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  • Freie Erörterung - Arbeitsschritt 4 - Arbeitsgliederung
  • Egle-www.teachsam.de
  • 03.01.2017
  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Arbeitsschritt 4 bei der freien Erörterung

    Arbeitsgliederung

    Vorab-Planer und Im-Nachhinein-Planer auf unterschiedlichen Wegen

    Nirgendwo sonst wird bei der freien Erörterungdeutlicher, dass es durchaus unterschiedliche Wege gibt, diese Schreibaufgabe zu bewältigen.

    • So wollen die einen einem möglichst genauen Konzept folgen, das sie vor dem Schreiben entworfen haben. Diese Vorabplaner können und wollen eine Arbeitsgliederung erstellen, um ihre Niederschrift im Anschluss daran möglichst flüssig und dem Konzept folgend in Angriff nehmen zu können.

    • Es gibt aber auch die Im-Nachhinein-Planer, die sich mit der Erstellung einer Arbeitsgliederung aus verschiedenen Gründen schwer tun. Vielleicht haben sie die vorangegangenen Arbeitsschritte nur unzureichend durchgeführt oder es liegt ihnen erfahrungsgemäß einfach draufloszuschreiben. Sie haben einfach Lust loszuschreiben, vertrauen darauf das der Schreibflow nicht abbricht. Wenn doch kann dies allerdings zu ernsthaften Schreibblockaden führen. Man kommt einfach nicht mehr weiter, weil man z. B. gar nicht genau weiß, wo man bei der Bewältigung der Schreibaufgabe eigentlich steht. Um sich als Im-Nachhinein-Planer also nicht zu verrennen, sollte man auch bei dieser Schreibstrategie Planungspausen einlegen und u. U. kleinere Gliederungen oder Entwürfe während des Schreibens anfertigen.

    (vgl, Keseling, Gisbert (2004): Die Einsamkeit des Schreibers. Wie Schreibblockaden entstehen und erfolgreich bearbeitet werden können, Wiesbaden 2004, S. 307)

    Nicht nur für Vorab-Planer

    Der Fahrplan für die Niederschrift

    Die Arbeitsgliederung stellt den Argumentationsfahrplan der schriftlichen Ausarbeitung dar.Sie sagt also, wohin der „Erörterungszug“ gehen soll, welche Strecke befahren wird und mit welchem zeitlichen Rahmen man rechnen muss. Verspätungen auf dieser Reise - genauer gesagt: der immer wieder beklagte Zeitdruck - können nur durch ein umsichtiges Umgehen mit den Weichenstellungen einer Arbeitsgliederung wieder hereingeholt werden.

    Welche Form einer Arbeitsgliederung man wählt, hängt vom Erörterungstyp und der Gliederungskonzeption ab.

    Bei der Gliederungskonzeption kann man sich

    • an Ober- und Unterbegriffen oder

    • am mündlichen Argumentieren in wirklichen Gesprächssituationen orientieren.

    In beiden Fällen aber müssen, beim einen Begriffe, beim anderen Thesen und Argumente einander über bzw. zugeordnet werden.

    Neben der hierarchischen Anordnung des Stoffes (Ober- u. Unterbegriffe) muss bei der Erstellung der Arbeitsgliederung die Reihenfolge der Gedanken entschieden werden.

    Es gibt u. a. folgende Möglichkeiten, die Reihenfolge festzulegen:

    • vom weniger Wichtigen zum Wichtigeren

    • vom Naheliegenden zum Fernen

    • vom weniger Bekannten zum Bekannten

    • vom Besonderen zum Allgemeinen

    • vom Einzelnen zum Ganzen

    • vom Persönlichen zum Allgemeinen

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    Mit Buchstaben und Ziffern oder mit Dezimalzahlen gliedern

    Klassifikationssysteme

    Die Arbeitsgliederung bei der freien Erörterung/Problemerörterung kann auf zwei verschiedene Arten gestaltet werden.

    • Man kann dafür Buchstaben und Ziffern in einer bestimmten Art und Weise verwenden (Buchstaben-Ziffern-System).

    • Außerdem kann man mit Dezimalzahlen (1., 1.1, 1.2. 2, etc. ) die Reihenfolge und die Über- und Unterordnung der Begriffe und Einzelaspekte arbeiten. (Dezimalklassifikationssystem)

    Beide Systeme können auf ihre Weise dem Verfasser den Überblick und dem Leser Orientierung und Einblick in die Gedankenbewegung zu geben.

    Für welche der beiden Gliederungsformen man sich entscheidet, ist nicht nur eine Frage der Vorlieben. Wer seine Gliederung bis ins kleinste Detail entwickeln will, ist natürlich mit dem Dezimalklassifikationssystem am besten bedient. Denn dieses kann im Prinzip unendlich erweitert werden.

    Wer "a)" sagt, muss auch "b)" sagen

    Eines gilt aber für beide Formen der Gliederung: Wer "a)" sagt, muss auch "b)" sagen. Dies bedeutet, dass eben jeder Punkt einer Untergliederung eine weitere Entsprechung, also einen weiteren auf der gleichen Ebene liegenden Punkt benötigt. Ist dies nicht möglich, weil einem z.B. nur ein einzelner Untergliederungspunkt oder ein Einzelbeispiel einfällt, dann sollte man eben auf eine Untergliederung verzichten. Also Gliederungen der nebenstehenden Art sollten vermieden werden.

    Begriffe oder Argumente in der Gliederung verwenden

    Gliederungskonzeptionen

    Die Arbeitsgliederung bei der freien Erörterung kann auf der Basis von zwei verschiedenen Gliederungskonzeptionen erfolgen. Diese sind:

    • das Begriffsmodell

    • das Argumentationsmodell

    Beim Begriffsmodell werden die bei der Stoffordnung gefundenen Ober- und Unterbegriffe als Gliederungspunkte für die Arbeitsgliederung eingesetzt. Basis dieses Verfahrens ist also Klarheit in der Begriffshierarchie. Das Begriffsmodell eignet sich besonders gut bei linearen Erörterungen, die z.B. mit der BUWA-Methode bei der Stoffsammlung oder der Begriffsreihenmethode bei der Stoffordnung angegangen worden sind.

    Beim Argumentationsmodell geht man von Thesen zu einem Thema aus ( bzw. die als Antwort auf die Themafrage(n) formulierten Thesen) und ordnet diesen Thesen Argumente mit den verschiedenen Stützungen zu. Dabei kann man sich sehr gut am Modell der erweiterten Argumentation orientieren. Im Vergleich zum Begriffsmodell werden bei diesem Modell zur Gliederung stärker die argumentativen Strukturen (quasi als Argumentationsskizze) in den Vordergrund gerückt. Das Argumentationsmodell eignet sich häufig für dialektische Erörterungen.

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    Gliedern mit Begriffen

    Bei der Arbeitsgliederung nach dem Begriffsmodell werden die bei der Stoffordnung gefundenen Ober- und Unterbegriffe als Gliederungspunkte für die Arbeitsgliederung eingesetzt. Dies geschieht am besten mit der Stichworttechnik. Wer dieses Verfahren anwendet, muss hinsichtlich seiner verwendeten Begriffe und ihrer Hierarchie (Über- und Unterordnung) Klarheit besitzen. Aus diesem Grunde ist das Begriffsmodell meist auch ziemlich anspruchsvoll. Und: wenn die Ordnung des Stoffes

    hier nicht schon brauchbare Ergebnisse geliefert hat, lässt sich diese Form der Arbeitsgliederung meist nicht mehr sehr Erfolg versprechend einsetzen.Das Begriffsmodell eignet sich besonders gut bei linearen Erörterungen, die z.B. mit der BUWA-Methode bei der Stoffsammlung oder der Begriffsreihenmethode bei der Stoffordnung angegangen worden sind. Der Vorgang der gleichzeitigen Über- und Unterordnung wird bis zum ganz konkreten, also nicht mehr weiter unterteilten bzw. unterteilbaren Begriff fortgeführt.

    Gliedern mit Argumenten

    Bei der Arbeitsgliederung nach dem Argumentationsmodell werden die bei der Stoffordnung gefundenen Thesen und Argumente als Gliederungspunkte für die Arbeitsgliederung eingesetzt. Dies erfolgt hier im Allgemeinen in der sprachlichen Form der Satztechnik. Daher muss man sich über die Zuordnung von Aussagen in einem Argumentationszusammenhang (Allgemeines Argumentationsschema) im Klaren sein.

    Diese Form der Gliederung verlangt nicht zwingend begriffliche Präzision, denn hier können auch Thesen und Argumente wie in einer Argumentationsskizze stichwortartig in die Arbeitsgliederung eingehen.

    Sprachliche Gestaltung

    Die Arbeitsgliederung kann man mit der Stichworttechnik oder der Satztechnik abfassen.

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    Eins nach dem anderen

    Die Reihenfolge der Gliederungspunkte festlegen

    Bei der Erstellung der Arbeitsgliederung einer freien Erörterung/ Problemerörterung spielt die Reihenfolge der Gliederungspunkte eine große Rolle.

    Sie kann nämlich die Aufmerksamkeit des Lesers beeinflussen und diese auch ohne zusätzliche sprachliche Mittel auf besonders Wichtiges hinlenken. Damit kann die Reihenfolge der vorgebrachten Gliederungspunkte letzten Endes auch dazu beitragen, ob eine Argumentation überzeugen kann. Überschätzen freilich sollte man dies nicht, denn die Wirkung eines Textes und seiner Argumentation ist natürlich in hohem Maße vom Leser selbst, seinen Einstellungen, seinem Vorwissen, seiner Lage usw. abhängig.

    Gestaltungsprinzipien

    Man kann bei der Gestaltung der Reihenfolge der Gliederungspunkte zwei Gestaltungsprinzipien unterscheiden:

    • Allgemeine Strukturprinzipien

    • Allgemeine Gliederungsprinzipien

    Allgemeine Strukturprinzipien

    Allgemeine Strukturprinzipien lassen sich auf die Reihenfolge der Punkte aller Gliederungsebenen anwenden. Sie können alle Gliederungsebenen (Oberbegriffe/Oberpunkte, Unterpunkte, Einzelne Aspekte ...) strukturieren oder aber nur in einzelnen Gliederungsebenen angewendet werden. Es gibt u. a. folgende Möglichkeiten, die Reihenfolge festzulegen:

    • vom weniger Wichtigen zum Wichtigeren

    • vom Nahe liegenden zum Fernen

    • vom weniger Bekannten zum Bekannten

    • vom Besonderen zum Allgemeinen

    • vom Einzelnen zum Ganzen

    • vom Persönlichen zum Allgemeinen

    Es kann vorkommen, dass die Reihenfolge der Unterpunkte eines Oberbegriffs nach dem einen (z.B. vom Nahe liegenden zum Fernen) und die Unterpunkte eines anderen Oberbegriffs nach dem anderen allgemeinen Strukturprinzip (z. B. vom Einzelnen zum Ganzen) gegliedert werden.

    Neben diesen allgemeinen Strukturprinzipien, die sich auf die Reihenfolge der Punkte aller Gliederungsebenen anwenden lassen, folgt die Gliederung einer Problemerörterung aber auch allgemeinen Aufbauprinzipien. Diese können auf den oben genannten Strukturprinzipien beruhen, müssen es aber nicht.

    Allgemeine Gliederungsprinzipien

    Eine schriftliche Problemerörterung, wie sie in der Schule verlangt wird, kann, prinzipiell betrachtet, auf drei verschiedene Art und Weise aufgebaut werden. Allerdings sind auch Mischformen anzutreffen.

    Allgemeine Strukturprinzipien

    Bei der Festlegung der Reihenfolge der Gliederungspunkte kann man auf allgemeine Strukturprinzipien zurückgreifen. Sie lassen sich auf die Reihenfolge der Punkte aller Gliederungsebenen anwenden und können damit der Gesamtheit der Gliederungsebenen (Oberbegriffe/Oberpunkte, Unterpunkte,einzelne Aspekte ...) oder aber nur einzelnen Gliederungsebenen eine bestimmte Struktur geben. Es gibt u. a. folgende Möglichkeiten, die Reihenfolge festzulegen:

    • vom weniger Wichtigen zum Wichtigeren

    • vom Naheliegenden zum Fernen

    • vom weniger Bekannten zum Bekannten

    • vom Besonderen zum Allgemeinen

    • vom Einzelnen zum Ganzen

    • vom Persönlichen zum Allgemeinen

    Innerhalb einer Gesamtgliederung können diese Strukturprinzipien variiert werden. So kann z. B. die Reihenfolge der Unterpunkte eines Oberbegriffs nach dem Prinzip Vom Naheliegenden zum Fernen und die Unterpunkte eines anderen Oberbegriffs nach dem anderen allgemeinen Strukturprinzip Vom Einzelnen zum Ganzen gegliedert werden.

    Allgemeine Gliederungsprinzipien

    Neben diesen allgemeinen Strukturprinzipien, die sich auf die Reihenfolge der Punkte aller Gliederungsebenen anwenden lassen, folgt die Gliederung einer freien Erörterung aber auch allgemeinen Aufbauprinzipien. Diese können auf den oben genannten Strukturprinzipien beruhen, müssen es aber nicht. Man kann die Erörterung auf drei verschiedene Art und Weise aufbauen.

    1. Beim linear-logischer Aufbau folgt man der (sach-)logisch begründeten, meist linearen Reihenfolge der Themabegriffe eines Themas bzw. der erarbeiteten Themafragen.

    2. Der so genannte steigernde Aufbau folgt dem Prinzip "Das Wichtigste zuletzt". Er setzt dabei auf die Annahme, dass die zuletzt vorgetragenen Gesichtspunkte - u. U. unmittelbar vor der gezogenen Schlussfolgerung - die größte Überzeugungskraft auf den Leser entfalten.

    3. Es kann aber auch gute Gründe dafür geben, dem Prinzip "Das Wichtigste zuerst" zu folgen. Dies gilt insbesondere beim kommentierender Leserbrief als schulische Schreibform, die jenen Gliederungsprinzipien folgen sollte, denen auch andere journalistische Schreibformen aus gutem Grund unterworfen sind (z. B. Lead-Stil)

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    Das Wichtigste zuerst

    Wer die Reihenfolge der Gliederungspunkte einer Arbeitsgliederung festlegen will, kann bei einer freien Erörterung und insbesondere bei ihrer "schulischen Spielart" kommentierender Leserbrief aus gutem Grund dem Prinzip "Das Wichtigste zuerst" folgen.

    Beim kommentierenden Leserbrief, der aus unterschiedlichen Gründen bei den schulischen Schreibformen zur Texterörterung oder zur freien Erörterung gezählt wird, kann es wichtig sein, seine wichtigsten Argumente stets an den Anfang des Hauptteils zu stellen.

    Dafür gibt es im wesentlichen zwei Gründe:

    • Leserbriefredaktionen müssen - im Allgemeinen im Einverständnis mit ihrem Verfasser bzw. ihrer Verfasserin - die eingehenden Leserbriefe kürzen. Dabei neigen sie. gängiger journalistischer Praxis folgend (Lead-Stil) dazu, den Text von hinten zu kürzen. Dies vorhersehend ist es am besten, seine wichtigsten pointierten Thesen und Argumente an den Anfang des Hauptteils zu stellen.

    • Leser und Leserinnen einer Zeitung gehen bei ihrer Lektüre der Texte sehr selektiv vor. Sie lesen nur das, was ihre Aufmerksamkeit erregt. Diese Erregung wird zunächst von der Überschrift des Leserbriefes und dann u. U. vom Verfasser bzw. der Verfasserin des Textes ausgehen. Ob der Leserbrief als Ganzes gelesen wird, ist dabei allerdings fraglich. So kann es also von Vorteil sein, das Wichtigste am Anfang zu schreiben.

    Lead-Stil

    Stilform journalistischer Darstellungsformen; Lead = Anfangssatz der vielleicht aus zwei oder drei Sätzen bestehende Beginn einer Meldung; soll Aufmerksamkeit des Lesers wecken und zum Weiterlesen ermuntern.

    Was beim kommentieren Leserbrief allerdings erwartet wird, kann durchaus verschieden sein.

    Am besten orientiert man sich allerdings an der gesellschaftlichen Praxis des Leserbriefschreibens zu Zeitungsartikeln oder zu Sendungen in Medien.

    Das Wichtigste zuletzt

    In seinen Wurzeln auf der antiken Rhetorik beruhend wird beim mündlichen und schrftlichen Argumentieren meist ein steigernder Aufbau gefordert, so auch bei der freien Erörterung. "Das Wichtigste zuletzt" erfordert einen steigernd angelegter Aufbau der Gliederungspunkte bzw. Argumente. Dieser folgt dem allgemeinen Strukturprinzips »vom Weniger Wichtigen zum Wichtigen« auf der Ebene der Oberbegriffe . Auf untergeordneten Gliederungsebenen können auch andere allgemeine Strukturprinzipien wie »vom Besonderen zum Allgemeinen« oder »vom Einzelnen zum Ganzen« angewendet werden.

    Gemeinhin wird der steigernde Aufbau einer freien Erörterung damit begründet, dass die Aufmerksamkeit eines Lesers/Hörers/Empfängers so am besten auf das Wichtigste, im Sinne von am meisten Überzeugende, gelenkt werden kann und damit vor der möglichen Schlussfolgerung die größte Überzeugungskraft entfaltet werden kann.

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    In der Praxis bedeutet dies, dass die Reihe der Argumente mit dem vermeintlich schwächsten, d.h. am wenigsten überzeugenden Argument beginnt und nach und nach steigernd schließlich mit dem schlagkräftigsten Argument endet.

    Die vorgebrachten Argumente folgen also damit einer sinnvollen Struktur.

    Steigernd ist eine freie Erörterung/ Problem-erörterung ngelegt, wenn die erste Gliederungsebene des Hauptteils nach diesem Prinzip gestaltet ist.

    Natürlich kann man eine freie Erörterung aber auch in umgekehrter Reihenfolge aufbauen (vom stärksten zum schwächsten Argument). Denn auch so werden die Argumente in eine äußere Struktur eingepasst, die ja auch in diesem Fall keine bunt zusammengewürfelte Reihenfolge der Gliederungspunkte darstellt.

    Der linearen Sachlogik folgen

    Bei der Erstellung der Arbeitsgliederung einer Problemerörterung kann man der (sach-)logisch begründeten, meist linearen Reihenfolge der Themabegriffe folgen, um die Obergriffe der Arbeitsgliederung in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Dies gilt vor allem bei Erörterungen des linearen Typs mit Ergänzungsfragen (Sachfragen).

    Voraussetzungen

    Voraussetzung für diese Herangehensweise ist dabei, dass das Thema bzw. die Themenstellung Themabegriffe enthält, die schon in einer sachlogisch begründeten Reihenfolge stehen oder die sich nach der Erarbeitung der Themafrage(n) in eine so begründete Reihenfolge bringen lassen.

    Gut ist auch, wenn die Stoffsammlung (z. B. Themabegriffe-Methode, BUWA-Methode) bzw. die Ordnung des Stoffes schon mit diesen Themabegriffen durchgeführt worden ist.

    Wenn also ein Thema - in dieser oder jener sprachlichen Ausdrucksweise - nach Erscheinungsform, Ursachen, Folgen eines und Abhilfemöglichkeiten für ein Problem fragt, dann wird man dieser logischen Reihenfolge auch bei der Arbeitsgliederung folgen können.

    Dabei können die Unterpunkte der Gliederung auf der Basis der allgemeinen Strukturprinzipien, wie z. B. Vom Einzelnen zum Ganzen oder Vom Persönlichen zum Allgemeinen gegliedert werden, sofern dies Sinn macht.

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    Das ist z. B. bei dem folgenden Beispielthema der Fall:

    • Ausländerfeindliche Einstellungen und Handlungen sind in Deutschland weit verbreitet. Zeigen Sie auf, was man darunter versteht, welche Ursachen es dafür gibt, welche Folgen daraus erwachsen und wie man dagegen vorgehen könnte?

    In diesem Fall wird man im Anschluss an eine Stoffsammlung nach dem BUWA-Verfahren und der entsprechenden Stoffordnung der Obergriffe, Unterbegriffe und Einzelaspekte eine Gliederung innerhalb des Hauptteils der Erörterung wie in nebenstehender Gliederung vornehmen können.

    Arbeitsanregungen

    1. Erläutern Sie die Vor- und Nachteile der Gliederungskonzeptionen.

    2. Was spricht für welches Aufbauprinzip?

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    So wird's gemacht

    Mit Buchstaben und Ziffern gliedern

    Die Arbeitsgliederung bei der freien Erörterung/Problemerörterung kann aus einer Kombination von Buchstaben und Ziffern gestaltet werden. Dieses so genannte Buchstaben-Ziffern-System ist, wenn es richtig gestaltet wird, sehr übersichtlich und lässt damit auf einen Blick wichtige Gliederungsstrukturen erkennen.

    Die Grobgliederung

    Die Grobgliederung des Aufsatzes besteht dabei aus der Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss. Diesen Grobstrukturen werden die lateinischen Großbuchstaben A, B und C zu geordnet. Sie stehen linksbündig am linken Zeilenrand.

    Unter A. (Einleitung) und C. (Schluss) werden in der vollständigen Arbeitsgliederung die Einleitungs- bzw. Schlussgedanken in Kurzfassung notiert.

    So wird der Hauptteil gegliedert

    Im Hauptteil B geht es nach folgenden Ordnungsprinzipien weiter:

    1. Unmittelbar an den Buchstaben B. zur Kennzeichnung des Hauptteils schließt sich die ermittelte Themafrage an.

    2. Die Hauptargumente (Oberbegriffe) werden mit römischen Zahlen nummeriert und eingerückt.

    Werden den Oberbegriffen oder Hauptargumenten weitere Unterpunkte oder Argumente untergeordnet, werden arabische Zahlen zur Nummerierung verwendet. Diese werden ebenfalls eingerückt.

    Wenn Unterpunkte noch weiter untergliedert werden sollen oder Beispiele zur Stützung der Argumentation eingefügt werden sollen, werden diese mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet. Auch diese werden eingerückt.

    Manchmal kommt es auch vor, dass eine Gliederung nach Ober- und Unterbegriffen noch tiefer reicht. In diesem Fall empfiehlt sich einfach eine Verdoppelung der kleinen Buchstaben zu verwenden:

    aa, ab, ac... - ba, bb, bc..., ca, cb, cc usw.

    Zeichensetzung bei kolumneartiger Aufzählung

    Bei kolumneartig herausgehobenen Sätzen, Satzteilen oder Wörter - dies betrifft auch die Arbeitsgliederungen bei der freien Erörterung - wird nach dem jeweiligen Gliederungselement kein Satzzeichen gesetzt.

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    So wird's gemacht

    Rein numerisch mit Dezimalzahlen gliedern

    Die Arbeitsgliederung bei der freien Erörterung/ Problemerörterung kann nur mit Ziffern, rein numerisch, gestaltet werden.

    Die numerische Gliederung basiert auf der so genannten Dezimalklassifikation. Der große Vorzug dieses Gliederungssystems ist die im Prinzip unbegrenzte Erweiterungsmöglichkeit. Trotz seines etwas nüchternen Aussehens eignet sich diese Form der Arbeitsgliederung besonders für Stoffordnungen, denen ein sehr weit verzweigtes Mind Map zugrunde liegt. Und: Professionelle Softwarelösungen für das Mind Mapping räumen dem Anwender die Wahl zwischen einer Mind-Map- oder einer numerischen Klassifikation ein, bzw. konvertieren dies vom einen ins andere.

    Die Grobgliederung

    Die Grobgliederung des Aufsatzes besteht dabei aus der Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss. Diesen Grobstrukturen werden die Zahlen 1, 2 und 3 zugeordnet. Sie stehen linksbündig am linken Zeilenrand.

    Man kann allerdings auch bei der Grobgliederung die herkömmliche Bezeichnung durch lateinische Großbuchstaben beibehalten. In diesem Falle beginnt man mit der Dezimalklassifikation eben unterhalb des Buchstabens B und rückt die Ziffern etwas ein.

    Unter A. (Einleitung) und C. (Schluss) bzw. 1 und 3 bei der rein numerischen Form werden in der vollständigen Arbeitsgliederung die Einleitungs- bzw. Schlussgedanken in Kurzfassung notiert.

    So wird der Hauptteil gegliedert

    Im Hauptteil B (oder 2) geht es nach folgenden Ordnungsprinzipien weiter:

    • Unmittelbar an den Buchstaben B (bzw. 2) zur Kennzeichnung des Hauptteils schließt sich die ermittelte Themafrage an.

    • Die Hauptargumente (Oberbegriffe) werden in arabischen Zahlen nummeriert und linksbündig am linken Seitenrand notiert.

      • Eine alleinstehende Ziffer wird ohne Punkt notiert.

      • Zwischen der Ziffer und der Bezeichnung des Gliederungspunktes müssen Sie hinreichend Platz lassen (Empfehlung: 10 - 15 Stellen).

    Werden den Oberbegriffen oder Hauptargumenten weitere Unterpunkte oder Argumente unter-geordnet, werden weitere arabische Zahlen zur Nummerierung verwendet. Diese werden ebenfalls linksbündig an den Zeilenrand notiert und mit einem Punkt von der übergeordneten Zahl abgetrennt.

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    Wenn Unterpunkte noch weiter untergliedert werden sollen oder Beispiele zur Stützung der Argumentation eingefügt werden sollen, werden diese mit weiteren arabischen Zahlen in der gleichen Art und Weise gekennzeichnet.

    Zeichensetzung bei kolumneartiger Aufzählung

    Bei kolumneartig herausgehobenen Sätzen, Satzteilen oder Wörter - dies betrifft auch die Arbeitsgliederungen bei der freien Erörterung - wird nach dem jeweiligen Gliederungselement kein Satzzeichen gesetzt.

    Für die lineare Erörterung könnte die Gliederungskonzeption der Arbeits-gliederung nach dem Dezimalklassifi-kationssystemin wie nebenstehend gestaltet werden. Das geht mit dem hierarchischen Begriffsmodell und dem Argumentationsmodell.

    Das Modell der Arbeitsgliederung folgt dem Modell der erweiterten Argumentation. Der Einfachheit halber wird daher in der Gliederung unter Argument häufig "Beweis/Beispiel" aufgeführt, um zu unterstreichen, dass beides - u. U. auch ohne das andere - zur Stützung eines Argumentes herangezogen werden kann.

    Für die dialektische Erörterung könnte die Gliederungskonzeption der Arbeitsgliederung nach dem Dezimal-klassifikationssystem für das hierarchische Begriffsmodell und das Argumentations-modell wie in der nebenstehenden Abbildung gestaltet werden.