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  • Argumentieren - Grundprinzip der Argumentation
  • Egle-www.teachsam.de
  • 02.12.2016
  • Deutsch
  • 10, 11, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/bfe49860

    Formen der Argumentation

    Das Grundprinzip der Argumentation

    Das Grundprinzip einer Argumentation ist simpel: Zu einem strittigen Sachverhalt wird eine Behauptung aufgestellt. Diese Behauptung bezeichnet man auch als These. Um die Gültigkeit dieser Behauptung herauszustreichen, wird die These mit einer anderen Aussage begründet, deren Gültigkeit angenommen wird (Referenzprinzip).

    A gilt, weil B gilt.

    Die Begründung für eine These nennt man auch Argument. Die Grundstruktur einer Argumenta-tion besteht daher aus einer These und einem Argument.

    Die nachfolgende Übersicht verdeutlicht den Sachverhalt an einem Beispiel.

    Einfache Argumentation

    Eine Argumentation, die aus einer Behauptung (These) und einem oder mehreren Argumenten besteht, bezeichnen wir als einfache Argumentation.

    Die einfache Argumentation umfasst keine weiteren Elemente zur Stützung des Argumentes bzw. der Argumente. Argumentationstheoretisch gesehen handelt es sich dabei um die in vielen Alltagsgesprächen feststellbaren verkürzten Schlüsse (Enthymeme), denen aber eine bestimmte Schlussregel unausgesprochen zugrunde liegt. Diese Schlussregeln geben an, inwiefern die angeführten Argumente für die These relevant sind. Dabei sagt das Relevanzprinzip allerdings noch nichts darüber aus, ob eine solche Argumentation jemanden überzeugen kann oder nicht. DUnd vor allem: Nur wenn der Geltungsanspruch des vorgetragenen Arguments vom jeweiligenGegenüber anerkannt wird, kann eine Argumentation auch überzeugen.

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    Im vorliegenden Fall könnte die Schlussregel z. B. wie im Schaubild dargestellt lauten. Werden diese oder eine ähnliche Schlussregel und der jeweilige Geltungsanspruch beim Argumentieren von beiden Partnern anerkannt, dann kann eine einfache Argumentation, die nur aus einer These und einem Argument besteht, durchaus überzeugend sein. Das sogar selbst dann, wenn die Schlussregel eben, wie in Alltagsargumentationen häufig, nicht einmal ausgesprochen wird.

    Erweiterte Argumentation

    Die einfache Argumentation umfasst also keine Elemente zur Stützung des Argumentes bzw. der Argumente.

    Ebenso werden nur in Ausnahmefällen Schlussfolgerungen aus der Argumentation selbst gezogen. Dies wäre im vorliegenden Beispiel z. B. die Schlussfolgerung: „Daher ist ein generelles Alkoholverbot am Steuer anzustreben.“

    In diesem Fall wird mit der Formulierung dieser Schlussfolgerung aus der Argumentation zugleich eine neue, weiterführende These formuliert, die selbst wieder Gegenstand einer Begründung sein könnte.

    Im Interesse einer schematischen Unterteilung bezeichnen wir derart ergänzte (einfache) Argumentationen mit dem Begriff der erweiterten Argumentation.

    Arbeitsanregungen

    1. Welche anderen Konjunktionen außer den beiden oben verwendeten verbinden zwei Aussagen zu einer Argumentation?

    2. Führen Sie eine einfache Argumentation mit Hilfe des folgenden Schemas mit folgenden Aussagen aus und ergänzen Sie eine Schlussregel.

      • Umweltschutz ist das Gebot der Stunde.

      • Die Menschheit zerstört die Grundlagen ihrer eigenen Existenz.