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  • Argumentieren - Stoßrichtung der Gegenargumentation
  • Egle-www.teachsam.de
  • 28.11.2016
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/8c683090

    Dagegen argumentieren

    Ansatzpunkte einer Gegenargumentation

    Die Stoßrichtung erkennen

    Der Begriff Gegenargumentation kann zweierlei bedeuten.

    • Es kann damit jeder beliebige Beitrag zu einer argumentativen Auseinandersetzung über ein bestimmtes Thema gemeint sein, der von der jeweiligen Gegenseite vorgebracht wird.

    • Enger gefasst kann man unter einer Gegenargumentation aber auch eine umfassend oder teilweise gegensätzliche Argumentation verstehen, die mehr oder weniger direkt Bezug zu einer anderen Argumentation und ihren Gliedern steht.

    Fasst man den Begriff der Gegenargumentation im engeren Sinne auf, lässt sich der Bezug, man könnte dies auch die Stoßrichtung der Gegenargumentation nennen, unter dem Blickwinkel des allgemeinen Argumentationsschemas der erweiterten Argumentation betrachten und analysieren.

    Arbeitsanregungen

    Im Rahmen einer Gegenargumentation kann Verschiedenes bestritten werden.

    1. Beschreiben und erläutern Sie den Grad der Strittigkeit einer Argumentation, die sich gegen jeweils eines der Glieder einer vorangegangenen Argumentation richtet.

    2. Wie groß schätzen Sie die Chancen ein, dass die Gegensätze in einem Kompromiss gelöst werden können?

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    Grundsätzlich ganz anderer Meinung sein

    In eine andere Richtung argumentieren

    Wird die in der vorangehenden Argumentation aufgestellte These bestritten, indem man eine direkte Gegenthese, auch Antithese genannt, aufstellt, dann beschreitet man den Weg einer anti-thetischen (Gegen-) Argumentation.Dabei werden – je nach Bedarf – alle anderen Elemente der erweiterten Argumentation (Argu-ment, Beleg/Beweis, Beispiel, ggf. Schlussfolgerung) für diese Art der Gegenargumentation ausge-führt. Mit der antithetischen (Gegen-)Argumentation bestreitet man also eine zuvor (von der Gegensei-te) aufgestellte Behauptung einschließlich ihrer untergeordneten Glieder grundsätzlich und ver-sagt ihre jegliche Zustimmung.

    Beispiel:

    • Die Klimaerwärmung ist hauptsächlich von den Menschen verursacht.

    • Die Klimaerwärmung ist hauptsächlich auf natürliche Klimaschwankungen zurückzuführen.

    Die Argumentation, die zu jeder der beiden in einem antithetischen Verhältnis zueinander stehenden Behauptungen geführt wird, muss inhaltlich nicht auf die von der Gegenseite vorgebrachte Argumentation eingehen, um ihren antithetischen Charakter herauszustreichen.

    Der argumentative Bezug von Argumentation und Gegenargumentation muss also nicht unbedingt explizit ausgedrückt werden.Wer die Argumentation seines Gegenübers widerlegen will, kann also mit seiner eigenständigen (Gegen-)Argumentation im Grundsätzlichen ganz anders und in eine andere Richtung argumentieren. Dabei geht man davon aus, dass die eigene (Gegen-)Argumentation schlichtweg überzeugender ist.

    Geltungsansprüche in Frage stellen und ggf. wiederlegen

    Die Relevanz und Schlüssigkeit vorgebrachter Argumente bestreiten

    Nicht immer zielt die Gegenargumentation in eine ganz andere Richtung. Meistens soll lediglich die Argumentation des anderen kritisiert, erschüttert oder widerlegt werden.

    Dann geht es darum, die "Schwachstellen" einer Argumentation "anzugreifen". Die Stoßrichtung einer solchen Gegenargumentation richtet sich - mehr oder weniger gezielt - auf die Argumente, Beweise und Belege, die Beispiele oder die aus der Argumentation gezogene Schlussfolgerung der kritisierten Argumentation (s. Schaubild)

    Wird die Gegenargumentation so geführt, wird damit der Geltungsanspruch der Ausgangsthese und die Schlüssigkeit der Argumentation in Frage gestellt. In der Regel soll die Gesamtargumentation erschüttert werden, wenn die Relevanz und Gültigkeit von Gliedern der Argumentation bestritten wird. Allerdings muss dies nicht zwingend so sein. Denn: Wenn jemand ein fragwürdiges Beispiel zur Stützung seiner Argumentation heranzieht, ist die sonstige Argumentation schließlich nicht hinfällig.

    Wem es aber zum Beispiel gelingt, die Untauglichkeit oder Unwahrheit eines herangezogenen Beispiels aufzuzeigen, der kann aber unter Umständen die Akzeptanz der gegnerischen Argumentation deutlich herabsetzen.

    Kritische Fragen sind, wenn sie nicht als Technik des unfairen Argumentierens verwendet werden, ein geeignetes Mittel, eine gegnerische Argumentation auf ihre Plausibilität zu überprüfen und an bestimmten Punkten zu hinterfragen.

    Gut zu wissen, wogegen man argumentiert

    Insbesondere für eine partnerorientierte und vernünftige Argumentation, die auf einen Kompromiss oder Konsens in strittigen Fragen hinarbeiten will, ist es unerlässlich zu wissen, welches Element einer vorangegangenen Argumentation bei der Gegenargumentation aufgegriffen wird, wo also die jeweilige Gegenargumentation ansetzt.