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  • Strukturierte Textwiedergabe - Beispieltext 2
  • Egle-www.teachsam.de
  • 21.10.2016
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/5f2ebe10

    Strukturierte Textwiedergabe konkret

    Eine strukturierte Textwiedergabe verfassen

    Benehmen Glückssache

    Oskar Fehrenbach

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    "Zeig mal deine Muckis, Kumpel!" Wenn mich die Buben in meiner Schwarzwälder Dorfecke derart herzerfrischend begrüßen, empfinde ich das keineswegs als respektlos. Schließlich können sich meine Muskeln sehen lassen, und wenn ich dann den Fußball ein paar Mal aufs Garagentor geknallt habe, darf ich meinen Spaziergang unter lautem Hallo fortsetzen. Doch dann gerate ich ins Grübeln: Hätten wir früher als kleine Knirpse einen alten Knaben ebenso ungeniert angequatscht? Ist Benehmen nur noch Glückssache? Das Beispiel zu Anfang markiert einen wichtigen Unterschied. Die Jungen behandeln den Erwachsenen von gleich zu gleich. Wenn man ihn mag, wird er begrüßt, wenn man ihn nicht mag, bleibt er unbeachtet. Einen Anspruch auf Höflichkeit kann niemand mehr geltend machen.Höflichkeit, so sagt man, komme von Herzen. Das gute Benehmen hingegen ist eine Sache der Tradition, der gesellschaftlichen Konvention, des häuslichen Umfelds. Manieren sind anerzogen, kaum je angeboren. Das lässt sich beobachten im Unterschied zu den Kindern ausländischer Familien. Sie haben fast durchweg die besseren Manieren.Gutes Benehmen mag eine Sekundärtugend sein, die früher sogar in Erziehungsdrill ausgeartet ist. Benehmen schafft Distanz, verhindert Intimität, sorgt für Undurchschaubarkeit. Aber es macht auch das Leben erträglicher. Es sichert gegenseitigen Respekt und löst sogar Konflikte, wie jeder Verkehrsteilnehmer (in seltenen Fällen) bestätigen kann.Die Preisgabe von Takt und gutem Ton hat auch die Garderobe vermiest. Nach dem Motto "Kleider machen Leute, Klamotten machen Proleten". Gelegentlich wird sogar das Recht auf Hässlichkeit in geradezu ostentativer Weise wahrgenommen. Dies wiederum im Unterschied zur Mehrheit der Ausländer, die sich kaum mit Fummel schmücken.Kein Zufall, dass sich die Fremdenfeindlichkeit mit möglichst abstoßendem Outfit maskiert und zugleich demaskiert: kahl geschoren, so roh wie möglich aufgemacht, ungetarnt, Jugendgewalt in Reinkultur — und das im frei gewählten Bekenntnis zum Urbild des hässlichen Deutschen. Wer sich mit dem Thema "Benehmen" beschäftigt, merkt jedenfalls rasch, dass er einen Spiegel der Gesellschaft in der Hand hat. Man sieht einiges schärfer. Wobei man vorsichtig sein muss. Die allgemeine Tendenz zur Gleichheit aller mit allen, hat auch ihre Berechtigung, denn das gute Benehmen früherer Tage war auch auf Rang- und Klassenunterschiede hin angelegt. Mit glatter Höflichkeit kann man sich jemand vom Leibe halten und sogar demütigen. Es wäre deshalb falsch, nur immer den Verfall der Werte zu beweinen. Man muss allerdings sehen, um welchen Preis dieser Prozess in Gang gekommen ist. Dabei ist sicher ein Stück Kultur auf der Strecke geblieben. Um so verblüffender in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer Umfrage, nach der die deutschen Kinder selbst Wert auf gutes Benehmen legen. Eltern oder Lehrer, die alles durchgehen lassen, werden keineswegs geschätzt, eher verachtet. Im Schoß der Familie liegen also die entscheidenden Probleme. Denn, wie eine kluge Pädagogin bündig festgestellt hat: sie können nichts, was sie zu Hause nicht gelernt haben. (450 Wörter)

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    "Zeig mal deine Muckis, Kumpel!" Wenn mich die Buben in meiner Schwarzwälder Dorfecke derart herzerfrischend begrüßen, empfinde ich das keineswegs als respektlos. Schließlich können sich meine Muskeln sehen lassen, und wenn ich dann den Fußball ein paar Mal aufs Garagentor geknallt habe, darf ich meinen Spaziergang unter lautem Hallo fortsetzen. Doch dann gerate ich ins Grübeln: Hätten wir früher als kleine Knirpse einen alten Knaben ebenso ungeniert angequatscht? Ist Benehmen nur noch Glückssache? Das Beispiel zu Anfang markiert einen wichtigen Unterschied. Die Jungen behandeln den Erwachsenen von gleich zu gleich. Wenn man ihn mag, wird er begrüßt, wenn man ihn nicht mag, bleibt er unbeachtet. Einen Anspruch auf Höflichkeit kann niemand mehr geltend machen.Höflichkeit, so sagt man, komme von Herzen. Das gute Benehmen hingegen ist eine Sache der Tradition, der gesellschaftlichen Konvention, des häuslichen Umfelds. Manieren sind anerzogen, kaum je angeboren. Das lässt sich beobachten im Unterschied zu den Kindern ausländischer Familien. Sie haben fast durchweg die besseren Manieren.Gutes Benehmen mag eine Sekundärtugend sein, die früher sogar in Erziehungsdrill ausgeartet ist. Benehmen schafft Distanz, verhindert Intimität, sorgt für Undurchschaubarkeit. Aber es macht auch das Leben erträglicher. Es sichert gegenseitigen Respekt und löst sogar Konflikte, wie jeder Verkehrsteilnehmer (in seltenen Fällen) bestätigen kann.Die Preisgabe von Takt und gutem Ton hat auch die Garderobe vermiest. Nach dem Motto "Kleider machen Leute, Klamotten machen Proleten". Gelegentlich wird sogar das Recht auf Hässlichkeit in geradezu ostentativer Weise wahrgenommen. Dies wiederum im Unterschied zur Mehrheit der Ausländer, die sich kaum mit Fummel schmücken.Kein Zufall, dass sich die Fremdenfeindlichkeit mit möglichst abstoßendem Outfit maskiert und zugleich demaskiert: kahl geschoren, so roh wie möglich aufgemacht, ungetarnt, Jugendgewalt in Reinkultur — und das im frei gewählten Bekenntnis zum Urbild des hässlichen Deutschen. Wer sich mit dem Thema "Benehmen" beschäftigt, merkt jedenfalls rasch, dass er einen Spiegel der Gesellschaft in der Hand hat. Man sieht einiges schärfer. Wobei man vorsichtig sein muss. Die allgemeine Tendenz zur Gleichheit aller mit allen, hat auch ihre Berechtigung, denn das gute Benehmen früherer Tage war auch auf Rang- und Klassenunterschiede hin angelegt. Mit glatter Höflichkeit kann man sich jemand vom Leibe halten und sogar demütigen. Es wäre deshalb falsch, nur immer den Verfall der Werte zu beweinen. Man muss allerdings sehen, um welchen Preis dieser Prozess in Gang gekommen ist. Dabei ist sicher ein Stück Kultur auf der Strecke geblieben. Um so verblüffender in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer Umfrage, nach der die deutschen Kinder selbst Wert auf gutes Benehmen legen. Eltern oder Lehrer, die alles durchgehen lassen, werden keineswegs geschätzt, eher verachtet. Im Schoß der Familie liegen also die entscheidenden Probleme. Denn, wie eine kluge Pädagogin bündig festgestellt hat: sie können nichts, was sie zu Hause nicht gelernt haben. (450 Wörter)

    (nach: Oskar Fehrenbach, in: Sonntag aktuell, 5.11.95, leicht verändert und gekürzt)

    Arbeitsanregungen

    1. Fassen Sie den Inhalt des Textes in Form einer strukturierten Textwiedergabe zusammen.

    2. Nehmen Sie zu den vom Autor vorgebrachten Thesen und Argumenten Stellung (vgl. Texterörterung).

  • https://www.tutory.de/w/5f2ebe10

    Inhaltsangabe

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    Der Kommentar "Benehmen Glückssache" von Oskar Fehrenbach, erschienen in Sonntag aktuell am 5.11.1995, befasst sich mit dem Thema des guten Benehmens. Dabei wird gezeigt, wie sich die Regeln des guten Benehmens verändert haben und welche Bedeutung den Umgangsformen heute zukommt. Die Bedeutung guten Benehmens hat sich gegenüber früher deutlich verändert. Heute darf Höflichkeit nicht mehr einfach erwartet werden. So kann ein Erwachsener z.B. nicht einfach darauf setzen, dass ihm von den jungen Leuten Respekt entgegengebracht wird. Allerdings hängt die Bedeutung guter Manieren auch davon ab, welchen Stellenwert sie in der Erziehung des Einzelnen genießen. Dies ist von Nation zu Nation unterschiedlich, bei anderen allerdings deutlich wichtiger als bei den Deutschen. Gutes Benehmen hat zwei Seiten: Eher negative Aspekte wie Erziehungsdrill und die Schaffung von Distanz untereinander stehen die positiven Aspekte bei Lebensgestaltung und Konfliktbearbeitung gegenüber. Der Verzicht auf gutes Benehmen hat auch die Einstellungen zum Umgang mit der eigenen Garderobe verändert, für die heute geradezu selbstverständlich ein Recht auf Hässlichkeit in Anspruch genommen wird. Wer auf das gute Benehmen bewusst verzichtet, strebt nach einer Gleichheit aller mit allen und insofern muss man den Verfall der guten Manieren, die früher eher Rang- und Standesunterschiede ausgedrückt haben, nicht beklagen. Aber mit ihrer Preisgabe geht auch ein Stück Kultur verloren. Wo aber Wert auf Umgangsformen gelegt wird, sei es in der Familie oder in der Schule, behalten sie trotz alledem ihre Bedeutung.

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    Der Kommentar "Benehmen Glückssache" von Oskar Fehrenbach, erschienen in Sonntag aktuell am 5.11.1995, befasst sich mit dem Thema des guten Benehmens. Dabei wird gezeigt, wie sich die Regeln des guten Benehmens verändert haben und welche Bedeutung den Umgangsformen heute zukommt. Die Bedeutung guten Benehmens hat sich gegenüber früher deutlich verändert. Heute darf Höflichkeit nicht mehr einfach erwartet werden. So kann ein Erwachsener z.B. nicht einfach darauf setzen, dass ihm von den jungen Leuten Respekt entgegengebracht wird. Allerdings hängt die Bedeutung guter Manieren auch davon ab, welchen Stellenwert sie in der Erziehung des Einzelnen genießen. Dies ist von Nation zu Nation unterschiedlich, bei anderen allerdings deutlich wichtiger als bei den Deutschen. Gutes Benehmen hat zwei Seiten: Eher negative Aspekte wie Erziehungsdrill und die Schaffung von Distanz untereinander stehen die positiven Aspekte bei Lebensgestaltung und Konfliktbearbeitung gegenüber. Der Verzicht auf gutes Benehmen hat auch die Einstellungen zum Umgang mit der eigenen Garderobe verändert, für die heute geradezu selbstverständlich ein Recht auf Hässlichkeit in Anspruch genommen wird. Wer auf das gute Benehmen bewusst verzichtet, strebt nach einer Gleichheit aller mit allen und insofern muss man den Verfall der guten Manieren, die früher eher Rang- und Standesunterschiede ausgedrückt haben, nicht beklagen. Aber mit ihrer Preisgabe geht auch ein Stück Kultur verloren. Wo aber Wert auf Umgangsformen gelegt wird, sei es in der Familie oder in der Schule, behalten sie trotz alledem ihre Bedeutung.

    Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (* 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover; † 6. Mai 1796 in Bremen) war ein deutscher Schriftsteller und Aufklärer. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schrift Über den Umgang mit Menschen. Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemeinsam haben.

    (aus: Wikipedia.de, 21.10.2015)

    Arbeitsanregungen

    Vergleichen Sie die Inhaltsangabe mit der strukturierten Textwiedergabe und arbeiten Sie die Unterschiede heraus.

  • https://www.tutory.de/w/5f2ebe10

    Strukturierte Textwiedergabe

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    In dem Kommentar "Benehmen Glückssache", der am 5.11.95 in "Sonntag aktuell" erschienen ist, untersucht der Verfasser Oskar Fehrenbach die Frage, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Dabei kommt der Verfasser zu dem Schluss, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und dessen Veränderungen zu Lasten der gesellschaftlichen Kultur gehen. Mit seinem Beitrag wendet sich der Autor an die Leser der Zeitung und damit an die interessierte Öffentlichkeit. Er greift damit in eine sporadisch immer wieder aufkeimende öffentliche Diskussion über Wandel und Stellenwert von Umgangsformen in unserer Gesellschaft ein. (96 Wörter) Im ersten Teil des Textes leitet der Autor seine Ausführungen mit einem Beispiel ein, das Jugendliche gegenüber Erwachsenen respektlos darstellt. Diese thematische Einbettung führt Fehrenbach im folgenden Hauptteil zu der Frage nach Art und Folgen eingetretener Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens in unserer Gesellschaft. Im ersten Sinnabschnitt des Hauptteils befasst sich der Autor mit der grundsätzlichen Bedeutung guten Benehmens in unserer Gesellschaft und zeigt Vor- und Nachteile auf. Gutes Benehmen ist, das steht für Fehrenbach fest, eine Sache der Tradition und Erziehung. Dabei bringt es, so behauptet der Autor, dem einzelnen wie der Gesellschaft drei wichtige Vorteile: Erleichterung des täglichen Lebens, Förderung gegenseitigen Respekts und Lösung von Konflikten. Allerdings gibt Fehrenbach auch zu bedenken, dass gutes Benehmen eben auch Distanz schaffe und Intimität verhindern könne.Im zweiten Sinnabschnitt zeigt Fehrenbach die Folgen auf, die sich seiner Ansicht nach aus der allgemeinen Tendenz zur Preisgabe von Takt und gutem Ton für die Gesellschaft ergeben. Besonders auffällig sei dies im Bereich der Kleidung von deutschen Jugendlichen, die sich zum Teil demonstrativ hässlich kleideten. Dabei, so zeigt er auf, zögen sich insbesondere fremdenfeindliche Jugendliche wie die Skins besonders abstoßend an, um die Abwendung vom guten Benehmen hin zur Gewalt nach außen zu signalisieren.Im dritten Sinnabschnitt geht es dem Autor um die weiteren Bedingungen, unter denen die Entwicklung von Umgangsformen betrachtet werden muss. Für ihn steht fest, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt. Allerdings warnt Fehrenbach auch davor, den Verlust guter Umgangsformen und den dadurch bewirkten Anteil am Werteverfall in der Gesellschaft überzubewerten. Sein Argument dafür: Durch diese Veränderungen würden bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut und die Gleichheit in der Gesellschaft gestärkt. Aber der Preis dafür, daran lässt Fehrenbach auch keinen Zweifel, sei ein Verlust an Kultur. Oskar Fehrenbach kommt zu dem Ergebnis, dass die Familien auch in Zukunft die Weichen dafür stellen, welchen Stellenwert gutes Benehmen in unserer Gesellschaft besitzen soll. (Wörter insgesamt 409)

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    In dem Kommentar "Benehmen Glückssache", der am 5.11.95 in "Sonntag aktuell" erschienen ist, untersucht der Verfasser Oskar Fehrenbach die Frage, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Dabei kommt der Verfasser zu dem Schluss, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und dessen Veränderungen zu Lasten der gesellschaftlichen Kultur gehen. Mit seinem Beitrag wendet sich der Autor an die Leser der Zeitung und damit an die interessierte Öffentlichkeit. Er greift damit in eine sporadisch immer wieder aufkeimende öffentliche Diskussion über Wandel und Stellenwert von Umgangsformen in unserer Gesellschaft ein. (96 Wörter) Im ersten Teil des Textes leitet der Autor seine Ausführungen mit einem Beispiel ein, das Jugendliche gegenüber Erwachsenen respektlos darstellt. Diese thematische Einbettung führt Fehrenbach im folgenden Hauptteil zu der Frage nach Art und Folgen eingetretener Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens in unserer Gesellschaft. Im ersten Sinnabschnitt des Hauptteils befasst sich der Autor mit der grundsätzlichen Bedeutung guten Benehmens in unserer Gesellschaft und zeigt Vor- und Nachteile auf. Gutes Benehmen ist, das steht für Fehrenbach fest, eine Sache der Tradition und Erziehung. Dabei bringt es, so behauptet der Autor, dem einzelnen wie der Gesellschaft drei wichtige Vorteile: Erleichterung des täglichen Lebens, Förderung gegenseitigen Respekts und Lösung von Konflikten. Allerdings gibt Fehrenbach auch zu bedenken, dass gutes Benehmen eben auch Distanz schaffe und Intimität verhindern könne.Im zweiten Sinnabschnitt zeigt Fehrenbach die Folgen auf, die sich seiner Ansicht nach aus der allgemeinen Tendenz zur Preisgabe von Takt und gutem Ton für die Gesellschaft ergeben. Besonders auffällig sei dies im Bereich der Kleidung von deutschen Jugendlichen, die sich zum Teil demonstrativ hässlich kleideten. Dabei, so zeigt er auf, zögen sich insbesondere fremdenfeindliche Jugendliche wie die Skins besonders abstoßend an, um die Abwendung vom guten Benehmen hin zur Gewalt nach außen zu signalisieren.Im dritten Sinnabschnitt geht es dem Autor um die weiteren Bedingungen, unter denen die Entwicklung von Umgangsformen betrachtet werden muss. Für ihn steht fest, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt. Allerdings warnt Fehrenbach auch davor, den Verlust guter Umgangsformen und den dadurch bewirkten Anteil am Werteverfall in der Gesellschaft überzubewerten. Sein Argument dafür: Durch diese Veränderungen würden bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut und die Gleichheit in der Gesellschaft gestärkt. Aber der Preis dafür, daran lässt Fehrenbach auch keinen Zweifel, sei ein Verlust an Kultur. Oskar Fehrenbach kommt zu dem Ergebnis, dass die Familien auch in Zukunft die Weichen dafür stellen, welchen Stellenwert gutes Benehmen in unserer Gesellschaft besitzen soll. (Wörter insgesamt 409)

    Arbeitsanregungen

    1. Vergleichen Sie diese strukturierte Textwiedergabe mit der Inhaltsangabe zum gleichen Text. Arbeiten Sie die Unterschiede heraus.

    2. Untersuchen Sie im vorliegenden Beispiel einer strukturierte Textwiedergabe zu dem Text "Benehmen Glückssache", welche Textpassagen sich mit der Textwiedergabe beschäftigen und welche sich der Beschreibung des Textaufbaus widmen. Beachten Sie dabei auch "Mischformen".

      a. Markieren Sie die entsprechenden Textstellen mit unterschiedlichen Mitteln.

      b. Heben Sie hervor, welches Textsignal für Textwiedergabe, welches für Textbeschreibung jeweils verwendet wird.

      c. Zeigen Sie, wie die Gliederung des Textaufbaus in die strukturierte Textwiedergabe Eingang gefunden hat.

    3. Zeigen Sie, wie die Gliederung des Textaufbaus in die strukturierte Textwiedergabe Eingang gefunden hat.

    4. Vergleichen Sie diese strukturierte Textwiedergabe mit dem Mängelbeispiel. Was wurde hier anders gemacht?

  • https://www.tutory.de/w/5f2ebe10

    Textwiedergabe und Textbeschreibung bei der strukturierten
    Textwiedergabe

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    In dem Kommentar "Benehmen Glückssache", der am 5.11.95 in "Sonntag aktuell" erschienen ist, untersucht der Verfasser Oskar Fehrenbach die Frage, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Dabei kommt der Verfasser zu dem Schluss, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und dessen Veränderungen zu Lasten der gesellschaftlichen Kultur gehen. Mit seinem Beitrag wendet sich der Autor an die Leser der Zeitung und damit an die interessierte Öffentlichkeit. Er greift damit in eine sporadisch immer wieder aufkeimende öffentliche Diskussion über Wandel und Stellenwert von Umgangsformen in unserer Gesellschaft ein. Im ersten Teil des Textes leitet der Autor seine Ausführungen mit einem Beispiel ein, das Jugendliche gegenüber Erwachsenen respektlos darstellt. Diese thematische Einbettung führt Fehrenbach im folgenden Hauptteil zu der Frage nach Art und Folgen eingetretener Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens in unserer Gesellschaft. Im ersten Sinnabschnitt des Hauptteils befasst sich der Autor mit der grundsätzlichen Bedeutung guten Benehmens in unserer Gesellschaft und zeigt Vor- und Nachteile auf. Gutes Benehmen ist, das steht für Fehrenbach fest, eine Sache der Tradition und Erziehung. Dabei bringt es, so behauptet der Autor, dem einzelnen wie der Gesellschaft drei wichtige Vorteile: Erleichterung des täglichen Lebens, Förderung gegenseitigen Respekts und Lösung von Konflikten. Allerdings gibt Fehrenbach auch zu bedenken, dass gutes Benehmen eben auch Distanz schaffe und Intimität verhindern könne.Im zweiten Sinnabschnitt zeigt Fehrenbach die Folgen auf, die sich seiner Ansicht nach aus der allgemeinen Tendenz zur Preisgabe von Takt und gutem Ton für die Gesellschaft ergeben. Besonders auffällig sei dies im Bereich der Kleidung von deutschen Jugendlichen, die sich zum Teil demonstrativ hässlich kleideten. Dabei, so zeigt er auf, zögen sich insbesondere fremdenfeindliche Jugendliche wie die Skins besonders abstoßend an, um die Abwendung vom guten Benehmen hin zur Gewalt nach außen zu signalisieren.Im dritten Sinnabschnitt geht es dem Autor um die weiteren Bedingungen, unter denen die Entwicklung von Umgangsformen betrachtet werden muss. Für ihn steht fest, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt. Allerdings warnt Fehrenbach auch davor, den Verlust guter Umgangsformen und den dadurch bewirkten Anteil am Werteverfall in der Gesellschaft überzubewerten. Sein Argument dafür: Durch diese Veränderungen würden bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut und die Gleichheit in der Gesellschaft gestärkt. Aber der Preis dafür, daran lässt Fehrenbach auch keinen Zweifel, sei ein Verlust an Kultur. Oskar Fehrenbach kommt zu dem Ergebnis, dass die Familien auch in Zukunft die Weichen dafür stellen, welchen Stellenwert gutes Benehmen in unserer Gesellschaft besitzen soll.

    (Wörter insgesamt 409)

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    In dem Kommentar "Benehmen Glückssache", der am 5.11.95 in "Sonntag aktuell" erschienen ist, untersucht der Verfasser Oskar Fehrenbach die Frage, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Dabei kommt der Verfasser zu dem Schluss, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und dessen Veränderungen zu Lasten der gesellschaftlichen Kultur gehen. Mit seinem Beitrag wendet sich der Autor an die Leser der Zeitung und damit an die interessierte Öffentlichkeit. Er greift damit in eine sporadisch immer wieder aufkeimende öffentliche Diskussion über Wandel und Stellenwert von Umgangsformen in unserer Gesellschaft ein. Im ersten Teil des Textes leitet der Autor seine Ausführungen mit einem Beispiel ein, das Jugendliche gegenüber Erwachsenen respektlos darstellt. Diese thematische Einbettung führt Fehrenbach im folgenden Hauptteil zu der Frage nach Art und Folgen eingetretener Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens in unserer Gesellschaft. Im ersten Sinnabschnitt des Hauptteils befasst sich der Autor mit der grundsätzlichen Bedeutung guten Benehmens in unserer Gesellschaft und zeigt Vor- und Nachteile auf. Gutes Benehmen ist, das steht für Fehrenbach fest, eine Sache der Tradition und Erziehung. Dabei bringt es, so behauptet der Autor, dem einzelnen wie der Gesellschaft drei wichtige Vorteile: Erleichterung des täglichen Lebens, Förderung gegenseitigen Respekts und Lösung von Konflikten. Allerdings gibt Fehrenbach auch zu bedenken, dass gutes Benehmen eben auch Distanz schaffe und Intimität verhindern könne.Im zweiten Sinnabschnitt zeigt Fehrenbach die Folgen auf, die sich seiner Ansicht nach aus der allgemeinen Tendenz zur Preisgabe von Takt und gutem Ton für die Gesellschaft ergeben. Besonders auffällig sei dies im Bereich der Kleidung von deutschen Jugendlichen, die sich zum Teil demonstrativ hässlich kleideten. Dabei, so zeigt er auf, zögen sich insbesondere fremdenfeindliche Jugendliche wie die Skins besonders abstoßend an, um die Abwendung vom guten Benehmen hin zur Gewalt nach außen zu signalisieren.Im dritten Sinnabschnitt geht es dem Autor um die weiteren Bedingungen, unter denen die Entwicklung von Umgangsformen betrachtet werden muss. Für ihn steht fest, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt. Allerdings warnt Fehrenbach auch davor, den Verlust guter Umgangsformen und den dadurch bewirkten Anteil am Werteverfall in der Gesellschaft überzubewerten. Sein Argument dafür: Durch diese Veränderungen würden bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut und die Gleichheit in der Gesellschaft gestärkt. Aber der Preis dafür, daran lässt Fehrenbach auch keinen Zweifel, sei ein Verlust an Kultur. Oskar Fehrenbach kommt zu dem Ergebnis, dass die Familien auch in Zukunft die Weichen dafür stellen, welchen Stellenwert gutes Benehmen in unserer Gesellschaft besitzen soll.

    (Wörter insgesamt 409)

    Die Beschreibungsfunktion dominiert bei den durch Unterstreichungen hervorgehobenen Textstellen, in den übrigen dominiert die Textwiedergabe und vereinzelt gehen Textbeschreibung und Textwiedergabe ineinander über.

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    Mängel bei der strukturierten Textwiedergabe erkennen

    Hier passt manches noch nicht

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    In dem Text "Benehmen Glückssache", der in "Sonntag aktuell" erschienen ist, steht, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Aufgrund verschiedener Beispiele und Analysen meint Fehrenbach, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und die Veränderungen im Benehmen auf Kosten der Kultur gehen.Aufgrund eines Beispieles von Jugendlichen, die sich gegenüber Erwachsenen respektlos benehmen, fragt der Autor nach den Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens. Er meint dazu, dass Manieren durch Tradition, Umfeld und Erziehung vorgegeben werden. Da diese Werte in Deutschland weniger gelten, haben ausländische Kinder bessere Manieren.Er schreibt weiter, Gutes Benehmen würde auch Distanz schaffen, würde Intimität verhindern und bringt Undurchschaubarkeit. Zugleich sorge es aber auch für gegenseitigen Respekt, was das Leben erträglich macht.Er äußert außerdem die Ansicht, dass die Art, wie sich Rechtsradikale heutzutage anziehen, die sich möglichst abstoßend kleiden würden, auf die Preisgabe von Takt und gutem Ton zurückgeführt werden muss. Der Verfasser schreibt weiter, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellen würde. Er meint aber auch, dass man den Verlust guter Umgangsformen nicht überbewerten werden soll, weil durch diese Veränderungen bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut werden. Allerdings sagt er auch, der Preis dafür ist ein Verlust an Kultur. Um so verblüffender ist die Tatsache, dass deutsche Kinder selbst Wert auf gutes Benehmen legen und zu antiautoritäre Lehrer und Eltern eher verachtet, denn geschätzt werden. Oskar Fehrenbach meint schlussendlich, dass die entscheidenden Probleme im Schoß der Familie liegen würden.

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    In dem Text "Benehmen Glückssache", der in "Sonntag aktuell" erschienen ist, steht, welchen Stellenwert gutes Benehmen in der heutigen Gesellschaft besitzt. Aufgrund verschiedener Beispiele und Analysen meint Fehrenbach, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellt und die Veränderungen im Benehmen auf Kosten der Kultur gehen.Aufgrund eines Beispieles von Jugendlichen, die sich gegenüber Erwachsenen respektlos benehmen, fragt der Autor nach den Veränderungen, dem Stellenwert und den "Spielregeln" guten Benehmens. Er meint dazu, dass Manieren durch Tradition, Umfeld und Erziehung vorgegeben werden. Da diese Werte in Deutschland weniger gelten, haben ausländische Kinder bessere Manieren.Er schreibt weiter, Gutes Benehmen würde auch Distanz schaffen, würde Intimität verhindern und bringt Undurchschaubarkeit. Zugleich sorge es aber auch für gegenseitigen Respekt, was das Leben erträglich macht.Er äußert außerdem die Ansicht, dass die Art, wie sich Rechtsradikale heutzutage anziehen, die sich möglichst abstoßend kleiden würden, auf die Preisgabe von Takt und gutem Ton zurückgeführt werden muss. Der Verfasser schreibt weiter, dass das Benehmen einen Spiegel der Gesellschaft darstellen würde. Er meint aber auch, dass man den Verlust guter Umgangsformen nicht überbewerten werden soll, weil durch diese Veränderungen bestehende Rang- und Klassenunterschiede abgebaut werden. Allerdings sagt er auch, der Preis dafür ist ein Verlust an Kultur. Um so verblüffender ist die Tatsache, dass deutsche Kinder selbst Wert auf gutes Benehmen legen und zu antiautoritäre Lehrer und Eltern eher verachtet, denn geschätzt werden. Oskar Fehrenbach meint schlussendlich, dass die entscheidenden Probleme im Schoß der Familie liegen würden.

    Arbeitsanregungen

    1. Untersuchen Sie diesen misslungenen Versuch einer strukturierten Textwiedergabe und stellen Sie die Mängel in Aufbau und Gestaltung fest.

    2. Wodurch unterscheidet er sich von einer Inhaltsangabe zum gleichen Text?

    3. Ersetzen Sie die verwendeten Signale für Textwiedergabe ( z. B. er sagt, er meint) durch besser geeignete Ausdrücke aus der Liste der Formulierungen, die bestimmte Gedankengänge beschreiben.

    4. Untersuchen Sie, welche verschiedenen Formen der indirekten Wiedergabe in der vorliegenden strukturierten Textwiedergabe verwendet werden.

    5. Untersuchen Sie, wie der Verfasser den Text von Oskar Fehrenbach wiedergibt.

    6. Unterstreichen Sie dazu die finiten Verbformen, die er in den Textpassagen verwendet, in denen er Text wiedergibt.

    7. Zeigen Sie, welche verschiedenen Formen der indirekten Wiedergabe in der vorliegenden strukturierten Textwiedergabe verwendet werden. Klären Sie dabei den Modus bei der Textwiedergabe im obigen Text. An welchen Stellen kann es zu Unklarheiten darüber kommen, ob das in der strukturierten Textwiedergabe Niedergeschriebene auch wirklich das im Text (primär) Gesagte ist?

    8. Vergleichen Sie dieses misslungene mit dem gelungenen Beispiel einer strukturierten Textwiedergabe zum gleichen Text und arbeiten Sie die Unterschiede heraus.