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  • Inhaltsangabe - Übungstext "Schulausflüge in Indiana Jones-Manier"
  • Egle-www.teachsam.de
  • 07.10.2016
  • Deutsch
  • 9, 10, 12, 1. Lehrjahr, 3. Lehrjahr
  • https://www.tutory.de/w/a5e36ee0

    Schulausflüge in Indiana Jones-Manier

    Gert Egle





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    Wenn Schülerinnen und Schüler von ihrem Schullandheimaufenthalt zurückkehren, ist das Wort "Nervenkitzel" heutzutage in vieler Munde. Denn hinter so dem altehrwürdigen Namen verbirgt sich heutzutage immer öfter ein Konzept, das derartige Veranstaltungen der modernen Erlebnisgesellschaft anzupassen sucht. Zehntklässler des Duisburger Krupp-Gymnasiums, die unlängst von einem als Bildungsreise deklarierten einwöchigen Extremtraining im vorarlbergischen Bregenzerwald nach Hause zurückgekehrt sind, berichteten, wie sie in luftiger Höhe auf einem Baumstammbalancierten, im Innern einer tiefschwarzen Höhle durch enge, feuchte Tunnelgänge robbten und von 60 Meter hohen Felsvorsprüngen herunterkletterten . Doch der Klassenlehrer räumt ein: "Einige meiner Schüler haben mir Todesangst gestanden". Schulausflüge in Indiana- Jones-Manier liegen im Trend: In den vergangenen fünf Jahren ist die Nachfrage der Schulen nach derartigen Exkursionen stark angestiegen. Holger Kolb, Vorstandsmitglied im Bundesverband Erlebnispädagogik in Lindau, schätzt, dass etwa fünf Prozent aller Klassenfahrten bereits als Abenteuer inszeniert würden. Eine Entwicklung, die seiner Ansicht nach auch durch die Werbung für Outdoor-Aktivitäten gefördert werde. Aus diesem und anderen Gründen seien daher Jugendliche von Kletterpartien und Wildwassertouren fasziniert. Längst haben die entsprechenden Veranstalter ihr Angebot daher erweitert und werben mit Sonderrabatten für Tagestouren und Schullandheimaufenthalte, die von speziell ausgebildeten Führern vorbereitet und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet werden. "Kinder wandern doch heute nur noch, wenn irgendein Highlight dabei ist“, sagt Jürgen Koch, Inhaber des "Aktivzentrums" im bayrischen Oberstaufen. Schon etwa ein Drittel seiner Gäste sind Schulklassen. Wer dagegen mit Feuersteinen umgehen, ein Notlager errichten oder gar hin und wieder eine Suppe mit Regenwürmern kochen will, kann im sächsischen Mittweida ein Überlebenstraining in der Wildnis des Elbsandsteingebirges machen. Letzteres "ist der absolute Bringer", sagt Michael Unger, Geschäftsführer des "Outdoor Teams". Aber auch anderswo werden "urige" Erlebnisse möglich. Ein "uriges Erlebnis" verspricht Gerhard Feuerstein, Inhaber des "Aktiv-Zentrums Bregenzerwald": zum Beispiel in einer Höhle, die am Ende gerade genügend Platz für einen Schüler bietet, um flach auf dem Bauch hindurch zu kriechen. Wer zur Panik neige, erkenne er schon im Vorfeld, sagt Feuerstein, der seit 25 Jahren als sportlicher Fremdenführer in der Alpenregion tätig ist. Dennoch ist für ihn wichtig, "dass Leute, die Angst haben, nicht zurückbleiben". Zum Mitmachen werde allerdings niemand gezwungen . Pädagogen signalisieren Zustimmung. Es gehe darum, über seinen Schatten zu springen, erklärt z.B. ein Lehrer aus eigener Erfahrung. Im Nachhinein glaubt er ein "erheblich gesteigertes Selbstwertgefühl" festzustellen, was sich im Unterricht zeige. Auch Sozialpädagoge Holger Kolb glaubt an den Erfolg solcher Grenzerfahrungen im Freien – Momente, die Schüler in einer immer stärker durch Medien erfahrbaren Welt kaum noch erleben würden. Für ihn steht fest: "Das Sozialverhalten lässt sich in der Natur am besten erlernen". Und auch in den zuständigen Landesministerien ist man hellhörig geworden: In Nordrhein-Westfalen haben die Kultus- und Sportminister soll eine Ergänzung zu den Richtlinien für Wanderfahrten erlassen werden, die auch Extremsportarten berücksichtigen soll.

    Wenn Schülerinnen und Schüler von ihrem Schullandheimaufenthalt zurückkehren, ist das Wort "Nervenkitzel" heutzutage in vieler Munde. Denn hinter so dem altehrwürdigen Namen verbirgt sich heutzutage immer öfter ein Konzept, das derartige Veranstaltungen der modernen Erlebnisgesellschaft anzupassen sucht. Zehntklässler des Duisburger Krupp-Gymnasiums, die unlängst von einem als Bildungsreise deklarierten einwöchigen Extremtraining im vorarlbergischen Bregenzerwald nach Hause zurückgekehrt sind, berichteten, wie sie in luftiger Höhe auf einem Baumstammbalancierten, im Innern einer tiefschwarzen Höhle durch enge, feuchte Tunnelgänge robbten und von 60 Meter hohen Felsvorsprüngen herunterkletterten . Doch der Klassenlehrer räumt ein: "Einige meiner Schüler haben mir Todesangst gestanden". Schulausflüge in Indiana- Jones-Manier liegen im Trend: In den vergangenen fünf Jahren ist die Nachfrage der Schulen nach derartigen Exkursionen stark angestiegen. Holger Kolb, Vorstandsmitglied im Bundesverband Erlebnispädagogik in Lindau, schätzt, dass etwa fünf Prozent aller Klassenfahrten bereits als Abenteuer inszeniert würden. Eine Entwicklung, die seiner Ansicht nach auch durch die Werbung für Outdoor-Aktivitäten gefördert werde. Aus diesem und anderen Gründen seien daher Jugendliche von Kletterpartien und Wildwassertouren fasziniert. Längst haben die entsprechenden Veranstalter ihr Angebot daher erweitert und werben mit Sonderrabatten für Tagestouren und Schullandheimaufenthalte, die von speziell ausgebildeten Führern vorbereitet und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet werden. "Kinder wandern doch heute nur noch, wenn irgendein Highlight dabei ist“, sagt Jürgen Koch, Inhaber des "Aktivzentrums" im bayrischen Oberstaufen. Schon etwa ein Drittel seiner Gäste sind Schulklassen. Wer dagegen mit Feuersteinen umgehen, ein Notlager errichten oder gar hin und wieder eine Suppe mit Regenwürmern kochen will, kann im sächsischen Mittweida ein Überlebenstraining in der Wildnis des Elbsandsteingebirges machen. Letzteres "ist der absolute Bringer", sagt Michael Unger, Geschäftsführer des "Outdoor Teams". Aber auch anderswo werden "urige" Erlebnisse möglich. Ein "uriges Erlebnis" verspricht Gerhard Feuerstein, Inhaber des "Aktiv-Zentrums Bregenzerwald": zum Beispiel in einer Höhle, die am Ende gerade genügend Platz für einen Schüler bietet, um flach auf dem Bauch hindurch zu kriechen. Wer zur Panik neige, erkenne er schon im Vorfeld, sagt Feuerstein, der seit 25 Jahren als sportlicher Fremdenführer in der Alpenregion tätig ist. Dennoch ist für ihn wichtig, "dass Leute, die Angst haben, nicht zurückbleiben". Zum Mitmachen werde allerdings niemand gezwungen . Pädagogen signalisieren Zustimmung. Es gehe darum, über seinen Schatten zu springen, erklärt z.B. ein Lehrer aus eigener Erfahrung. Im Nachhinein glaubt er ein "erheblich gesteigertes Selbstwertgefühl" festzustellen, was sich im Unterricht zeige. Auch Sozialpädagoge Holger Kolb glaubt an den Erfolg solcher Grenzerfahrungen im Freien – Momente, die Schüler in einer immer stärker durch Medien erfahrbaren Welt kaum noch erleben würden. Für ihn steht fest: "Das Sozialverhalten lässt sich in der Natur am besten erlernen". Und auch in den zuständigen Landesministerien ist man hellhörig geworden: In Nordrhein-Westfalen haben die Kultus- und Sportminister soll eine Ergänzung zu den Richtlinien für Wanderfahrten erlassen werden, die auch Extremsportarten berücksichtigen soll.

    (aus: Schulzeitung, 8.6.2016)*

    Arbeitsanregungen

    1. Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zu dem Text.

    2. Was halten Sie von der dargestellten Entwicklung?

    *Erscheinungsort- u. datum frei erfunden