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  • Indirekte Rede- und Textwiedergabe - Formen - Hauptsatz/Infinitiv
  • Egle-www.teachsam.de
  • 15.10.2016
  • Allgemeine Hochschulreife, Hauptschulabschluss, Mittlere Reife, Berufsschulabschluss
  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B1, C1
  • https://www.tutory.de/w/6fdf4c90

    Formen der indirekten Rede- und Textwiedergabe

    Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion

    Die Einbettung der Primäräußerung als Infinitivsatz im Rahmen einer Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion kommt häufiger bei schriftlichen als mündlichen Formen der indirekten Wiedergabe vor. Aber bei der indirekten Wiedergabe gzeigen sich auch ihre Grenzen, Möglichkeiten und Risiken.

    Mit der entsprechenden Redeeinleitung ist nämlich schnell die Neutralität dahin und der Text bei der Wiedergabe entstellt.

    Im hier vorliegenden Fall hält sich die Mutter bei ihrer indirekten Wiedergabe sogar noch sehr stark an den Wortlaut der Äußerung der Klassenlehrerin, sicher ist dies allerdings bei einer derartigen Form der indirekten Wiedergabe keineswegs. Sie könnte damit genau so gut - und zwar auch mit anderen Worten - den Sinn der Äußerung bzw. die von ihr angenommenen Intentionen (Absichten) des Sprechaktes der Lehrerin wiedergeben.Die Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion zur indirekten Wiedergabe kommt z. B. bei den folgenden Sprechakten besonders häufig vor:

    • Entschuldigung: Sie entschuldigte sich dafür, den Termin versäumt zu haben.

    • Versprechen: Er verspricht, das nächste Mal besser aufzupassen.

    • Aufforderung: Sie forderte ihn, sich endlich um die Angelegenheit zu kümmern.

    • Ratschlag: Er gab ihr den Rat, das Gerede der Kollegen zu ignorieren.

    • Warnung: Sie warnte ihn davor, sich mit sexistischen Sprüchen bei seinen männlichen Kollegen hervorzutun.

    • Drohung: Er drohte, die Sache vor Gericht zu bringen.

    • Vorschlag: Sie schlug vor, das nächste Mal mit der Bahn zu fahren.

    Probleme und Grenzen

    Solche Signale (Wiedergabeindizes) reichen aber wohl kaum aus, denn sie können zum Teil auch nur auf einen Sachverhalt oder ein Verhalten verweisen und stellen dann natürlich nicht notwendigerweise auch tatsächlich gesagte oder geschriebene Primäräußerungen dar. Aus diesem Grund kann es auch leicht zu Entstellungen kommen, wenn der jeweilige Sprechakt, anders als vom Sprecher gemeint, bezeichnet wird. Wie schnell kann aus einem Wunsch z.B. ein Befehl werden, wenn er so beim Hörer "ankommt"! Mit der Bezeichnung des Sprechaktes kann derjenige, der eine Äußerung wiedergibt, diese ganz eindeutig kommentieren bzw. interpretieren.

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    Nur wenn der Sprechakt selbst vom Sprecher der Primäräußerung selbst explizit ausgesprochen wird, kann man bis zu einem gewissen Grad von einer mehr oder weniger korrekten indirekten Wiedergabe ausgehen. Dies ist bei performativen Äußerungen wie dem des Versprechens der Fall oder wenn der Sprecher dies selbst explizit äußert.

    Beispiele:

    • "Ich warne Sie! Tun Sie sich nicht mit sexistischen Sprüchen bei Ihren männlichen Kollegen hervor!"

    • „Wir versprechen Ihnen, dass die unerfreuliche Angelegenheit zu Ihrer Zufriedenheit erledigt wird.“

    Die Primäräußerung, die dem oben unter Warnung formulierten Beispiel zugrunde liegt, hätte die Sprecherin allerdings auch anders realisieren können, z. B.:

    • "Fangen Sie bloß nicht mit sexistischen Sprüchen an, um bei ihren männlichen Kollegen Eindruck zu schinden!"

    Im Gegensatz zu konjunktivischen Formen der indirekten Wiedergabe steht derjenige, der die Äußerung in einer Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion wiedergibt, damit im Prinzip nicht dafür ein, dass dies auch tatsächlich so gesagt worden ist. Dies gilt in gewisser Hinsicht aber für alle nichtkonjunktivischen Formen der Textwiedergabe, deren Nähe zum Wortlaut der wiedergegebenen Primäräußerung in ähnlicher Weise ge-staltet werden kann.

    Arbeitsanregungen

    1. Geben Sie die nachfolgenden Äußerungen in einer geeigneten Hauptsatz-Infinitiv-Konstruktion indirekt wieder:

    1"Wenn du das noch einmal machst, ist es aus mit uns beiden", sagte sie zu ihm.
    2"Es tut mir leid, dass ich zu spät gekommen bin", meinte er.
    3"Wird nie mehr vorkommen", versprach er.

    2. Erläutern Sie auf der Grundlage der vorstehenden Beispiele die Vor- und Nachteile dieser Form der indrekten Wiedergabe im Vergleich mit der indirekten Rede.