• Lyrik der Romantik
  • NicaGeese
  • 22.09.2016
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Deutsch
  • 11
  • https://www.tutory.de/w/64289a30

    Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt …

    1Analysieren und interpretieren Sie das Gedicht von Joseph von Eichendorff. Beziehen Sie Ihr Wissen über den Autor und die Epoche der Romantik an geeigneter Stelle ein.
    Untersuchen Sie dazu genau:
    • Form, Aufbau/Gliederung und ihr Zusammenspiel
    • die Lebensentwürfe der beiden Gesellen und die Art, wie sie realisiert werden
    • wie der Autor zu diesen Entwürfen steht
    • welche ALternative in der letzten Strophe durch den Sprecher angedeutet wird.

    Es zogen zwei rüst’ge Gesellen

    Zum erstenmal von Haus,

    So jubelnd recht in die hellen,

    Klingenden, singenden Wellen

    Des vollen Frühlings hinaus.

    Die strebten nach hohen Dingen,

    Die wollten, trotz Lust und Schmerz,

    Was Rechts in der Welt vollbringen,

    Und wem sie vorübergingen,

    Dem lachten Sinnen und Herz. –

    Der erste, der fand ein Liebchen,

    Die Schwieger kauft’ Hof und Haus;

    Der wiegte gar bald ein Bübchen,

    Und sah aus heimlichem Stübchen

    Behaglich ins Feld hinaus.

    Dem zweiten sangen und logen

    Die tausend Stimmen im Grund,

    Verlockend’ Sirenen, und zogen

    Ihn in der buhlenden Wogen

    Farbig klingenden Schlund.

    Und wie er auftaucht’ vom Schlunde,

    Da war er müde und alt,

    Sein Schifflein das lag im Grunde,

    So still war’s rings in die Runde,

    Und über die Wasser weht’s kalt.

    Es singen und klingen die Wellen

    Des Frühlings wohl über mir;

    Und seh ich so kecke Gesellen,

    Die Tränen im Auge mir schwellen –

    Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!

    Die zwei Gesellen (1818)

    Es zogen zwei rüst’ge Gesellen

    Zum erstenmal von Haus,

    So jubelnd recht in die hellen,

    Klingenden, singenden Wellen

    Des vollen Frühlings hinaus.

    Die strebten nach hohen Dingen,

    Die wollten, trotz Lust und Schmerz,

    Was Rechts in der Welt vollbringen,

    Und wem sie vorübergingen,

    Dem lachten Sinnen und Herz. –

    Der erste, der fand ein Liebchen,

    Die Schwieger kauft’ Hof und Haus;

    Der wiegte gar bald ein Bübchen,

    Und sah aus heimlichem Stübchen

    Behaglich ins Feld hinaus.

    Dem zweiten sangen und logen

    Die tausend Stimmen im Grund,

    Verlockend’ Sirenen, und zogen

    Ihn in der buhlenden Wogen

    Farbig klingenden Schlund.

    Und wie er auftaucht’ vom Schlunde,

    Da war er müde und alt,

    Sein Schifflein das lag im Grunde,

    So still war’s rings in die Runde,

    Und über die Wasser weht’s kalt.

    Es singen und klingen die Wellen

    Des Frühlings wohl über mir;

    Und seh ich so kecke Gesellen,

    Die Tränen im Auge mir schwellen –

    Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!

    Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)
    2Interpretieren Sie das folgende Zitat Gustave Flauberts und setzen Sie es in Bezug zur Romantik. Positionieren Sie sich zu der Aussage.
    Gustave Flaubert (1820-1880)

    Wenn man Verse schreibt, darf man nicht träumen, sondern muss Faustschläge austeilen.