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  • Deutsch
  • 11, 12, 3. Lehrjahr, B2, C1
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    Beispielthema

    Immer mehr Frauen und Männer lassen sich auf dem Operations- tisch verschönern, darunter auch zahlreiche junge Leute. Welche Gründe gibt es für diese Entwicklung? Wie stehen Sie dazu?

    Einleitungen

    1. Aus Jugendschutzgründen sind Unterhaltungssendungen im Fernsehen, in denen Schönheitsoperationen regelrecht angeregt oder solche begleitet werden, weitgehend verschwunden, seitdem sie nicht mehr vor 23 Uhr gezeigt werden dürfen. Allerdings ist das Thema damit nicht vom Tisch. In den unterschiedlichsten und allseits beliebten Vorher-Nachher-Shows wird heute nämlich einem Millionenpublikum präsentiert, dass man, um glücklich und erfolgreich zu sein, einen perfekten und möglichst makellosen Körper braucht. So braucht "Germany's next Topmodel" auch keine Kandidatinnen, die nicht gertenschlank daherflanieren können. So wundert es nicht, dass Schönheitsoperationen heute vor allem für Frauen, aber inzwischen auch für Männer, ein Mittel geworden sind, der Natur und damit ihrem vermeintlichen Glück auf die Sprünge zu helfen. Mit zunehmender Tendenz. Es lohnt sich daher, einen genaueren Blick auf die individuellen und gesellschaftlichen Ursachen zu werfen, um diesen Trend zu verstehen. Zugleich muss er aber auch kritisch hinterfragt werden.

    2. Ohne Widerspruch kann man behaupten, dass die optische Schönheit in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert hat. Dieses oberflächliche Denken ist leicht belegbar durch die steigende Anzahl der Schönheitsoperationen. In Ländern wie Amerika ist eine Fettabsaugung oder eine Brustvergrößerung völlig normal. Und die Patienten, vor allem Patientinnen werden immer jünger, was kann jedoch der Anlass für immer jüngere Menschen sein, sich freiwillig unters Messer zu legen?

    3. Ob Promis wie Gwen Stefani, Courteney Cox, Uma Thurman, Cher, Mickey Rourkey oder Michael Jackson oder "normale Bürger, viele Menschen verfallen dem Trend des Schönheitswahns. Aus welchen Gründen legen sich immer mehr Menschen unters Messer?

    4. Schon zu allen Zeiten, in allen Kulturen haben Menschen mit allerlei Hilfsmitteln versucht, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Sogar manche Naturvölker haben nichts unversucht gelassen, um ihre Ohren und Hälse länger, die Lippen größer und ihre Haut dekorativer zu gestalten. Und in den "zivilisierten" Staaten hat man Frauen so lange in Mieder eingeschnürt, bis sie eine "Wespentaille" hatten oder die Füße so eingeschnürt, dass sie in die "Schühchen" passten, mit denen z. B. japanische Frauen angeblich so wunderbar herumtrippeln konnten. Von den High Heels unserer Zeit einmal ganz abgesehen. Und die Männer: Da wird schon bei den Naturvölkern mit Penisverlängerungen experimentiert ... Alle derartigen Schönheitsmanipulationen scheinen nicht weit weg von denen, die heute die moderne Medizin mit ihrer Schönheitschirurgie anbietet. Was sind aber die Gründe dafür, dass heutzutage immer mehr Frauen und Männer in Schönheitsoperationen ihrer Glück suchen? Was spricht eigentlich dafür und was dagegen?

    5. Jeder Mensch ist, wie er ist: einzigartig und unverwechselbar. Der eine entspricht mehr, die andere weniger dem Bild, das man sich selbst, andere, bestimmte Schichten oder Interessengruppen oder auch eine Gesellschaft als Ganzes von einem schönen Menschen macht. Aber immer mehr Menschen, Frauen und inzwischen auch Männer, wollen anders sein, als sie von Natur gemacht sind. Sie lassen von Chirurgen Hand an sich legen, lassen sich z. B. ihre Brüste auf die Standarmaße der Implantate skalieren oder reduzieren mit einem Haufen Geld die Anzahl der Falten auf ein angeblich verträgliches Normalmaß. Welche Gründe haben Menschen, dass sich eine immer größere Anzahl Schönheitsoperationen unterzieht? Ist dabei eigentlich alles vertretbar, was sich chirurgisch machen lässt?

    Arbeitsanregungen

    1. Welche der Einleitungen ist Ihrer Ansicht am besten gelungen? Was sehen Sie kritisch?

    2. Wie gehen die Einleitungen mit der Themafrage um?

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    Beispielthema

    Immer mehr Frauen und Männer lassen sich auf dem Operations- tisch verschönern, darunter auch zahlreiche junge Leute. Welche Gründe gibt es für diese Entwicklung? Wie stehen Sie dazu?

    Mängelbeispiele

    Argumentationsbeispiele

    1. Der wichtigste Faktor bei dieser Entwicklung ist jedoch die Tatsache, dass Schönheitsoperationen noch nie so toleriert wurden wie heute. Lange war es ein Tabuthema. Sich "verschönern" lassen haben sich nur einige. Und darüber gesprochen hat niemand. Heutzutage allerdings ist eine Schönheitsoperation nichts Besonderes mehr, es ist Alltag und jeder, der die nötigen Mittel besitzt, macht es und spricht darüber.

    2. In meinem Freundes- und Familienkreis gab es schon immer ein Mitglied, das an eine Schönheitsoperation gedacht hat. Gründe dafür waren meistens Hänseleien oder gesundheitliche Aspekte. Wenn man die heutige Zahl der Schönheitsoperationen kennt, kann man sagen, dass es schon zur Routine geworden ist. Beim Popstar Michael Jackson ist es auch eine Routine. Dieser Mann kann nicht mehr alleine irgendwohin gehen und schon gar nicht in die Sonne. Im Fernsehen sieht man immer, wie er mit einem Sonnenschutz rumläuft. Warum lassen sich immer mehr Menschen operieren?

    3. Wenn man sich grundlos operieren lassen will, bin ich die letzte, die so etwas unterstützt. Aber es gibt ja auch andere Gründe für Schönheitsoperationen, und zwar die gesundheitlichen Gründe. Manche Frauen leiden an Rückenschmerzen, weil sie einen zu großen Busen haben. Diese Frauen können nachts auch nicht richtig atmen, denn wenn sie auf dem Rücken liegen, quetscht das Gewicht auf den Lungen und quetscht sie ein. Zum Beispiel meine Tante musste sich auch aus medizinischen Gründen operieren lassen, weil ihre Nase zu krumm war, so dass sie kaum noch Luft bekam.

    4. Die Schönheitschirurgie ermöglicht uns ein Aussehen, das wir nie erhalten könnten. Ein Aussehen wie ein Star oder Vorbild, ein Idol oder einfach nur geil. Vor allem bei den Jugendlichen, die gut aussehen wollen. Charakter, innere Schönheit zählen schon lange nicht mehr. Es gibt genügend Ärzte, die Jugendlichen die Brüste vergrößern oder die Nase brechen, um sie gerade zu machen! Und sie werden immer jünger! Der Freundeskreis und die Medien spielen dabei eine große Rolle! Jemals "hässliche" Leute im Fernsehen? Nie, sie sind alle bildhübsch und erfolgreich. Welcher Jugendliche träumt davon nicht! Man träumt im Freundeskreis zusammen, überlegt, an sich etwas zu ändern! Doch auch die ältere Generation möchte wieder so jung werden! Und wer das Geld dazu hat, bleibt noch ein paar Jahre so schön!

    Arbeitsanregungen

    Untersuchen Sie die Argumentationsbeispiele aus dem Hauptteil und zeigen Sie dabei auf, worin ihre Schwächen bestehen. Ordnen Sie in diesem Zusammenhang die folgenden Mängelbeschreibungen zu und begründen Sie Ihre Ansicht:

    • Statt Argumente sachlich vorzubringen, werden Appelle an den "gesunden Menschenverstand" ausgesprochen.

    • Die Aussage, die gemacht wird, wird ohne Einschränkung verallgemeinert.

    • Der eigentliche Gedanke, um den es geht, wird nicht ausgeführt.

    • Die Aussagen stehen nur wenig in einem argumentativen Bezug zueinander.

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    Beispielthema

    Immer mehr Frauen und Männer lassen sich auf dem Operationstisch verschönern, darunter auch zahlreiche junge Leute.

    Welche Gründe gibt es für diese Entwicklung? Wie stehen Sie dazu?

    Musteraufsatz

    ohne Absätze im Text





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    Michael Jackson war stets für Schlagzeilen gut. Waren es einmal Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, die ihn bis vor das Gericht verfolgten, waren es ein anderes Mal Mutmaßungen in den Medien darüber, ob seine Haut nach zahlreichen Schönheitsoperationen und der wundersamen Verwandlung von schwarz in weiß im Gesicht zu reißen drohte. Der von den Medien zum "King of Pop" stilisierte Star war eines der Beispiele aus der internationalen Promiszene, die mit Veränderung ihres biologisch mitgegebenen Äußeren einen wesentlichen Teil ihres Images begründet haben. Aber das Thema Schönheitsoperationen hat längst die sozialen Schranken zu den Reichen und Superreichen überwunden. Lifting, Brustvergrößerung und Fettabsaugung, kurzum das ganze Programm der Schönheitschirurgie, sind heutzutage auch für viele andere erschwinglich geworden. Welche persönlichen und gesellschaftlichen Ursachen veranlassen heutzutage eine immer größere Anzahl von Frauen und Männern dazu, sich einer oft risikobehafteten Schönheitsoperation zu unterziehen? Wie kommt es, dass gerade Jugendliche immer häufiger mit dem Gedanken spielen, der Natur nachzuhelfen? Und schließlich ist zu fragen, ob Schönheitsoperationen überhaupt aus ethischen Gründen vertretbar sind? Die Ursachen für die Bereitschaft vieler Menschen, sich einer Schönheitsoperation zu unterwerfen, lassen sich auf persönliche und gesellschaftliche Ursachen zurückführen. Die persönlichen Gründe dafür sind vielfältig. Was den einen dazu motiviert, ist für den anderen kaum nachvollziehbar. So gibt es Männer und Frauen, die einfach einem bestimmten Schönheitsideal nacheifern. Sie haben mehr oder weniger feste Vorstellungen darüber, wie ihr Aussehen sein soll und lassen daher auch nichts unversucht, dies zu erreichen. So mag es auf den ersten Blick völlig übertrieben erscheinen, wenn eine ansonsten gut aussehende junge Frau mit einer natürlichen Ausstrahlung mit einem "kleineren" chirurgischen Eingriff einfach noch jene Fettpölsterchen an den Hüften wegbekommen will, die sie stören. Auf der anderen Seite ist dies ihre freie Entscheidung und ihre Motive lassen sich nur schwer von außen an irgendwelchen objektiven Maßstäben messen. Wie sehr jemand unter seinem Äußeren leidet, lässt sich eben nicht an irgendeiner Skala ablesen. Allerdings gibt es sicher Fälle, bei denen der Gang zum Schönheitschirurgen im Allgemeinen leichter nachvollziehbar ist. Wer unter schweren psychischen Störungen wegen seines Aussehens leidet und sich unter Umständen kaum mehr in die Öffentlichkeit traut, dem kann, sofern dies schönheitschirurgisch überhaupt möglich ist, mit einer Schönheitsoperation vielleicht wieder eine Hoffnung gegeben werden. Wenn es gelingt, dass eine solche Person auch auf diesem Weg wieder die nötige Selbstachtung zurückzuerlangen, dann ist meines Erachtens gegen einen solchen Eingriff auch ethisch nicht viel einzuwenden. Dies gilt umso mehr, wenn man an die operativen Eingriffe denkt, die bei Menschen durchgeführt werden, die das Opfer von Unfällen geworden sind oder an Krankheiten leiden, die zu schweren Entstellungen führen. Was die plastische Chirurgie in solchen Fällen leistet, ist beachtlich, und hat sicher schon zahlreichen Menschen den Weg zurück in eine mehr oder weniger ausgeprägte Normalität ermöglicht. Für Jugendliche besitzt das Thema Schönheitsoperationen allerdings einen besonderen Stellenwert. Dies ist zunächst einmal darauf zurückzuführen, dass der Griff zu Messer und Skalpell längst nicht mehr nur bei älteren Personen vorkommt. Das früher, meist älteren Frauen vorbehaltene Gesichtslifting zur Faltenglättung, hat natürlich bei jungen Leuten wenig Bedeutung. Was sie interessiert, ist nicht das zeitweise Aufhalten natürlicher Alterungsprozesse, die Rückkehr zum Früher, sondern bei ihnen geht es um das Hier und Jetzt. Was zählt, ist was heute ist, und das sind vorhandene Fettpölsterchen, die nicht "weggehen", das sind zu kleine Brüste, die nicht weiter wachsen wollen, das sind zu lange oder zu kurze Nasen, die dem Spiel mit dem Spieglein an der Wand so nicht standhalten können. Für Jugendliche besitzt das Aussehen für das eigene Selbst auf dem Weg zum Erwachsenwerden eine besonders große Bedeutung. Es dauert, bis man lernt, sich so zu nehmen, wie man (geworden) ist. Und: Unter dem Einfluss allgegenwärtiger Medien, die das Schöne, Schönheit

    Michael Jackson war stets für Schlagzeilen gut. Waren es einmal Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, die ihn bis vor das Gericht verfolgten, waren es ein anderes Mal Mutmaßungen in den Medien darüber, ob seine Haut nach zahlreichen Schönheitsoperationen und der wundersamen Verwandlung von schwarz in weiß im Gesicht zu reißen drohte. Der von den Medien zum "King of Pop" stilisierte Star war eines der Beispiele aus der internationalen Promiszene, die mit Veränderung ihres biologisch mitgegebenen Äußeren einen wesentlichen Teil ihres Images begründet haben. Aber das Thema Schönheitsoperationen hat längst die sozialen Schranken zu den Reichen und Superreichen überwunden. Lifting, Brustvergrößerung und Fettabsaugung, kurzum das ganze Programm der Schönheitschirurgie, sind heutzutage auch für viele andere erschwinglich geworden. Welche persönlichen und gesellschaftlichen Ursachen veranlassen heutzutage eine immer größere Anzahl von Frauen und Männern dazu, sich einer oft risikobehafteten Schönheitsoperation zu unterziehen? Wie kommt es, dass gerade Jugendliche immer häufiger mit dem Gedanken spielen, der Natur nachzuhelfen? Und schließlich ist zu fragen, ob Schönheitsoperationen überhaupt aus ethischen Gründen vertretbar sind? Die Ursachen für die Bereitschaft vieler Menschen, sich einer Schönheitsoperation zu unterwerfen, lassen sich auf persönliche und gesellschaftliche Ursachen zurückführen. Die persönlichen Gründe dafür sind vielfältig. Was den einen dazu motiviert, ist für den anderen kaum nachvollziehbar. So gibt es Männer und Frauen, die einfach einem bestimmten Schönheitsideal nacheifern. Sie haben mehr oder weniger feste Vorstellungen darüber, wie ihr Aussehen sein soll und lassen daher auch nichts unversucht, dies zu erreichen. So mag es auf den ersten Blick völlig übertrieben erscheinen, wenn eine ansonsten gut aussehende junge Frau mit einer natürlichen Ausstrahlung mit einem "kleineren" chirurgischen Eingriff einfach noch jene Fettpölsterchen an den Hüften wegbekommen will, die sie stören. Auf der anderen Seite ist dies ihre freie Entscheidung und ihre Motive lassen sich nur schwer von außen an irgendwelchen objektiven Maßstäben messen. Wie sehr jemand unter seinem Äußeren leidet, lässt sich eben nicht an irgendeiner Skala ablesen. Allerdings gibt es sicher Fälle, bei denen der Gang zum Schönheitschirurgen im Allgemeinen leichter nachvollziehbar ist. Wer unter schweren psychischen Störungen wegen seines Aussehens leidet und sich unter Umständen kaum mehr in die Öffentlichkeit traut, dem kann, sofern dies schönheitschirurgisch überhaupt möglich ist, mit einer Schönheitsoperation vielleicht wieder eine Hoffnung gegeben werden. Wenn es gelingt, dass eine solche Person auch auf diesem Weg wieder die nötige Selbstachtung zurückzuerlangen, dann ist meines Erachtens gegen einen solchen Eingriff auch ethisch nicht viel einzuwenden. Dies gilt umso mehr, wenn man an die operativen Eingriffe denkt, die bei Menschen durchgeführt werden, die das Opfer von Unfällen geworden sind oder an Krankheiten leiden, die zu schweren Entstellungen führen. Was die plastische Chirurgie in solchen Fällen leistet, ist beachtlich, und hat sicher schon zahlreichen Menschen den Weg zurück in eine mehr oder weniger ausgeprägte Normalität ermöglicht. Für Jugendliche besitzt das Thema Schönheitsoperationen allerdings einen besonderen Stellenwert. Dies ist zunächst einmal darauf zurückzuführen, dass der Griff zu Messer und Skalpell längst nicht mehr nur bei älteren Personen vorkommt. Das früher, meist älteren Frauen vorbehaltene Gesichtslifting zur Faltenglättung, hat natürlich bei jungen Leuten wenig Bedeutung. Was sie interessiert, ist nicht das zeitweise Aufhalten natürlicher Alterungsprozesse, die Rückkehr zum Früher, sondern bei ihnen geht es um das Hier und Jetzt. Was zählt, ist was heute ist, und das sind vorhandene Fettpölsterchen, die nicht "weggehen", das sind zu kleine Brüste, die nicht weiter wachsen wollen, das sind zu lange oder zu kurze Nasen, die dem Spiel mit dem Spieglein an der Wand so nicht standhalten können. Für Jugendliche besitzt das Aussehen für das eigene Selbst auf dem Weg zum Erwachsenwerden eine besonders große Bedeutung. Es dauert, bis man lernt, sich so zu nehmen, wie man (geworden) ist. Und: Unter dem Einfluss allgegenwärtiger Medien, die das Schöne, Schönheit

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    und die vermeintlichen Wege dahin ununterbrochen präsentieren, fällt es vielen wohl immer schwerer, sich an anderem, vielleicht einfach nur den anderen Menschen um einen herum, zu orientieren. Wer sich heutzutage von Musikvideoclips berieseln lässt, kann sich wohl kaum noch dem Eindruck erwehren, dass auf der ganzen Welt nur noch perfekte "Bodies" zu finden sind, die hüftschwingend und beckenkreisend ihre sexuelle Attraktivität hemmungslos zur Schau tragen. Kein Wunder also, dass schon 14-jährige mit dem Gedanken spielen, sich die Brust vergrößern zu lassen. Die persönlichen Gründe und Motive, das zeigen die letzten Ausführungen, sind aber kaum zu trennen von den gesellschaftlichen Ursachen, die dahinter stehen. Schönheit ist Geschäft und mit Schönheit werden Milliarden verdient. Was freilich in einer Gesellschaft im Hinblick auf das Aussehen von Menschen als schön gilt, ist sehr unterschiedlich. Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Ideale von Schönheit, die sich, wenn man sie miteinander vergleicht, geradezu widersprechen können. Und auch in der europäischen Geschichte finden Beispiele sich von einem beständigen Wandel der Schönheitsideale. Wer einmal ein Gemälde von Rubens zu Gesicht bekommen hat und sich über die wohlbeleibten Frauenkörper gewundert hat, kann sich gut vorstellen, was dieser Maler der Renaissance wohl von der Figur eines der "superschlanken" Supermodels gehalten hätte, die heute über den Laufsteg huschen. Was heute als schön gilt, wird von den Medien gemacht, heißt es. Und die Medienmacher: Sie sagen, sie gäben nur wieder, was in der Gesellschaft gerade als schön gilt. Wie dem auch sei, wahrscheinlich stimmt beides bis zu einem gewissen Grade. In Bezug auf das Thema Schönheitsoperationen kommt den Medien allerdings eine besondere Bedeutung zu. Kein Boulevard-Magazin im Vorabendprogramm und kaum ein Nachmittag vergeht, ohne dass nicht das Thema Schönheitsoperation in einer Talkshow durchgehechelt wird. Die Medien halten das Thema ständig wach und treten es breit, bis auch der letzte Zuschauer es nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Und offenbar kommt genau das wiederum gut an, denn nur so erklärt sich die Dauerpräsenz des Themas auf allen Kanälen. Da ändert es auch nichts, wenn das Thema mit einem Hauch von Kritik präsentiert wird - Warnungen vor Risiken und Nebenwirkungen gehören eben so gut zum Geschäft, wie das Befriedigen voyeristischer Bedürfnisse einer offenbar großen Anzahl von Zuschauerinnen und Zuschauern. Und diese Zuschauer des Nachmittags- und Vorabendprogramms sind wiederum zu einem großen Teil Jugendliche, die für solche Botschaften aufgrund ihrer besonderen Lage auf der Suche nach Identität besonders empfänglich sind. Dabei ist wahrscheinlich die unmittelbare Gefahr, dass sich Menschen im Jugendalter einer Schönheitsoperation unterziehen, noch die geringste. Denn schließlich haben sie meistens noch Eltern, Lehrer und Freunde, die solchen Dingen die nötige Skepsis entgegenbringen und das nötige Kleingeld dafür fehlt darüber hinaus: Krankenkassen übernehmen die Kosten , abgesehen von medizinisch erforderlichen Eingriffen, dafür nämlich nicht. Viel wichtiger scheint mir zu sein, dass junge Leute damit dazu angespornt werden, sich in ihrem weiteren Leben dem von Geschäftsinteressen diktierten Körperkult zu unterwerfen. Wer dem Druck eines Schönheitswahns dadurch erliegt, dass er, auch nur gedanklich, unter Gefahr für Leib und Leben fragwürdige chirurgische Eingriffe auf sich nimmt, der wird wohl in anderen Bereichen als Konsument des Schönheitskults auch wenig Kraft zur Gegenwehr haben. Zu den Prinzipien einer pluralistischen Gesellschaft gehört, dass jeder darüber frei entscheiden kann, ob er sich einer Schönheitsoperation unterziehen will oder nicht. Und ebenso steht es jedem Chirurgen frei, nach der Aufklärung des Patienten über Risiken eines solchen Eingriffs, solche Operationen durchzuführen. Aber der Umgang mit dem Thema, insbesondere in den Medien, sollte meines Erachtens überdacht werden, denn nur wenn es gelingt, diesen medialen "Dauerbrenner" wieder etwas kleinzukochen, können schlimmere Auswüchse verhindert werden. Jugendliche sollten, dafür müssen gesetzliche Regelungen her, aber vor unbedachten, und später vielleicht bereuten Schritten bei der chirurgischen Körperverschönerung bewahrt werden. Und schließlich gibt es ja auch noch eine ganz andere Sicht auf den Menschen: Jeder von uns ist so, wie ihn die Natur gemacht hat. Und diese Vielfalt der Individuen mit unterschiedlichen Gesichtszügen, unterschiedlichen Bauch- und Brustumfängen und verschiedenen Penis-Längen macht die Spezies erst interessant und verleiht jedem einzelnen Individuum seine eigene Schönheit, die ebenso gut im Inneren wie im Äußeren bestehen kann. Michael Jackson, "Barbie" oder "Ken" sind nur Geschäftsmaschen, wären wir alle wie sie, wäre das etwa "schön"?

    und die vermeintlichen Wege dahin ununterbrochen präsentieren, fällt es vielen wohl immer schwerer, sich an anderem, vielleicht einfach nur den anderen Menschen um einen herum, zu orientieren. Wer sich heutzutage von Musikvideoclips berieseln lässt, kann sich wohl kaum noch dem Eindruck erwehren, dass auf der ganzen Welt nur noch perfekte "Bodies" zu finden sind, die hüftschwingend und beckenkreisend ihre sexuelle Attraktivität hemmungslos zur Schau tragen. Kein Wunder also, dass schon 14-jährige mit dem Gedanken spielen, sich die Brust vergrößern zu lassen. Die persönlichen Gründe und Motive, das zeigen die letzten Ausführungen, sind aber kaum zu trennen von den gesellschaftlichen Ursachen, die dahinter stehen. Schönheit ist Geschäft und mit Schönheit werden Milliarden verdient. Was freilich in einer Gesellschaft im Hinblick auf das Aussehen von Menschen als schön gilt, ist sehr unterschiedlich. Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Ideale von Schönheit, die sich, wenn man sie miteinander vergleicht, geradezu widersprechen können. Und auch in der europäischen Geschichte finden Beispiele sich von einem beständigen Wandel der Schönheitsideale. Wer einmal ein Gemälde von Rubens zu Gesicht bekommen hat und sich über die wohlbeleibten Frauenkörper gewundert hat, kann sich gut vorstellen, was dieser Maler der Renaissance wohl von der Figur eines der "superschlanken" Supermodels gehalten hätte, die heute über den Laufsteg huschen. Was heute als schön gilt, wird von den Medien gemacht, heißt es. Und die Medienmacher: Sie sagen, sie gäben nur wieder, was in der Gesellschaft gerade als schön gilt. Wie dem auch sei, wahrscheinlich stimmt beides bis zu einem gewissen Grade. In Bezug auf das Thema Schönheitsoperationen kommt den Medien allerdings eine besondere Bedeutung zu. Kein Boulevard-Magazin im Vorabendprogramm und kaum ein Nachmittag vergeht, ohne dass nicht das Thema Schönheitsoperation in einer Talkshow durchgehechelt wird. Die Medien halten das Thema ständig wach und treten es breit, bis auch der letzte Zuschauer es nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Und offenbar kommt genau das wiederum gut an, denn nur so erklärt sich die Dauerpräsenz des Themas auf allen Kanälen. Da ändert es auch nichts, wenn das Thema mit einem Hauch von Kritik präsentiert wird - Warnungen vor Risiken und Nebenwirkungen gehören eben so gut zum Geschäft, wie das Befriedigen voyeristischer Bedürfnisse einer offenbar großen Anzahl von Zuschauerinnen und Zuschauern. Und diese Zuschauer des Nachmittags- und Vorabendprogramms sind wiederum zu einem großen Teil Jugendliche, die für solche Botschaften aufgrund ihrer besonderen Lage auf der Suche nach Identität besonders empfänglich sind. Dabei ist wahrscheinlich die unmittelbare Gefahr, dass sich Menschen im Jugendalter einer Schönheitsoperation unterziehen, noch die geringste. Denn schließlich haben sie meistens noch Eltern, Lehrer und Freunde, die solchen Dingen die nötige Skepsis entgegenbringen und das nötige Kleingeld dafür fehlt darüber hinaus: Krankenkassen übernehmen die Kosten , abgesehen von medizinisch erforderlichen Eingriffen, dafür nämlich nicht. Viel wichtiger scheint mir zu sein, dass junge Leute damit dazu angespornt werden, sich in ihrem weiteren Leben dem von Geschäftsinteressen diktierten Körperkult zu unterwerfen. Wer dem Druck eines Schönheitswahns dadurch erliegt, dass er, auch nur gedanklich, unter Gefahr für Leib und Leben fragwürdige chirurgische Eingriffe auf sich nimmt, der wird wohl in anderen Bereichen als Konsument des Schönheitskults auch wenig Kraft zur Gegenwehr haben. Zu den Prinzipien einer pluralistischen Gesellschaft gehört, dass jeder darüber frei entscheiden kann, ob er sich einer Schönheitsoperation unterziehen will oder nicht. Und ebenso steht es jedem Chirurgen frei, nach der Aufklärung des Patienten über Risiken eines solchen Eingriffs, solche Operationen durchzuführen. Aber der Umgang mit dem Thema, insbesondere in den Medien, sollte meines Erachtens überdacht werden, denn nur wenn es gelingt, diesen medialen "Dauerbrenner" wieder etwas kleinzukochen, können schlimmere Auswüchse verhindert werden. Jugendliche sollten, dafür müssen gesetzliche Regelungen her, aber vor unbedachten, und später vielleicht bereuten Schritten bei der chirurgischen Körperverschönerung bewahrt werden. Und schließlich gibt es ja auch noch eine ganz andere Sicht auf den Menschen: Jeder von uns ist so, wie ihn die Natur gemacht hat. Und diese Vielfalt der Individuen mit unterschiedlichen Gesichtszügen, unterschiedlichen Bauch- und Brustumfängen und verschiedenen Penis-Längen macht die Spezies erst interessant und verleiht jedem einzelnen Individuum seine eigene Schönheit, die ebenso gut im Inneren wie im Äußeren bestehen kann. Michael Jackson, "Barbie" oder "Ken" sind nur Geschäftsmaschen, wären wir alle wie sie, wäre das etwa "schön"?

    Arbeitsanregungen

    1. Markieren Sie die drei Hauptteile Einleitung, Hauptteil und Schluss.

    2. Gliedern Sie den Aufsatz in Sinnabschnitte.

    3. Welche Bedeutung haben die formulierten Themafragen für die Erörterung?