihre Art, ihr Umfang und der Aufwand, der dafür nötig ist, hängt neben der Schreibaufgabe selbst auch von den Rahmenbedingungen ab, unter denen die Schreibaufgabe bewältigt werden soll (z.B. verfügbare oder dafür aufgewendete Zeit etc.). Und natürlich ist das auch abhängig von den Fähigkeiten des Schreibers bzw. der Schreiberin selbst, der bis dahin erworbenen Lese- und Schreibkompetenz. Und ganz entscheidend: Die Bereitschaft, sich überhaupt auf einen mehrschritten Arbeitsprozess einzulassen (Motivation).

    Von wegen einfach

    Dass keine Missverständnisse aufkommen: "Einfach" bedeutet bei der Bezeichnung "einfache Aussagenliste" nicht, das Gleiche wie "leicht zu bewältigen". Der Begriff dient lediglich zur Abgrenzung von der strukturierenden Aussagenliste, bei der man den Text zusätzlich noch nach inhaltlichen oder argumentativen Gesichtspunkten gliedern muss.

    Die einfache Aussagenliste ist eine Methode zur inhaltlichen Erfassung eines Textes in Form von Thesen. Insofern ähnelt es einem Thesenpapier. Bei der Erstellung der Liste folgt man weitgehend dem in einem Text vorgegebenen Aufbau und der vorgegebenen Reihenfolge seiner Gedanken. Dabei schreibt man in der Aussagenliste den Text nicht ab, sondern versucht seine Aussagen schon mit teilweise eigenen Formulierungen niederzuschreiben.

    So wird's gemacht

    Die einfache Aussagenliste

    • folgt dem Text (am Text entlang, textsukzessive Bearbeitungsstrategie)

    • listet alle wichtigen Aussagen eines Textes in Form von Sätzen untereinander auf

    • "zerlegt“ komplexe Aussagen, die im Ausgangstext in einem Satz oder Satzgefüge gemacht werden, in ihre Einzelaussagen (= Propositionen)

    • verwendet im Allgemeinen ganze Sätze

    • formuliert die Aussagen vergleichsweise textnah, aber möglichst ohne Übernahme des Satzbaus (und der Wortwahl) der Vorlage

    • kann, sofern der Text dies ohne Weiteres zulässt, auch zusätzlich hierarchisch strukturierend nach Sinnabschnitten gegliedert werden.

    Für Schreibaufgaben und zur Analyse von Argumentationen

    • Die einfache Aussagenliste kann zur inhaltlichen Erfassung von Texten verwendet werden und stellt dann eine Vorarbeit für schulische Schreibformen zur Textwiedergabe (z. B. Inhaltsangabe, strukturierte Textwiedergabe) dar. Außerdem kann sie bei der Texterörterung helfen, aus einer Vielzahl von Aussagen eines Textes geeignete Erörterungsansätze zu finden.

    • Daneben kann die sie auch Teil der logischen Argumentationsanalyse sein. Im Kontext der Leitfragen zur logischen Argumentationsanalyse beantwortet sie dann die Frage: "Welche Argumente werden vorgebracht?" (vgl. Bayer Klaus: Argument und Argumentation. Logische Grundlagen der Argumentationsanalyse, Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1999, S.198)

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    Die inhaltliche Erfassung eines Textes mit Hilfe der Aussagenliste

    Beispiel: »Der Sportschuh als Lifestyleobjekt«




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    Früher trug man Turnschuhe, weil sie billig waren und strapazierfähig. Doch davon ist heute, wo Sportschuhe und Sneakers längst Lifestyleprodukte geworden sind, kaum noch die Rede. Der Sportschuh ist in der ersten Liga der Garderobe angekommen. Karsten Kilian, Markenexperte an der Universität St. Gallen, weiß denn auch, "dass die Leute heute die Sportschuhe nicht immer mehr zum Sport nur tragen, sondern einfach auch weil sie sich darin gut fühlen und weil es – zumindest glauben sie das – zu ihrer Persönlichkeit passt".* Der Sportschuh als Lebensgefühl und Erlebnis, das ist hohe Kunst im Marketing.Heute kümmert es niemanden mehr, wenn man im Sporttreter, sofern er nicht wie ein Knallbonbon gefärbt ist, zur Arbeit erscheint. In Großstädten hecheln Businessfrauen und -männer - oben in Designerkleidung gehüllt - mit dem berühmten Sportschuh durch die City, damit es schneller geht. Kann sein, dass im Aktenkoffer noch ein paar "Lackschuhe" drin sind.

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    Beispiel: »Der Sportschuh als Lifestyleobjekt«

    Früher trug man Turnschuhe, weil sie billig waren und strapazierfähig. Doch davon ist heute, wo Sportschuhe und Sneakers längst Lifestyleprodukte geworden sind, kaum noch die Rede. Der Sportschuh ist in der ersten Liga der Garderobe angekommen. Karsten Kilian, Markenexperte an der Universität St. Gallen, weiß denn auch, "dass die Leute heute die Sportschuhe nicht immer mehr zum Sport nur tragen, sondern einfach auch weil sie sich darin gut fühlen und weil es – zumindest glauben sie das – zu ihrer Persönlichkeit passt".* Der Sportschuh als Lebensgefühl und Erlebnis, das ist hohe Kunst im Marketing.Heute kümmert es niemanden mehr, wenn man im Sporttreter, sofern er nicht wie ein Knallbonbon gefärbt ist, zur Arbeit erscheint. In Großstädten hecheln Businessfrauen und -männer - oben in Designerkleidung gehüllt - mit dem berühmten Sportschuh durch die City, damit es schneller geht. Kann sein, dass im Aktenkoffer noch ein paar "Lackschuhe" drin sind.

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    Die wesentlichen Textinhalte des Textes "Der Sportschuh als Lifestyleobjekt" lassen sich in folgender textsukzessiv angelegten, einfachen Aussagenliste zusammenfassen:

    • Gründe für das Tragen von Turnschuhen waren früher ihre Strapazierfähigkeit und ihr günstiger Preis.

    • Heute sind Sportschuhe und Sneakers Ausdruck eines bestimmten Lifestyles.

    • Sportschuhe können heute zu allen Gelegenheiten getragen werden.

    • Markenexperten wie Markus Kilian wissen, dass Sportschuhe heute ein positoves Lebensgefühl und Erlebnis vermitteln.

    • Auch der Businessstil widerspricht dem Tragen von Sportschuhen nicht.

    • Dies gilt mit der Einschränkung, dass sie farblich nicht zu sehr auffallen.

    • Für besondere geschäftliche Anlässe können aber herkömmliche Schuhe schon unter Umständen noch erwartet werden und daher vonnöten sein.

    Arbeitsanregungen

    1. Beschreiben Sie, wie die obige Aussagenliste den Textauszug erfasst.

    2. Führen Sie die Liste mit dem Text von Gert Egle, "Der Sportschuh als Lifestyleobjekt" fort.

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    Der Sportschuh als Lifestyleobjekt

    Gert Egle





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    Früher trug man Turnschuhe, weil sie billig waren und strapazierfähig. Doch davon ist heute, wo Sportschuhe und Sneakers längst Lifestyleprodukte geworden sind, kaum noch die Rede. Der Sportschuh ist in der ersten Liga der Garderobe angekommen. Karsten Kilian, Markenexperte an der Universität St. Gallen, weiß denn auch, "dass die Leute heute die Sportschuhe nicht immer mehr zum Sport nur tragen, sondern einfach auch weil sie sich darin gut fühlen und weil es – zumindest glauben sie das – zu ihrer Persönlichkeit passt".* Der Sportschuh als Lebensgefühl und Erlebnis, das ist hohe Kunst im Marketing.Heute kümmert es niemanden mehr, wenn man im Sporttreter, sofern er nicht wie ein Knallbonbon gefärbt ist, zur Arbeit erscheint. In Großstädten hecheln Businessfrauen und -männer - oben in Designerkleidung gehüllt - mit dem berühmten Sportschuh durch die City, damit es schneller geht. Kann sein, dass im Aktenkoffer noch ein paar "Lackschuhe" drin sind.Was früher Turnschuh hieß und für jede Sportart verwendet wurde, heißt heute im Allgemeinen Sportschuh und hat sich mit griffigen Bezeichnungen, meist Anglizismen, allgemeinen Trends im Sport und anderswo angepasst. Running-Schuhe, Jogging-Schuhe und Walking-Schuhe teilen sich den Bereich der so genannten Laufschuhe, für jede Sportart (z. B. Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis etc.) gibt es ein spezielles, auf diese Sportart zugeschnittenes Angebot. Aber auch in der Freizeitmode hat der moderne Sportschuh längst seinen Platz. Ob beim Sport, zu Anzügen, Kostümen oder zu Jeans, der moderne Sportschuh ist längst zum Allerweltsschuh geworden und hat sämtliche Lebensbereiche erobert. In Büros werden heutzutage wohl mehr Supergas, Nike-, Fila-, Reebok-, Adidas- oder Pumaschuhe getragen als im Sport. Der gute alte Turnschuh, der sich zum modernen Sportschuh gemausert hat, besitzt längst Kultstatus und dient der Selbstdarstellung, und die hat ihren Preis: Für einen guten und modischen (!) Sportschuh können heute schon mal 150 Euro und mehr über den Ladentisch gehen. Und selbst beim Internet-Auktionshaus ebay kommen Marken-Sportschuhe unter den Hammer. Kaum ein Kinderfuß zeigt sich heute noch in einem Lackschuh und für eine Reihe Jugendlicher liegt der moderne Sportschuh erst dann richtig im Trend, wenn ihn die Übergröße, dazu ungebunden, seinen Träger richtig "cool" erscheinen lässt. Der Sportschuh ist Kultobjekt und dies schon für die zweite oder dritte Turnschuhgeneration. Nach den siebziger Jahren eroberte er die nächste Generation, seit Mitte der achtziger Jahre und seit den neunziger Jahren ergriff er in einer ungeheuren Produktvielfalt und mit neuartigen HighTech-Materialien die Füße der heutigen Sportschuh-Community. Selbst die Modemacher lassen sich von dem neuen Kult inspirieren. Längst schmücken Edelturnschuhe die zarten Füße der Models auf den Laufstegen. Der Sportschuh als modisches Acessoire ist aus den Schaufenstern selbst von Edelboutiquen kaum mehr wegzudenken. Aber mit einem Boom wächst auch der Anspruch der Kunden an die Ware. Während Pheidippes** noch barfuß oder gar in Sandalen nach Athen raste, um 490 v. Chr. von dem großen Sieg über die Perser bei Marathon zu berichten, können heutige Sportschuhfans z. B. zwischen "Air"-, "Light-Gel"- oder "Climacool"-Sportschuhen wählen. Dabei fing 1839 mit Charles Goodyear*** alles so harmlos an. Er entdeckte, wie man Naturkautschuk vulkanisiert und elastischen Gummi daraus herstellte, Voraussetzung für die den Turnschuh im Besonderen kennzeichnende Gummisohle. Heinrich Franck erstellte 1868 mit Hilfe von Segeltuch, einem Stück aufgerauten Gummi, einigen Metallösen den Wegbereiter für den legendären Turnschuh. Die italienische Firma Superga stellte im Jahre 1911 aus diesem Grundstein ihr weltberühmtes Modell "2750" her und war marktführend auf dem Tenniscourt. Auch heute noch ist der Klassiker "Superga" der meistverkaufte Sportschuh Europas. Seit den Dreißigern kamen die Farben. Bisher in klassischem Weiß gehalten, nahm er nun alle Farben des Regenbogens an und veränderte auch seine Form.

    Früher trug man Turnschuhe, weil sie billig waren und strapazierfähig. Doch davon ist heute, wo Sportschuhe und Sneakers längst Lifestyleprodukte geworden sind, kaum noch die Rede. Der Sportschuh ist in der ersten Liga der Garderobe angekommen. Karsten Kilian, Markenexperte an der Universität St. Gallen, weiß denn auch, "dass die Leute heute die Sportschuhe nicht immer mehr zum Sport nur tragen, sondern einfach auch weil sie sich darin gut fühlen und weil es – zumindest glauben sie das – zu ihrer Persönlichkeit passt".* Der Sportschuh als Lebensgefühl und Erlebnis, das ist hohe Kunst im Marketing.Heute kümmert es niemanden mehr, wenn man im Sporttreter, sofern er nicht wie ein Knallbonbon gefärbt ist, zur Arbeit erscheint. In Großstädten hecheln Businessfrauen und -männer - oben in Designerkleidung gehüllt - mit dem berühmten Sportschuh durch die City, damit es schneller geht. Kann sein, dass im Aktenkoffer noch ein paar "Lackschuhe" drin sind.Was früher Turnschuh hieß und für jede Sportart verwendet wurde, heißt heute im Allgemeinen Sportschuh und hat sich mit griffigen Bezeichnungen, meist Anglizismen, allgemeinen Trends im Sport und anderswo angepasst. Running-Schuhe, Jogging-Schuhe und Walking-Schuhe teilen sich den Bereich der so genannten Laufschuhe, für jede Sportart (z. B. Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis etc.) gibt es ein spezielles, auf diese Sportart zugeschnittenes Angebot. Aber auch in der Freizeitmode hat der moderne Sportschuh längst seinen Platz. Ob beim Sport, zu Anzügen, Kostümen oder zu Jeans, der moderne Sportschuh ist längst zum Allerweltsschuh geworden und hat sämtliche Lebensbereiche erobert. In Büros werden heutzutage wohl mehr Supergas, Nike-, Fila-, Reebok-, Adidas- oder Pumaschuhe getragen als im Sport. Der gute alte Turnschuh, der sich zum modernen Sportschuh gemausert hat, besitzt längst Kultstatus und dient der Selbstdarstellung, und die hat ihren Preis: Für einen guten und modischen (!) Sportschuh können heute schon mal 150 Euro und mehr über den Ladentisch gehen. Und selbst beim Internet-Auktionshaus ebay kommen Marken-Sportschuhe unter den Hammer. Kaum ein Kinderfuß zeigt sich heute noch in einem Lackschuh und für eine Reihe Jugendlicher liegt der moderne Sportschuh erst dann richtig im Trend, wenn ihn die Übergröße, dazu ungebunden, seinen Träger richtig "cool" erscheinen lässt. Der Sportschuh ist Kultobjekt und dies schon für die zweite oder dritte Turnschuhgeneration. Nach den siebziger Jahren eroberte er die nächste Generation, seit Mitte der achtziger Jahre und seit den neunziger Jahren ergriff er in einer ungeheuren Produktvielfalt und mit neuartigen HighTech-Materialien die Füße der heutigen Sportschuh-Community. Selbst die Modemacher lassen sich von dem neuen Kult inspirieren. Längst schmücken Edelturnschuhe die zarten Füße der Models auf den Laufstegen. Der Sportschuh als modisches Acessoire ist aus den Schaufenstern selbst von Edelboutiquen kaum mehr wegzudenken. Aber mit einem Boom wächst auch der Anspruch der Kunden an die Ware. Während Pheidippes** noch barfuß oder gar in Sandalen nach Athen raste, um 490 v. Chr. von dem großen Sieg über die Perser bei Marathon zu berichten, können heutige Sportschuhfans z. B. zwischen "Air"-, "Light-Gel"- oder "Climacool"-Sportschuhen wählen. Dabei fing 1839 mit Charles Goodyear*** alles so harmlos an. Er entdeckte, wie man Naturkautschuk vulkanisiert und elastischen Gummi daraus herstellte, Voraussetzung für die den Turnschuh im Besonderen kennzeichnende Gummisohle. Heinrich Franck erstellte 1868 mit Hilfe von Segeltuch, einem Stück aufgerauten Gummi, einigen Metallösen den Wegbereiter für den legendären Turnschuh. Die italienische Firma Superga stellte im Jahre 1911 aus diesem Grundstein ihr weltberühmtes Modell "2750" her und war marktführend auf dem Tenniscourt. Auch heute noch ist der Klassiker "Superga" der meistverkaufte Sportschuh Europas. Seit den Dreißigern kamen die Farben. Bisher in klassischem Weiß gehalten, nahm er nun alle Farben des Regenbogens an und veränderte auch seine Form.

    (aus: Breisgauer Morgen, 11.2.2012)*

    * Erscheinungsort und -datum frei erfunden

  • https://www.tutory.de/w/51867180

    Gert Egle, Der Sportschuh als Lifestyleprodukt

    Einfache Aussagenliste

    • Gründe für das Tragen von Turnschuhen waren früher ihre Strapazierfähigkeit und ihr günstiger Preis.

    • Heute sind Sportschuhe und Sneakers Ausdruck eines bestimmten Lifestyles.

    • Sportschuhe können heute zu allen Gelegenheiten getragen werden.

    • Markenexperten wie Markus Kilian wissen, dass Sportschuhe heute ein positoves Lebensgefühl und Erlebnis vermitteln.

    • Auch der Businessstil widerspricht dem Tragen von Sportschuhen nicht.

    • Dies gilt mit der Einschränkung, dass sie farblich nicht zu sehr auffallen.

    • Für besondere geschäftliche Anlässe können aber herkömmliche Schuhe schon unter Umständen noch erwartet werden und daher vonnöten sein.