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  • Freie Erörterung - Arbeitsschritt 5 - Niederschrift
  • Egle-www.teachsam.de
  • 15.01.2017
  • Deutsch
  • 9, 10, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Arbeitsschritt 5 bei der freien Erörterung

    Die Niederschrift

    Schreib-strategien

    Wie jemand seine Erörterung niederschreibt, kann individuell sehr verschieden ausfallen. Das hängt von vielen Faktoren ab, nichtzuletzt von individuellen Schreiberfahrungen, erworbener Schreibkompetenz im allgemeinen und beim erörternden Schreiben. sowie der Schreibstrategie, der man gemeinhin folgt.

    Die Bearbeitung der vorangegangen Arbeitsschritte folgt dabei einem Schritt-für Schritt-Schreiben, das ähnlich wie das planenden Schreiben ist, aber sehr klar

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    fokussiert. Es zerlegt den Schreibprozess in eine geordneten Abfolge von Arbeitsschritten, die nacheinander, d. h. schrittweise abgearbeitet werden.Dabei kann, wie Ortner (2000, S.484ff.) ausführt, der Schreibprozess zweischrittig in die Phasen Planung und Ausführung oder mehrschrittig in Stoffsammlung, Stoffordnung, Arbeitsgliederung, Konzepte etc. aufgeteilt sein.

    Vor allem der so genannte Top-Down-Schreiber, der vor dem Schreiben klare Vorstellungen darüber haben will., wie der Text, den er zu schreiben hat, inhaltlich, sprachlich und kommunikativ gestaltet werden muss, kommt mit der hier vorgestellten Abfolge von Arbeitsschritten bis zum am Ende folgenden fünften Arbeitsschritt, der Niederschrift, in der Regel gut zurecht.

    Allerdings kann es leicht dazu kommen, dass sich Schülerinnen und Schüler verzetteln und in einem Gestrüpp von Vorarbeiten hängenbleiben. Dann kommt es häufig auch zu einem mehr oder weniger motivierten Wechsel der Schreibstrategie, wenn einem, wie man sagt, die Zeit davonläuft.

    Solche Wechsel werden häufig als Bruchlinien bei der thematischen Entfaltung ebenso wie bei der Ausformulierung des Textes sichtbar. Man erkennt dann im Allgemeinen, dass z. B der erste Teil Schritt für Schritt geschrieben und der letzte Teil fast aus dem Bauch, oft planend, aber auch ebenso häufig nach der Strategie Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiben abgefasst wurde. Und: Unter Zeitdruck schaffen es auch begabtere Schülerinnen und Schüler kaum, einen solchen Rest ihres Aufsatzes in Form des Aus-dem-Kopf-Niederschreibens abzufassen.

    Teilkonzepte helfen oft weiter

    Soll man ein Konzept schreiben oder nicht? Auch diese Frage lässt sich nicht für alle Schreiberinnen und Schreiber gleich beantworten. Hier kommen nämlich eigentlich wieder alle jene Gesichtspunkte in Betracht, die oben schon erwähnt worden sind. (Schreibkompetenz, ....) Je nach Schreibstrategie haben Konzepte also auch eine unterschiedliche Bedeutung.Ein Teilkonzept kann, wenn es nicht einfach nur eine hingekritzelte Textfassung vor der eigentlichen "Schönschrift" darstellt, durchaus von Nutzen sein und ist sogar für viele anzuraten, wenn man darunter nicht das vollständige erste Abfassen eines Aufsatzes versteht.

    In einem Aufsatz gibt es immer Passagen, in denen es aus inhaltlichen, argumentativen oder sprachlich-stilistischen Gründen "eng" wird. Statt einen Gedanken einfach niederzuschreiben, muss man genau überlegen, was und wie etwas im einzelnen gesagt werden soll. Hier lohnt sich also schon einmal ins Unreine zu formulieren, die inhaltliche Richtigkeit und gedankliche Folgerichtigkeit sowie die korrekte sprachlich-stilistische Gestaltung zu überprüfen, ehe man sie in der Niederschrift verhunzt.

    Ein Teilkonzept kann ganz verschieden ausfallen. In der Regel handelt es sich dabei um eine der nachfolgenden Möglichkeiten:

    • die vollständige Abfassung eines einzelnen Gliederungspunktes

    • eine stichwortartige Argumentationsskizze, die Thesen, Argumente usw. im Modell der einfachen oder erweiterten Argumentation darstellt

    • eine stichwortartige Auflistung bestimmter inhaltlicher Gesichtspunkte (auch Mind Map)

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    1. Die Einleitung

    Die Einleitung hat bei der freien Erörterung/Problemerörterung großes Gewicht. Sie soll die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln und ihn zum Weiterlesen animieren.

    Die Einleitung soll dabei die eigentlichen Argumente oder Gesichtspunkte des Hauptteils inhaltlich nicht vorwegnehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es dabei nicht zu inhaltlichen Überschneidungen kommen kann.

    Das heißt z. B.: Wenn ein Aufsatz mit der Schilderung einer persönlichen Erfahrung oder eines persönlichen Problems zum Thema beginnt, darf man selbstverständlich auch im Hauptteil noch einmal darauf Bezug nehmen. Entscheidend ist bei der Beurteilung dieses Sachverhalt daher vor allem die Funktion der Äußerungen im Ganzen. Während die Äußerungen, die in der Einleitung gemacht werden, zum eigentlichen Problem bzw. zur Themafrage hinführen sollen, dienen sie im Hauptteil als Argumente, Beweise oder Beispiele zur Begründung einer These. Die eigentliche Argumentation zur Themafrage hat allerdings damit in der Einleitung nichts zu suchen.

    So kann man die Erörterung einleiten

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu ihrer inhaltlichen Gestaltung, die wohlüberlegt sein wollen. Von der ausformulierten Einleitung in der Niederschrift ist der Einleitungsgedanke zu unterscheiden, der ebenso wie der Schlussgedanke schon vor dem Abfassen des Aufsatzes Eingang in die Arbeitsgliederung finden soll. Nur dann kann die Arbeitsgliederung ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen.

    Folgende Möglichkeiten bieten sich für die Einleitung an:

    • eine persönliche Erfahrung oder ein persönliches Erlebnis

    • ein aktuelles Ereignis

    • eine allgemeine Tatsache oder allgemeine Feststellung

    • ein historischer Rückblick oder die Beschreibung einer historischen Entwicklung (gestern - heute)

    • statistisches Zahlenmaterial

    • eine Information aus Presse, Rundfunk oder Fernsehen

    • ein Vergleich mit Ähnlichem oder mit Gegensätzlichem

    • ein Zitat, Sprichwort, eine Redensart, ein Motto oder ein Aufruf

    • eine Begriffsklärung oder Definition, begriffliche Präzisierung des Themas

    Hinführen zum Thena - das heißt, ...

    • dass der Leser auf das Folgende eingestimmt wird,

    • dass dazu Hintergrundinformationen und Daten erwähnt werden, die das Problem in seinen allgemeinen Kontext einordnen,

    • dass die bei der Erschließung des Themas gewonnene Themafrage entwickelt wird.

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    Einleitungsgedanke und Einleitung

    Die Einleitung soll zum Thema hinführen, sagt man. Was man darunter zu verstehen hat, bereitet schon mal Kopfzerbrechen, da die Meinungen darüber etwas auseinander gehen.

    So heißt es einmal, die Einleitung solle "ohne Umschweife" zum Thema hinführen. Damit ist gemeint, man soll nicht so viele Worte am Anfang machen und sich stattdessen auf das Eigentliche, den Hauptteil, konzentrieren. Dies führt in der Praxis manchmal dazu, dass lediglich ein einzelner Satz als Einleitung formuliert, weil so gefordert wird. Natürlich hängt die Länge der Einleitung davon ab, wie lange der Rest der Problemerörterung ausfällt. Grundsätzlich ist allerdings von einer solchen Ein-Satz-Einleitung abzuraten. In solcher Kürze ist wohl ein geraffter Einleitungsgedanke, aber keine Entfaltung eines Gedankens möglich.

    An Einleitung zum folgenden Beispielthema lässt sich dieser Sachverhalt verdeutlichen. Der Einleitungsgedanke und die ausformulierte Einleitung, die inhaltlich auf ein aktuelles Ereignis verweisen könnten dazu wie folgt lauten:

    Einleitung und Themafrage

    :....Die Einleitung endet gewöhnlich mit der Themafrage oder den Themafragen, mit denen das Thema mit seiner Themenstellung erschlossen und präzisiert worden ist. Die Themafrage ist gewissermaßen das Scharnier, das Einleitung und Hauptteil miteinander verbindet und leitet von der Einleitung zum Hauptteil über.

    In der Arbeitsgliederung steht sie zu Beginn des Hauptteils, nach dem Muster:

    A. Einleitungsgedanke

    B. Hauptteil

    Themafrage(n)

    I. Übergeordneter Gesichtspunkt

    II. ....

    C. Schluss

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    Beispieleinleitungen zum Thema

    In zahlreichen Ländern der Welt gehen Schülerinnen und Schüler in Schuluniformen zur Schule. Was spricht für, was gegen die Einführung von Schuluniformen in Deutschland?

    Beispiel 1

    Wer in Deutschland nach Menschen sucht, die sich in eine Uniform kleiden wollen oder müssen, wird nicht so leicht fündig. Uniformen gehören, sieht man von den Polizeiuniformen ab, kaum zum Straßenbild. Und führe nicht ab und zu ein knallrotes Feuer-wehrauto mit Blaulicht an einem vorbei, in dem ein behelmter Feuerwehrmann in Uniform seinen Wagen durchs Straßengewühl steuert, bekäme man wohl nur noch in Ausnahmefällen Uniformierte zu Gesicht.

    Beispiel 2

    Uniformen haben in Deutschland seit der Zeit des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur in der DDR nicht gerade einen guten Ruf.

    Beispiel 3

    In der französischen Sprache bedeutet uniforme etwa "einförmig, gleichförmig, einheitlich". Im Deutschen kennen wir den Ausdruck "in Uniformen stecken". Gut zu wissen, wenn man über das Thema Schuluniformen zu sprechen kommt.

    Arbeitsanregungen

    1. Welche Möglichkeiten zur Einleitung wurden in den obigen Beispielen genutzt? - Welche sagt Ihnen am ehesten zu?

    2. Formulieren Sie zwei weitere Varianten für eine Einleitung zu diesem Erörterungsthema.

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    Beispieleinleitungen zum Thema

    Immer mehr Frauen und Männer lassen sich auf dem Operationstisch verschönern, darunter auch zahlreiche junge Leute. Welche Gründe gibt es für diese Entwicklung? Wie stehen Sie dazu?

    1. Aus Jugendschutzgründen sind Unterhaltungssendungen im Fernsehen, in denen Schönheitsoperationen regelrecht angeregt oder solche begleitet werden, weitgehend verschwunden, seitdem sie nicht mehr vor 23 Uhr gezeigt werden dürfen. Allerdings ist das Thema damit nicht vom Tisch. In den unterschiedlichsten und allseits beliebten Vorher-Nachher-Shows wird heute nämlich einem Millionenpublikum präsentiert, dass man, um glücklich und erfolgreich zu sein, einen perfekten und möglichst makellosen Körper braucht. So braucht "Germany's next Topmodel" auch keine Kandidatinnen, die nicht gertenschlank daherflanieren können. So wundert es nicht, dass Schönheitsoperationen heute vor allem für Frauen, aber inzwischen auch für Männer, ein Mittel geworden sind, der Natur und damit ihrem vermeintlichen Glück auf die Sprünge zu helfen. Mit zunehmender Tendenz. Es lohnt sich daher, einen genaueren Blick auf die individuellen und gesellschaftlichen Ursachen zu werfen, um diesen Trend zu verstehen. Zugleich muss er aber auch kritisch hinterfragt werden.

    2. Ohne Widerspruch kann man behaupten, dass die optische Schönheit in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert hat. Dieses oberflächliche Denken ist leicht belegbar durch die steigende Anzahl der Schönheitsoperationen. In Ländern wie Amerika ist eine Fettabsaugung oder eine Brustvergrößerung völlig normal. Und die Patienten, vor allem Patientinnen werden immer jünger, was kann jedoch der Anlass für immer jüngere Menschen sein, sich freiwillig unters Messer zu legen?

    3. Ob Promis wie Gwen Stefani, Courteney Cox, Uma Thurman, Cher, Mickey Rourkey oder Michael Jackson oder "normale Bürger, viele Menschen verfallen dem Trend des Schönheitswahns. Aus welchen Gründen legen sich immer mehr Menschen unters Messer?

    4. Schon zu allen Zeiten, in allen Kulturen haben Menschen mit allerlei Hilfsmitteln versucht, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Sogar manche Naturvölker haben nichts unversucht gelassen, um ihre Ohren und Hälse länger, die Lippen größer und ihre Haut dekorativer zu gestalten. Und in den "zivilisierten" Staaten hat man Frauen so lange in Mieder eingeschnürt, bis sie eine "Wespentaille" hatten oder die Füße so eingeschnürt, dass sie in die "Schühchen" passten, mit denen z. B. japanische Frauen angeblich so wunderbar herumtrippeln konnten. Von den High Heels unserer Zeit einmal ganz abgesehen. Und die Männer: Da wird schon bei den Naturvölkern mit Penisverlängerungen experimentiert ... Alle derartigen Schönheitsmanipulationen scheinen nicht weit weg von denen, die heute die moderne Medizin mit ihrer Schönheitschirurgie anbietet. Was sind aber die Gründe dafür, dass heutzutage immer mehr Frauen und Männer in Schönheitsoperationen ihrer Glück suchen? Was spricht eigentlich dafür und was dagegen?

    5. Jeder Mensch ist, wie er ist: einzigartig und unverwechselbar. Der eine entspricht mehr, die andere weniger dem Bild, das man sich selbst, andere, bestimmte Schichten oder Interessengruppen oder auch eine Gesellschaft als Ganzes von einem schönen Menschen macht. Aber immer mehr Menschen, Frauen und inzwischen auch Männer, wollen anders sein, als sie von Natur gemacht sind. Sie lassen von Chirurgen Hand an sich legen, lassen sich z. B. ihre Brüste auf die Standarmaße der Implantate skalieren oder reduzieren mit einem Haufen Geld die Anzahl der Falten auf ein angeblich verträgliches Normalmaß. Welche Gründe haben Menschen, dass sich eine immer größere Anzahl Schönheitsoperationen unterzieht? Ist dabei eigentlich alles vertretbar, was sich chirurgisch machen lässt?

    Arbeitsanregungen

    Untersuchen Sie die vorstehenden Beispiele für Einleitungen zum Thema.

    • Welche der Einleitungen ist Ihrer Ansicht am besten gelungen? Was sehen Sie kritisch?

    • Wie gehen die Einleitungen mit der Themafrage um?

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    2. Der Hauptteil

    Der Hauptteil ist der wichtigste Teil der Problemerörterung. Daher kommt ihm bei der Niederschrift - seiner Gestaltung in Aufbau, Argumentation und sprachlicher Ausführung - besondere Bedeutung zu.

    Im Hauptteil findet die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Thema bzw. der Themafrage statt. Aus diesem Grunde ist er auch vom Umfang her gesehen der längste der drei Teile Einleitung, Hauptteil und Schluss. Der Hauptteil muss in der Arbeitsgliederung gut strukturiert werden.

    Auf der Grundlage einer bestimmten Form der Arbeitsgliederung (Buchstaben-Ziffern-System, Dezimalklassifikationssystem) werden in diesem Teil der Problemerörterung die Gedanken zum Thema entfaltet.

    Dabei können Sachverhalte oder Zusammenhänge

    • beschrieben

    • erklärt oder

    • kritisch beurteilt werden.

    Welche dieser drei Arten der Beschäftigung mit dem Thema dabei zum Zuge kommt, hängt zum einen vom Erörterungstyp (linear, dialektisch, literarisch, kommentierender Leserbrief ... ) und zum anderen von sachlogischen Aspekten des Themas selbst ab.

    Die Niederschrift des Hauptteils folgt beim Schritt-für-Schritt-Schreiben, das diesem Modell der Arbeitsschritte zugrunde liegt, in der bei der Arbeitsgliederung festgelegten Reihenfolge der Gliederungspunkte (linear-logische Reihenfolge, Das Wichtigste zuerst: steigernder Aufbau, Das Wichtigste zuletzt).

    Selbstverständlich kann man bei der Niederschrift auch davon abweichen, wenn dies aus irgendeinem vernünftigen Grund nötig sein sollte. Schließlich ist die Arbeitsgliederung ja nicht mehr als ein geordneter Fahrplan für die Niederschrift. Allerdings sollte dies nur in Ausnahmefällen geschehen. Denn der Gedankengang der Problemerörterung sollte beim Schritt-fürSchritt-Schreiben nicht erst beim Abfassen des Aufsatzes "aus der Feder fließen", sondern vorher feststehen. Das ist schließlich auch einer der Gründe, weshalb die Durchführung der vorangestellten Arbeitschritte (Betrachtung und Erschließung des Themas, Stoffsammlung, Stoffordnung, Arbeitsgliederung) so nötig ist. Zugleich wird damit aufgezeigt, wie eine Problemerörterung zu erarbeiten ist.

    Besonders wichtig für die Gestaltung des Hauptteils sind auch Absatzgliederung und Überleitungen. Sie stehen im Dienste der gleichen Sache: Sie sollen dem Verfasser des Aufsatzes klarmachen, welchen Gesichtspunkt bzw. Gliederungspunkt er gerade abhandelt und dem Leser helfen die Übersicht über das Ganze zu bewahren.

    Absätze gliedern den Hauptteil äußerlich

    Absätze sind wichtige Gestaltungselemente bei der Niederschrift der Problemerörterung. Einen neuen Absatz setzt man dadurch, dass man die Niederschrift in einer bestimmten Zeile abbricht und den Text auf einer neuen Zeile fortführt (= einfacher Absatz). Will man aus bestimmten Gründen eine visuell noch deutlichere Absatzgliederung vornehmen, dann kann am dazu noch eine Leerzeile einfügen (= erweiterter Absatz)

    Absätze

    • erhöhen die Übersichtlichkeit der Niederschrift

    • setzen die Gliederungspunkte der Arbeitsgliederung in Textlayout um

    • werden nach meist nach jedem Gliederungspunkt eingefügt

    Unter kommunikationspsychologischem Aspekt erhöhen Absätze die Verständlichkeit des Textes, weil sie Gliederung und Ordnung in den Text bringen. Sie erleichtern die Orientierung beim Lesen und erleichtern dem Leser, die Übergänge von einem Gliederungspunkt zum anderen nachzuvollziehen. Die nötigen Überleitungen von einem Gliederungspunkt zum anderen stehen dabei im Allgemeinen am Beginn des neuen Absatzes.

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    Die Absatzgliederung des Aufsatzes orientiert sich also immer an der Arbeitsgliederung. Dabei kann der Zwischenraum, der zwischen dem vorangehenden und nachfolgenden Absatz gelassen wird, zusätzlich zur Gestaltung eingesetzt werden.

    Aber, nicht jeder einzelne untergeordnete Gesichtspunkt eignet sich für einen eigenen Absatz, denn wenn es zu viele werden, geht unter Umständen die angestrebte Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Niederschrift wieder verloren.

    Auch Absätze können einen unterschiedlichen Abstand haben

    • Zwischen Einleitung, Hauptteil und Schluss kann z.B. nach dem Absatz noch eine Leerzeile eingefügt werden, um die Dreigliederung des Aufsatzes nach herkömmlichem Muster zu verdeutlichen. (erweiterter Absatz)

    • Zwischen einzelnen Gliederungspunkten im Hauptteil setzt man im Allgemeinen einen einfachen Absatz.

    • Wird aus irgendeinem Grund eine listenartige Aufzählung verwendet. sollte man sie - wenn möglich - so einfügen, dass das Aufzählungszeichen, z.B. der so genannte Spiegelstrich, untereinander steht und der dazugehörige Text - wie im laufenden Text demonstriert (!) - eingerückt wird.

    Ein Aufsatz wird nicht im Fließtextformat verfasst

    Wird ein Text ohne eine gliedernde Absatzgestaltung als reiner Fließtext geschrieben, kann das aus gestalterischen Gründen auch Absicht sein. In einem solchen Fall geht sie Hand in Hand mit anderen Elementen der ästhetischen Gestaltung eines Textes wie Typographie und Layout . Bei der Problemerörterung gelten derartige Überlegungen jedoch nicht. Hier wird in einem solchen Fall davon auszugehen sein, dass der Verfasser beim Schreiben die Übersicht über seinen Text im Prozess der Niederschrift verloren hat. Zudem ist es ein klares Indiz dafür, dass der Arbeitsschritt Arbeitsgliederung nicht besonders sorgfältig erledigt worden ist.

    Überleitungen verbinden

    Bei der Niederschrift der freien Erörterung/Problemerörterung werden die in der Arbeitsgliederung noch klar voneinander abgetrennten Gliederungspunkte ausgearbeitet und in eine zusammenhängende Textform gebracht. Damit dieser Textzusammenhang entsteht, müssen die Sätze und Gedanken so in Verbindung zueinander gebracht werden, dass Inhalt und Aussagen verständlich sind. Dies kann durch verschiedene Möglichkeiten erreicht werden. Bei der freien Erörterung spricht man dabei kurz von Überleitungen.

    Überleitungen

    • verbinden bei der Niederschrift verschiedene Gliederungspunkte miteinander.

    • stehen meistens am Beginn eines neuen Absatzes (vgl. Absatzgliederung).

    • können inhaltlich und sprachlich auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet werden (z.B. ein Wort, ein Satzteil oder ein ganzer Satz)

    Von der Einleitung zum Hauptteil

    Die Überleitung zwischen der Einleitung und dem Hauptteil der Problemerörterung kann sprachlich-stilistisch wie alle anderen Überleitungen auch in vielfältiger Weise gestaltet werden. Hinzu kommt jedoch die besondere Funktion dieser Überleitung. Wenn die Einleitung zum inhaltlich zum Thema hinführen soll, dann ist stellt die Überleitung zwischen Einleitung und Hauptteil quasi die Schnittstelle dar, der beides auch inhaltlich verbinden kann (Kohärenz). Die Einleitung mündet an dieser Schnittstelle im Idealfalle in die Themafrage(n).

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    Formulierungshilfen für Überleitungen

    Da Überleitungen bei der Niederschrift der freien Erörterung/Problemerörterung ganz verschieden ausfallen können und im Prinzip kaum eingrenzbar oder gar eindeutig definierbar sind, können hier nur Anregungen gegeben werden. Darüber hinaus passen manche Überleitungen nur an bestimmten Stellen der Niederschrift, z.B. am Anfang oder am Ende der Erörterung.

    Überleitungen können u. a.

    • einen gerade zuvor abgehandelten Gliederungspunkt noch einmal knapp zusammengefasst wiederholen und im Anschluss daran den neuen Gliederungspunkt nennen

    • ohne Erwähnung des zuvor abgehandelten Gliederungspunktes nur auf den nachfolgenden neuen verweisen

    • zwei oder mehrere Gliederungspunkte miteinander vergleichen und damit Bedeutung und Stellenwert des nachfolgenden Gesichtspunktes hervorheben

    • ...

    "Dingsda"-Stil

    Um Gliederung und Ordnung im Dienste der bestmöglichen Verständlichkeit des Textes zu erreichen, kommen bei der Problemerörterung vor allem Verknüpfungen zum Zuge, die explizit ausdrücken, welche gedankliche Verbindung zwischen den einzelnen Gesichtspunkten besteht (explizite Textverknüpfung). Diese Verknüpfungen sind auch ein wirksames Mittel, um die z. T. etwas wirre, unübersichtliche oder bloß assoziative Reihung von Gesichtspunkten zu vermeiden (»Dingsda«-Stil)

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    Argumentation im Hauptteil

    Die Ausarbeitung des Hauptteils, seiner Gliederungspunkte muss sprachlich korrekt, stilistisch angemessen und verständlich erfolgen.

    Dies gilt für alle Punkte, egal, ob sie

    • etwas beschreiben

    • etwas erklären

    • einen kritischen Standpunkt einnehmen

    Werden Argumente zu einer These vorgebracht, könnte die Argumentation dem neben-stehenden Modell der erwei-terten Argumentation folgen oder auch auf der Grundlage des Argumentationsmodells von Toulmin geführt werden.

    Die Bedeutung von Beispielen

    Beispiele sind äußerst wichtige Teile der Argumentation im Hauptteil der freien Erörterung. In einer erweiterten Argumentation stützen und veranschaulichen sie das Argument. Die argumentative Themenentfaltung, wie sie bei der Niederschrift der Erörterung verlangt wird, kommt, wenn die Argumentation überzeugen soll, im Allgemeinen nicht ohne Beispiele aus. Beispiele können unter kommunikationspsychologischem Aspekt durch ihre zusätzliche Stimulanz damit auch zur besseren Verständlichkeit der Ausführungen beitragen.

    Die Beispiele werden in der Regel in der Arbeitsgliederung nicht oder bestenfalls ganz knapp vermerkt. Daher werden sie meistens erst bei der Niederschrift eingefügt. Gerade deshalb bereiten Sie aber mitunter mehr Probleme als man denkt.

    Schwierigkeiten entstehen u.a.:

    • wenn es nicht gelingt, das Beispiel sprachlich und stilistisch korrekt einzufügen,

    • wenn der inhaltliche Bezug des Beispiels zum Argument, das es verdeutlichen soll, nicht stimmt

    • wenn die Beispiele "an den Haaren herbeigezogen" werden.

    Viele Beispiele machen noch keine überzeugende Argumentation.

    Die Anzahl der Beispiele ist prinzipiell dafür zwar nicht unerheblich, aber in vielen Fällen überhaupt nicht entscheidend. Natürlich gibt es Behauptungen, die davon leben, dass man eine ganze Reihe von Beispielen kennt, um damit zu zeigen, welche Verbreitung ein bestimmter Sachverhalt hat. Aber im Allgemeinen ist wichtiger, dass man ein treffendes, besonders exemplarisches Beispiel findet, das bestenfalls stellvertretend für andere, gedanklich von ihm eingeschlossene Beispiele stehen kann.

    Beispiele

    • verbessern die Überzeugungskraft einer Argumentation

    • veranschaulichen ein Argument bzw. einen Gliederungspunkt

    • sollen exemplarischen Charakter haben

    • stehen in einem engen inhaltlichen Bezug zum Argument, das sie stützen sollen

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    3. Der Schluss

    Der Schluss soll, als eigenständiger Teil gestaltet, die Erörterung beenden. Er besitzt ein eigenes Gewicht und darf bei der Niederschrift nicht als formales Anhängsel an den Hauptteil angehen werden.

    Wenn der Schluss formuliert wird, ist die Auseinandersetzung mit einzelnen Gesichtspunkten der Problematik abgeschlossen. Im Schlussteil werden daher keine neuen Argumente formuliert.

    Auch wenn dies z. T. etwas unterschiedlich gesehen wird, so gilt allgemein:

    Der Schluss soll die Erörterung abrunden und die Ergebnisse der Auseinandersetzung mit dem Thema zusammenfassen.

    Mit dem Schluss werden also die zuvor gemachten Äußerungen zu einem sinnvollen, vielleicht auch nur vorläufigen, Ende gebracht.

    Die eigenen Ausführungen noch einmal überblicken

    Um den Aufsatz sinnvoll abrunden zu können, muss man zunächst seine eigenen Ausführungen zum Thema noch einmal überblicken.

    Verlangt ist also ein Vorgehen, das den eigenen Gedankengang noch einmal betrachtet und reflektiert. Diese Reflexion mündet in die Zusammenfassung der Ergebnisse bzw. des Hauptergebnisses der Erörterung.

    Selbstverständlich stellt der Schluss auch keine bloße Wiederholung dessen dar, was schon im Hauptteil dargestellt worden ist, auch wenn der Rückgriff auf bereits Gesagtes durchaus nötig und gewünscht ist.

    Statt bloßer Wiederholung liegt der Akzent bei diesem Rückgriff auf der abschließenden Bewertung und Beurteilung einzelner Gesichtspunkte im Rahmen des Ganzen und damit ihrer Gewichtung. Zugleich werden die Ergebnisse in den weiteren Problemhorizont gestellt.

    So kann man den Schluss gestalten

    Grundsätzlich hängt der Inhalt des Schlusses natürlich davon ab, was zuvor in Einleitung und Hauptteil der Problemerörterung ausgeführt worden ist.

    Allerdings sollte man beachten, dass

    • bloße inhaltliche Wiederholungen aus dem Hauptteil meist wenig taugen und

    • die Behandlung neuer Gesichtspunkte, die eigentlich zum Hauptteil gehören, nicht zur Schlussgestaltung herangezogen werden sollten.

    Bei der Niederschrift kann es leicht passieren, dass man am Ende in Zeitnöte gerät. Dies geht dann meistens auf Kosten eines vernünftigen Schlusses. Daher muss der eigentliche Schlussgedanke schon bei der Erstellung der Arbeitsgliederung feststehen und in diese eingefügt werden.

    Wenn die Zeit also knapp wird, kann man entweder noch wenigstens darauf zurückgreifen oder aber mit dessen Hilfe abschätzen, wie viel Zeit man noch zur Niederschrift eines ausgestalteten Schlussgedankens benötigt.

    In jedem Fall hilft es, reine Schlussfloskel wie: "Zusammenfassend ist zu sagen, dass jeder selbst entscheiden muss, was für ihn richtig ist." zu vermeiden.

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    Das sollte man bei der Schlussgestaltung bedenken