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  • Deutsch
  • 9, 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr
  • https://www.tutory.de/w/b2514590

    Krreatives Schreiben

    Umerzählen einer Geschichte

    Das Verfassen einer Umerzählung ist eine weit verbreitete schuliische Schreibaufgabe, die in verschiedenen Schularten und Klassenstufen beim Kreativen Schreiben gestellt werden kann.

    Die Schreibaufgabe

    Die Schreibaufgabe kann beim Umerzählen wie folgt formuliert sein:

    Erzählen Sie die (vorgegebene) Geschichte aus der Perspektive von/einer anderen Figur. (Ich-Erzählung/Er-Erzählung)

    Dabei können weitere Angaben gemacht sein, die zu berücksichtigen sind. Diese Angaben

    • können die Kommunikationssituation betreffen, in der die Geschichte erzählt werden soll (z. B. bei einem Treffen mit Freunden, Beteiligten oder auch Unbeteiligten des Geschehens) oder

    • die Textsorte genauer bestimmen (z. B. in einem persönlichen Brief an eine bestimmte Person ein Geschehen erzählen, einen Tagebucheintrag verfassen)

    Auf die Perspektive kommt es an

    Ausgangspunkt des Umerzählens unter veränderter Perspektive ist gewöhnlich ein kürzerer Text. Dieser Text kann selbst ein Erzähltext sein oder auch eine Zeitungsnachricht oder ein Zeitungsbericht. Der Ausgangstext ist sozusagen die Grundlage und der Bezugsrahmen für das Umerzählen. Wer einen Text umerzählen soll, muss sich also an den Inhalten und Strukturen des Ausgangstexts orientieren und auf ihrer Grundlage das Geschehen unter dem Blickwinkel einer neuen oder veränderten Perspektive erzählen. Das bedeutet im Einzelnen:

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    Das muss man beachten

    • Die Besonderheit des Blickwinkels auf das Geschehen erkennen, das mit der bei der Umarbeitung geforderten Erzählperspektive verbunden ist (z.B. Innenperspektive, Innen- und Außensicht)

    • Die raumzeitlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Zeit- oder Ortswechsel erkennen und im Rahmen des vorgegebene Raum-Zeit-Gerüst bleiben.

    • Die handelnden Figuren weiter agieren lassen. Wenn im Ausgangstext bestimmte Figuren (bis zu einem bestimmten Punkt) miteinander in Beziehung treten, sollte die Weiterführung diese Beziehung in ihrer Entwicklung fortführen. Ganz neue Figuren einzuführen, die wie vom Himmel gefallen, dieser Entwicklung oder dem Geschehen eine bestimmte Wendung geben, sind dazu oft nicht so gut geeignet.

    • Einen vorhandenen Konflikt aufgreifen. Besteht zwischen bestimmten Figuren ein Konflikt oder sieht sich eine Figur in einem (inneren) Konflikt, sind diese Konflikte oder Problemlagen aufzugreifen und in ihrer weiteren Entwicklung darzustellen.

    • Die sprachlich-stilistische Gestaltung des Ausgangstextes fortführen. Die Art und Weise, wie das Geschehen im Ausgangstexts gestaltet ist, sollte sprachlich auch die Umerzählung kennzeichnen. Das bedeutet z. B., dass ein Text, der, insgesamt gesehen, in der Standardsprache verfasst worden ist, bei der Umerzählung nicht einfach in die Umgangssprache abgleiten darf. Aber es gibt natürlich Ausnahmen: Wenn die Erzählerfigur selbst mit ihrer Sprache charakterisiert werden soll.

    Die Erzählerfigur steht im Geschehen mittendrin

    Wenn beim Umerzählen die Einnahme des Blickwinkels einer bestimmten Person auf das Geschehen verlangt wird, muss man beim Erzählen den Standort des Erzählers räumlich und zeitlich innerhalb der erzählten oder berichteten Welt einnehmen. Gewöhnlich steht er mittendrin im Geschehen, an dem er als aktiv Beteiligter oder als stummer Beobachter teilhat. Dabei ist es eigentlich unerheblich, ob die Ereignisse dann von einem personalen Erzähler in Ich-Form oder in Er-Form dargeboten werden.

    Die personale Erzähler kann nur in sich hineinsehen

    Wenn eine Geschichte beim Umerzählen durch eine bestimmte Figur geschildert werden soll, muss man wissen, dass nur die Erzählerfigur selbst in sich hineinsehen kann. Das nennt man Innensicht.

    • Innensicht bedeutet also, dass der Erzählern unmittelbar nur seine Gefühle und Gedanken z.B. im inneren Monolog schildern kann.

    • Bei den anderen Figuren ist er auf die Außensicht beschränkt. Das bedeutet, dass der Erzähler die Figuren nur (ggf. als Beteiligter) von außen sieht. Er kann also nicht sagen, was sie denken oder fühlen, sofern sie es ihm nicht mitgeteilt haben oder er aus ihrem Verhalten Vermutungen darüber anstellt oder Schlussfolgerungen zieht.