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  • Strukturierte Textwiedergabe-Beispieltext "Mit der App gegen den Laster
  • Egle-www.teachsam.de
  • 23.10.2016
  • Deutsch
  • 11, 12, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/5ccb0490

    Mit der App gegen den Laster

    Gert Egle (2015)





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    Die Eltern sind schon auf dem Weg ins Bett, am Freitag Abend, als sich der metallicfarbene Golf mit Breitreifen und Heckspoiler auf den Weg macht. Sein 19-jähiger Fahrer freut sich auf sein Wochenende, will wie immer ordentlich Party machen mit seinen Kollegen. Es ist fast 23 Uhr, als er die Straße vom Haus seiner Eltern hinunterfährt und es macht ihm, wie eigentlich immer Spaß, dabei das Fenster zu öffnen, und mit seiner Bassbox allen weit und breit zu signalisieren: Jetzt geht's los! Er weiß, dass er an diesem Wochenende mit dem Fahren dran ist, wenn es mit seinen 4 Freunden hinaus in die naheliegende Kreisstadt geht, wo die angesagteste Disko weit und breit steht. Und er weiß auch, was das Fahren bedeutet: Keinen Tropfen Alkohol, so ist es ausgemacht unter den Freunden. Vor allem deshalb, weil es die Polizei halt nicht lassen kann, im Morgengrauen um 5 Uhr, wenn es meistens wieder nach Hause zurückgeht, am Ende der Schnellstraße Alkoholsündern nachzustellen. Sicher ist sicher, sagen sich da die Freunde, sonst könne bald keiner mehr von ihnen fahren. Am vereinbarten Ort werden die Kumpels eingeladen, die wie üblich schon ordentlich "vorgetrunken" haben, um nicht alles Geld am Tresen der Disko lassen zu müssen. Als der Golf mit lautem Heavy-Metal-Gedröhn in die Schnellstraße Richtung Disko einbiegt, hat es schon zu regnen begonnen. Erst nur ein paar Tropfen, doch dann öffnete der Himmel seine Schleusen, binnen weniger Minuten verringert sich die Sichtweite auf höchstens 25 Meter. Klar, dass der Fahrer das Tempo reduziert, man ist schließlich nicht lebensmüde. Aber ganz neue Reifen hat der Golf eben auch. Regenreifen, wie er immer wieder sagt, wenn einer der Kumpels findet, dass er noch immer zu viel Gas gebe. Hier darf man 100 km/h fahren, sagt dann der Fahrer. Im übrigen habe ihm auch der Reifenhändler zugesagt, das packe der Reifen auch, wenn es nass ist. Und außerdem: No risk, no fun, oder? Wenn du es nicht glaubst, ich habe ein entsprechendes App auf dem iPhone, da kannst du es nachlesen. Doch dann geht alles sehr schnell: Endlich die SMS der Freundin, die schreibt, sie warte schon fünf Minuten im Regen vor der Disko, und wo er denn bleibe. Wahrscheinlich ist es nur eine Sekunde, vielleicht sogar weniger, dass der Fahrer, er macht das schließlich jeden Tag so, seinen Blick auf das schicke Smartphone richtet. Zum Antworten reicht es nicht mehr. Wie aus dem Nichts tauchen vor ihm die verschwommenen Rückleuchten eines LKWs auf, der sich durch Regen und Nacht kämpft. Zu spät. In letzter Verzweiflung steigt der Fahrer in die Eisen, bremst, was das Zeug hält. Doch, was er auch immer in den Bruchteilen einer Sekunde tut, ehe der Wagen in den LKW kracht und von dort zurück auf die Fahrbahn geschleudert wird, es ist alles umsonst. Mitten auf der Überholspur kommt das Autowrack für vielleicht 10 Sekunden zum Stehen. Dann rauscht ein BMW heran. Es sitzen gute Bekannte drin, ebenfalls auf dem Weg zur Disko. Ihr BMW bohrt sich in das Wrack. Bis dahin leben darin noch zwei Insassen, wenngleich schwer verletzt und lebend eingeklemmt. Dann gehen beide Autos wie in einem Feuerball in Flammen auf. Sieben Tote im Alter von 19 bis 23 Jahren und abseits der Straße ein hinausgeschleudertes Smartphone, auf dem 5 Minuten später eine SMS des Mädchens vor der Disko eingeht, in dem sie dem jungen Mann mitteilt, dass sie jetzt Schluss mit ihm mache, wenn er nicht gleich da sei. Vielleicht klingt das Ganze konstruiert und riecht nach Klischees, mit denen Erwachsene den Zeigefinger heben, um Jugendlichen zu zeigen, wo es langgeht. Aber so, oder zumindest so ähnlich, kommt es zu vielen Verkehrsunfällen junger Leute zwischen 18 und 35, und nicht umsonst hat man ihnen zur Kennzeichnung den Titel "Disko-Unfälle" gegeben. Die Unfallstatistik , die das Statistische Bundesamt 2010 veröffentlicht hat (1), zeigt, dass am Wochenende, vor allem am Freitag und Sonntag, die meisten Toten im Straßenverkehr zu beklagen sind, wobei darunter auch viele Biker sind, die am Wochenende mit ihrem Motorrad zahlreicher als sonst auf den Straßen in Erscheinung treten. Tödliche Unfälle passieren oft im Zusammenhang mit zu hoher Geschwindigkeit (26%), Alkohol (23%) oder Überholmanövern (23%). Alkohol ist bei Unfällen, die von jungen Fahrerinnen und Fahrern verursacht werden, besonders häufig im Spiel. Man hat ermittelt, dass durchschnittlich jeder dritte alkoholisierte PKW-Fahrer ein

    Die Eltern sind schon auf dem Weg ins Bett, am Freitag Abend, als sich der metallicfarbene Golf mit Breitreifen und Heckspoiler auf den Weg macht. Sein 19-jähiger Fahrer freut sich auf sein Wochenende, will wie immer ordentlich Party machen mit seinen Kollegen. Es ist fast 23 Uhr, als er die Straße vom Haus seiner Eltern hinunterfährt und es macht ihm, wie eigentlich immer Spaß, dabei das Fenster zu öffnen, und mit seiner Bassbox allen weit und breit zu signalisieren: Jetzt geht's los! Er weiß, dass er an diesem Wochenende mit dem Fahren dran ist, wenn es mit seinen 4 Freunden hinaus in die naheliegende Kreisstadt geht, wo die angesagteste Disko weit und breit steht. Und er weiß auch, was das Fahren bedeutet: Keinen Tropfen Alkohol, so ist es ausgemacht unter den Freunden. Vor allem deshalb, weil es die Polizei halt nicht lassen kann, im Morgengrauen um 5 Uhr, wenn es meistens wieder nach Hause zurückgeht, am Ende der Schnellstraße Alkoholsündern nachzustellen. Sicher ist sicher, sagen sich da die Freunde, sonst könne bald keiner mehr von ihnen fahren. Am vereinbarten Ort werden die Kumpels eingeladen, die wie üblich schon ordentlich "vorgetrunken" haben, um nicht alles Geld am Tresen der Disko lassen zu müssen. Als der Golf mit lautem Heavy-Metal-Gedröhn in die Schnellstraße Richtung Disko einbiegt, hat es schon zu regnen begonnen. Erst nur ein paar Tropfen, doch dann öffnete der Himmel seine Schleusen, binnen weniger Minuten verringert sich die Sichtweite auf höchstens 25 Meter. Klar, dass der Fahrer das Tempo reduziert, man ist schließlich nicht lebensmüde. Aber ganz neue Reifen hat der Golf eben auch. Regenreifen, wie er immer wieder sagt, wenn einer der Kumpels findet, dass er noch immer zu viel Gas gebe. Hier darf man 100 km/h fahren, sagt dann der Fahrer. Im übrigen habe ihm auch der Reifenhändler zugesagt, das packe der Reifen auch, wenn es nass ist. Und außerdem: No risk, no fun, oder? Wenn du es nicht glaubst, ich habe ein entsprechendes App auf dem iPhone, da kannst du es nachlesen. Doch dann geht alles sehr schnell: Endlich die SMS der Freundin, die schreibt, sie warte schon fünf Minuten im Regen vor der Disko, und wo er denn bleibe. Wahrscheinlich ist es nur eine Sekunde, vielleicht sogar weniger, dass der Fahrer, er macht das schließlich jeden Tag so, seinen Blick auf das schicke Smartphone richtet. Zum Antworten reicht es nicht mehr. Wie aus dem Nichts tauchen vor ihm die verschwommenen Rückleuchten eines LKWs auf, der sich durch Regen und Nacht kämpft. Zu spät. In letzter Verzweiflung steigt der Fahrer in die Eisen, bremst, was das Zeug hält. Doch, was er auch immer in den Bruchteilen einer Sekunde tut, ehe der Wagen in den LKW kracht und von dort zurück auf die Fahrbahn geschleudert wird, es ist alles umsonst. Mitten auf der Überholspur kommt das Autowrack für vielleicht 10 Sekunden zum Stehen. Dann rauscht ein BMW heran. Es sitzen gute Bekannte drin, ebenfalls auf dem Weg zur Disko. Ihr BMW bohrt sich in das Wrack. Bis dahin leben darin noch zwei Insassen, wenngleich schwer verletzt und lebend eingeklemmt. Dann gehen beide Autos wie in einem Feuerball in Flammen auf. Sieben Tote im Alter von 19 bis 23 Jahren und abseits der Straße ein hinausgeschleudertes Smartphone, auf dem 5 Minuten später eine SMS des Mädchens vor der Disko eingeht, in dem sie dem jungen Mann mitteilt, dass sie jetzt Schluss mit ihm mache, wenn er nicht gleich da sei. Vielleicht klingt das Ganze konstruiert und riecht nach Klischees, mit denen Erwachsene den Zeigefinger heben, um Jugendlichen zu zeigen, wo es langgeht. Aber so, oder zumindest so ähnlich, kommt es zu vielen Verkehrsunfällen junger Leute zwischen 18 und 35, und nicht umsonst hat man ihnen zur Kennzeichnung den Titel "Disko-Unfälle" gegeben. Die Unfallstatistik , die das Statistische Bundesamt 2010 veröffentlicht hat (1), zeigt, dass am Wochenende, vor allem am Freitag und Sonntag, die meisten Toten im Straßenverkehr zu beklagen sind, wobei darunter auch viele Biker sind, die am Wochenende mit ihrem Motorrad zahlreicher als sonst auf den Straßen in Erscheinung treten. Tödliche Unfälle passieren oft im Zusammenhang mit zu hoher Geschwindigkeit (26%), Alkohol (23%) oder Überholmanövern (23%). Alkohol ist bei Unfällen, die von jungen Fahrerinnen und Fahrern verursacht werden, besonders häufig im Spiel. Man hat ermittelt, dass durchschnittlich jeder dritte alkoholisierte PKW-Fahrer ein

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    junger Erwachsener im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ist. Dabei hat die Einführung des Führerscheins auf Probe (2007) mit der Auflage eines absoluten Alkoholverbotes für Fahranfänger die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren schon deutlich gesenkt. Insgesamt ist zwar die Zahl der Unfalltoten im Alter von 18 bis 24 Jahren schon das zehnte Jahr in Folge gesunken, zuletzt um 13% auf 690 Tote im Jahr 2010, doch auf der anderen Seiten sind "die 18- bis 24-Jährigen immer noch die mit Abstand am stärksten gefährdete Altersgruppe im Straßenverkehr. Knapp 19% aller Getöteten und jeder fünfte Verletzte gehörte zu dieser Altersgruppe, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei 8,3% lag. Die besondere Gefahr des Straßenverkehrs für die 18- bis 24-Jährigen zeigt sich auch daran, dass von den im Jahr 2009 Gestorbenen dieser Altersgruppe nahezu jeder dritte bei einem Verkehrsunfall zu Tode kam." (2) Wenn es auf den deutschen Straßen zu einem Unfall mit Personenschaden kommt, dann ist der Anteil junger Erwachsender überdurchschnittlich hoch. Die Polizei stuft 62% der 18- bis 24-jährigen Unfallbeteiligten als Hauptverursacher ein, bei den unfallbeteiligten Pkw-Fahrern waren es sogar 66%. Und der ADAC hat auf der Basis von 2200 schweren Crashs ermittelt, das 63% der jungen Autofahrer zwischen 18 und 24 ohne Einfluss eines anderen Fahrzeugs verunglücken - sie verlieren die Kontrolle und kommen von der Straße ab. Und obwohl diese Altersgruppe gerade mal acht Prozent an der Gesamt- bevölkerung ausmacht, verursachen junge Fahrer mehr als ein Viertel der Verkehrsunfälle. (3) Die Frage nach den Ursachen für Verkehrs- unfälle. die von Jugendlichen verursacht werden, beschäftigt Polizei und Wissenschaft. Neben Alkohol- und sonstigem Drogeneinfluss wird dabei immer wieder die Selbstüberschätzung von Jugendlichen erwähnt, die meinen, ihr Fahrstil sei "sicher". Aber auch das Geschlecht der Jugendlichen wirkt sich aus. So hat man herausgefunden, dass junge Frauen deutlich weniger schwere Unfälle verursachen als gleichaltrige junge Männer. So sind es denn auch die jungen Männer, die nach ADAC-Angaben doppelt so viele Unfälle mit Toten und Verletzten verursachen als Frauen. Und neben der Persönlichkeit des einzelnen haben auch der familiäre Hintergrund, die Schul- und Ausbildungssituation des einzelnen und der Lebensstil, dem er sich verpflichtet fühlt, Einfluss. In Lebensstilanalysen hat man z. B. nachgewiesen, dass das Unfallrisiko für die sog. “Action-Typen”, “Fan-Typen” und "Kicksuchende-Typen“ unter den Jugendlichen besonders groß ist. Diese meist männlichen Freizeit-Typen besuchen eben häufiger als andere Diskotheken oder Fußballspiele und trinken- da schließt sich wieder ein Kreis - dabei auch oft viel Alkohol. Man hat geschätzt, dass ungefähr 37% der 18- bis 24jährigen - vorwiegend männlichen - jungen Erwachsenen diesen Gruppen zugeordnet werden können (vgl. Schulze 1996; 1999). So lässt sich das hohe Risiko, das Jugendliche im Straßenverkehr tragen und oft auch für andere darstellen, im Wesentlichen auf drei Gründe zurückführen: Selbstüberschätzung, Suche nach Anerkennung bei den Gleichaltrigen, denen man mit einem riskanten Verhalten imponieren will, und mangelnde Erfahrung und Routine. Für den ADAC Verkehrspsychologen Ulrich Chielino sind junge Fahrer aber nicht automatisch Rowdys: "Aber alle sind jung und unerfahren." Daher empfiehlt der ADAC auch gerade jungen Fahrern Unterstützung zu geben, damit sie rechtzeitig ihre eigenen Grenzen erkennen lernen. Dabei reiche das inzwischen bundesweit eingeführte "Begleitete Fahren ab 17" noch nicht aus, auch wenn seine positive Wirkung rundum überzeuge. Denn, wer im ersten Jahr seiner Lizenz nur mit einem erfahrenen Erwachsenen neben sich ans Steuer dürfe, verursache anschließend ein Viertel weniger Unfälle als die übrigen Fahranfänger.(4) Zugleich fordert der ADAC aber auch ein verpflichtendes Sicherheitstraining im ersten Jahr nach der Führerscheinprüfung.* Aber auch die Erwachsenen und erfahrenen Autofahrer müssten Vorbilder sein. Aber wenn es noch immer Autofahrer gibt, die in ihren Autos eher "lackierte Kampfhunde", denn Fortbewegungs- mittel sehen, sind die Aussichten dafür wohl eher gering.

    junger Erwachsener im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ist. Dabei hat die Einführung des Führerscheins auf Probe (2007) mit der Auflage eines absoluten Alkoholverbotes für Fahranfänger die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren schon deutlich gesenkt. Insgesamt ist zwar die Zahl der Unfalltoten im Alter von 18 bis 24 Jahren schon das zehnte Jahr in Folge gesunken, zuletzt um 13% auf 690 Tote im Jahr 2010, doch auf der anderen Seiten sind "die 18- bis 24-Jährigen immer noch die mit Abstand am stärksten gefährdete Altersgruppe im Straßenverkehr. Knapp 19% aller Getöteten und jeder fünfte Verletzte gehörte zu dieser Altersgruppe, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei 8,3% lag. Die besondere Gefahr des Straßenverkehrs für die 18- bis 24-Jährigen zeigt sich auch daran, dass von den im Jahr 2009 Gestorbenen dieser Altersgruppe nahezu jeder dritte bei einem Verkehrsunfall zu Tode kam." (2) Wenn es auf den deutschen Straßen zu einem Unfall mit Personenschaden kommt, dann ist der Anteil junger Erwachsender überdurchschnittlich hoch. Die Polizei stuft 62% der 18- bis 24-jährigen Unfallbeteiligten als Hauptverursacher ein, bei den unfallbeteiligten Pkw-Fahrern waren es sogar 66%. Und der ADAC hat auf der Basis von 2200 schweren Crashs ermittelt, das 63% der jungen Autofahrer zwischen 18 und 24 ohne Einfluss eines anderen Fahrzeugs verunglücken - sie verlieren die Kontrolle und kommen von der Straße ab. Und obwohl diese Altersgruppe gerade mal acht Prozent an der Gesamt- bevölkerung ausmacht, verursachen junge Fahrer mehr als ein Viertel der Verkehrsunfälle. (3) Die Frage nach den Ursachen für Verkehrs- unfälle. die von Jugendlichen verursacht werden, beschäftigt Polizei und Wissenschaft. Neben Alkohol- und sonstigem Drogeneinfluss wird dabei immer wieder die Selbstüberschätzung von Jugendlichen erwähnt, die meinen, ihr Fahrstil sei "sicher". Aber auch das Geschlecht der Jugendlichen wirkt sich aus. So hat man herausgefunden, dass junge Frauen deutlich weniger schwere Unfälle verursachen als gleichaltrige junge Männer. So sind es denn auch die jungen Männer, die nach ADAC-Angaben doppelt so viele Unfälle mit Toten und Verletzten verursachen als Frauen. Und neben der Persönlichkeit des einzelnen haben auch der familiäre Hintergrund, die Schul- und Ausbildungssituation des einzelnen und der Lebensstil, dem er sich verpflichtet fühlt, Einfluss. In Lebensstilanalysen hat man z. B. nachgewiesen, dass das Unfallrisiko für die sog. “Action-Typen”, “Fan-Typen” und "Kicksuchende-Typen“ unter den Jugendlichen besonders groß ist. Diese meist männlichen Freizeit-Typen besuchen eben häufiger als andere Diskotheken oder Fußballspiele und trinken- da schließt sich wieder ein Kreis - dabei auch oft viel Alkohol. Man hat geschätzt, dass ungefähr 37% der 18- bis 24jährigen - vorwiegend männlichen - jungen Erwachsenen diesen Gruppen zugeordnet werden können (vgl. Schulze 1996; 1999). So lässt sich das hohe Risiko, das Jugendliche im Straßenverkehr tragen und oft auch für andere darstellen, im Wesentlichen auf drei Gründe zurückführen: Selbstüberschätzung, Suche nach Anerkennung bei den Gleichaltrigen, denen man mit einem riskanten Verhalten imponieren will, und mangelnde Erfahrung und Routine. Für den ADAC Verkehrspsychologen Ulrich Chielino sind junge Fahrer aber nicht automatisch Rowdys: "Aber alle sind jung und unerfahren." Daher empfiehlt der ADAC auch gerade jungen Fahrern Unterstützung zu geben, damit sie rechtzeitig ihre eigenen Grenzen erkennen lernen. Dabei reiche das inzwischen bundesweit eingeführte "Begleitete Fahren ab 17" noch nicht aus, auch wenn seine positive Wirkung rundum überzeuge. Denn, wer im ersten Jahr seiner Lizenz nur mit einem erfahrenen Erwachsenen neben sich ans Steuer dürfe, verursache anschließend ein Viertel weniger Unfälle als die übrigen Fahranfänger.(4) Zugleich fordert der ADAC aber auch ein verpflichtendes Sicherheitstraining im ersten Jahr nach der Führerscheinprüfung.* Aber auch die Erwachsenen und erfahrenen Autofahrer müssten Vorbilder sein. Aber wenn es noch immer Autofahrer gibt, die in ihren Autos eher "lackierte Kampfhunde", denn Fortbewegungs- mittel sehen, sind die Aussichten dafür wohl eher gering.

    (aus: http://www.teachsam.de/deutsch/d_schreibf/schr_schule/txteroert/txt/tero_txt_8.htm, 18.3.2012 : neu bearbeitet am: 08.07.2015)

    Anmerkungen:

    (1) Unfallentwickliung auf deutschen Straßen 2010, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2011/Unfaelle2010/pressebroschuere_unfaelle.pdf?__blob=publicationFile

    (2) ebd., S.35

    (3) Von der Disco in den Tod, in: ADAC Motorwelt H.11, Nov. 2012

    (4) ebd,

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    Arbeitsanregungen

    1. Fassen Sie den Text in Form einer strukturierten Textwiedergabe zusammen und stellen Sie dabei eine Überblicksinformation an den Anfang.

    2. Setzen Sie sich mit der im Text dargestellten Problematik auseinander und erörtern Sie Lösungsansätze.

    Arbeitsanregung für Kreative

    Skizzieren Sie eigene Entwürfe für Piktogramme, mit denen man für das Fahren ohne vorherigen Alkoholgenuss aufmerksam machen und/oder werben könnte.