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    Formen der Textwiedergabe

    Konspekt

    Der Konspekt stellt eine Form der Textwiedergabe dar, die vor allem beim wissenschaftlichen Arbeiten vorausgesetzt wird. Bei der Erfassung von Texten kann der Konspekt soll wichtige Aussagen (Textstellen) dem späteren Schreiben über einen Text schnell verfügbar machen und damit die kritische Auseinandersetzung mit einem Text bzw. den Gedankengängen seines Autors ermöglichen.

    Form

    Im sog.Konspektkopf wird vermerkt

    • Autor, Titel, ggf. Textart des konspektierten Textes

    • Erscheinungsort und Erscheinungsjahr, ggf. der Verlag, bzw. der Jahrgang (bei Zeitschriften) und das Heft (falls die Seitenzählung nicht durchgehend ist)

    • Signatur des Textes (Standort in der Bibliothek)

    • Verfasser des Konspekts

    • Zeitpunkt der Abfassung des Konspekts

    Zieht sich der Konspekt über mehrere Seiten hin, so empfiehlt sich eine Kurzfassung des Konspektkopfes (Autor, Titel) auf jeder Seite fortzuschreiben und die Seiten am oberen rechten Seitenrand durchzunummerieren. Am Ende wird hinter die laufende Nummer die Anzahl der Seiten, die das Gesamtkonspekt umfasst notiert (z. B. 5/8, was so viel bedeutet wie Seite 5 von insgesamt 8 Seiten).

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    Merkmale eines Konspekts

    Der Begriff

    Der Begriff Konspekt stammt aus dem Lateinischen. Conspectus bedeutet darin: Blick, Anblick, Betrachtung, schriftliche Übersicht. Im deutschen Sprachgebrauch versteht man unter dem Begriff Konspekt im Allgemeinen die Zusammenstellung der inhaltlichen Schwerpunkte eines Textes oder Buches. Das Verb konspektieren bedeutet folglich einen Konspekt anfertigen.

    Die Textwiedergabe durch den Konspekt erfolgt als ein allgemeiner Inhaltsauszug, der das Thema, die Fragestellung, den Verlauf des Gedankenganges und zentrale Aussa-gen knapp und übersichtlich zusammenfasst. Konspekte werden vor allem von wis-senschaftlichen Darstellungen angefertigt. Der allgemeine Inhaltsauszug des Konspekts wird häufig dem speziellen Inhaltsauszug eines Exzerpts gegenübergestellt. In der Praxis verlaufen die Trennlinien zwischen diesen beiden Formen der Textwiedergabe allerdings ziemlich ungenau.

    Zu den wichtigsten Merkmalen des Konspekts zählen:

    • übersichtliche, gegliederte Form, die sich auch nicht-verbaler Mittel bedienen kann (z. B. Pfeile, Markierungen, Hervorhebungen)

    • Gliederung nach der Vorlage (z. B. Kapitelüberschriften etc.), ansonsten Gliede-rung nach Sinnabschnitten selbst erstellen

    • möglichst knappe Wiedergabe des gesamten Inhalts bzw. Gedankenganges in eigenen Worten (auch in Stichworten möglich)

    • Informationsschwerpunkt: das in einem Text enthaltene Neue, Besondere

    • kurze wörtliche Übernahmen (z. B. von Definitionen, Fachbegriffen, Kernstellen oder Wertungen)

    • Verweise stellenweise oder kapitelweise (Quellenangaben, bei Zitaten unverzichtbar)

    Freies Konspektieren

    Das so genannte freie Konspektieren, also die Anforderung, den Text - von Kernstellen und Definitionen einmal abgesehen - mit eigenen Worten wiederzugeben, erleichtert zugleich die Erfassung des Textes, die Verständigung darüber und den Vergleich mit anderen Darstellungen zum gleichen Thema.

    Der Parallelkonspekt

    Neben der vom Ausgangstext getrennten Form des Konspekts, der auf einem separa-ten Blatt abgefasst wird, gibt es daneben noch das so genannte Parallel-Konspekt. Bei dieser Form des Konspektierens wird der Ausgangstext mit Randbemerkungen versehen, die direkt neben - parallel zu - Aussagen des Ausgangstextes stehen. Dabei gelten im Übrigen die gleichen Regeln wie beim normalen Konspekt. Hinzu kommen folgende Vorteile:

    • Die Textwiedergabe des Konspekts wird dabei durch Markierungen und Hervor-hebungen unterstützt, die beim intensiven Lesen des Ausgangstextes ange-bracht worden sind.

    • Bei der Abfassung anderer Formen der Textwiedergabe (z. B. der strukturierten Textwiedergabe) oder der kritischen Auseinandersetzung mit einem Text in Form von Texterörterung oder Textanalyse sind damit wichtige Vorarbeiten er-ledigt.

    • Liegt ein Text in digitalisierter Form vor, lässt er sich ohne Weiteres über die Einstellungen des Seitenrandes oder durch Einrichtung von Spalten oder Tabel-len so darstellen, dass der nötige Platz für ein Parallelkonspekt geschaffen wird. Allerdings muss man dabei auf die veränderte Zeilenschaltung und den anderen Seitenumbruch achten, wenn Verweise angebracht werden, die sich auf eine bestimmte Druckfassung des Originaltextes beziehen müssen.

    Probleme

    • Paraphrasierungen oder sinngemäßes Zitieren des Textes heben sich nicht klar von wörtlichen Zitaten ab.

    • Ergänzungen und/oder kommentierende Erläuterungen sind als solche nicht klar erkennbar.