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  • Inhaltsangabe - Übungstext "Stille Nacht bis die Umwelt kracht"
  • Egle-www.teachsam.de
  • 06.10.2016
  • Berufsschulabschluss, Mittlere Reife, Fachhochschulreife, Hauptschulabschluss
  • Deutsch
  • 9, 10, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr
  • https://www.tutory.de/w/c9e9c8b0

    Stille Nacht bis die Umwelt kracht

    Gert Egle





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    Weihnachten, das weiß heute jeder, ist vor allem ein Geschäft. In den beiden Monaten November und Dezember macht der Einzelhandel etwa 15 Prozent seines Jahresumsatzes. Wer Spielwaren verkauft sogar annähernd 30 Prozent.Was die Deutschen im Durchschnitt für Weihnachts- geschenke ausgeben, ist in den letzten Jahren einer ifes-Studie zufolge, die vom Deutschen Handelsverband (DH) in Auftrag gegeben wurde, ständig gestiegen. Waren es 2011 noch 338,90 €, stieg diese Summe 2016 auf 458,90 €. (1) Der Onlinehandel wird dabei immer wichtiger, Amazon weit vorneweg, dessen Verpackungs- und Versandmaschine im Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft. Zum Kunden geht alles dann mit der DHL, die nach Schätzungen der Post an mannchen Tagen vor Weihnachten etwa sechs Millionen Pakete transportiert. Der Amerikaner Joel Waldfogel kann an dem Ganzen aber auch gar nichts Positives finden. für ihn ist das Ganze eine "Orgie der Wertvernichtung". Zehn Millionen Weihnachtsgänse sorgen mit der "Gänsebratenspitze", wie Energieversorger das nennen, am ersten Weihnachtsfeiertag für fast ein Drittel mehr Energieverbrauch als an anderen Tagen. Sonderzüge der Deutschen Bahn karren - sofern sie fahren - Familienan- gehörige und Freunde quer durch die Republik, die nicht in den Autobahnstaus stehen wollen.

    An Weihnachten darf es für viele einfach ein bisschen mehr sein. Die Geschenke fallen teurer aus als geplant, überzogene Konten und der Sturm auf die Schuldenberater während dieser Zeit sprechen davon ein deutliches Zeichen. Was beim Festmahl auf den Tisch kommt, gegessen und getrunken wird, darf schon mal was kosten. Bei allem muss aber auch die Optik stimmen, denn es gilt Eindruck zu machen. Darum darf man sich auch bei der Verpackung, mit der die Geschenke geschnürt und geschmückt werden, nicht lumpen lassen. Und danach? Ab in die Tonne, die von den in Windeseile überflüssig gewordenen Papierverpackungen und den Unmengen Braten- und Kartoffelsalatresten überquellen. (2) Wer mit Weihnachten hart ins Gericht gehen will, hat angesichts der vielen Dinge, die einem jeden Gedanken an die stille Nacht, heilige Nacht vermiesen können, natürlich leichtes Spiel. Aber auch wenn der Konsumterror und die "Orgie der Wert- vernichtung" alsbald wohl nicht vom Tisch sein werden, vielleicht geht es im Kleinen etwas vorwärts. Allem voran, eine überlegte Auswahl der Geschenke. Spielzeug z. B., das aus langlebigen, umweltfreundlichen Materialien hergestellt ist, oder ein Elektrogerät, das eben kein Stromfresser ist. Und wer im Laden einkauft, sollte die aufwändigen Umver- packungen dort zurücklassen. Bei Amazon-Einkäufen geht das leider nicht. Beim Einpacken der Geschenke kann jeder auf die glänzenden Metall- und Cellophanfolien verzichten. Man muss auch nicht auf den echten Weihnachts- baum verzichten, von denen jedes Jahr 24 Millionen in deutschen Haushalten stehen. Auf jeden Fall ist dessen Ökobilanz besser, wenn er aus heimischen Weihnachtsbaumplantagen stammt. Und für alle, die auf das wenig gute, aber alte bleihaltige Lametta nicht verzichten wollen: Der Baum muss unbedingt ohne das Lametta ins Recycling und das Lametta in die Restmülltonne. Ideen für die "grüne Weihnacht" zu Hause gibt es gewiss genug.Im Grunde genommen geht es in der Zeit vor Weihnachten also vor allem darum: Sich bei der ganzen Sache nicht von einem umweltschonen- den Verhalten abbringen lassen, das eigentlich zu jedem Tag des Jahres gehört. Wer bislang nicht so darauf achtet: Weihnachten ist ja auch ein Fest der Besinnung und der guten Vorsätze!

    Weihnachten, das weiß heute jeder, ist vor allem ein Geschäft. In den beiden Monaten November und Dezember macht der Einzelhandel etwa 15 Prozent seines Jahresumsatzes. Wer Spielwaren verkauft sogar annähernd 30 Prozent.Was die Deutschen im Durchschnitt für Weihnachts- geschenke ausgeben, ist in den letzten Jahren einer ifes-Studie zufolge, die vom Deutschen Handelsverband (DH) in Auftrag gegeben wurde, ständig gestiegen. Waren es 2011 noch 338,90 €, stieg diese Summe 2016 auf 458,90 €. (1) Der Onlinehandel wird dabei immer wichtiger, Amazon weit vorneweg, dessen Verpackungs- und Versandmaschine im Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft. Zum Kunden geht alles dann mit der DHL, die nach Schätzungen der Post an mannchen Tagen vor Weihnachten etwa sechs Millionen Pakete transportiert. Der Amerikaner Joel Waldfogel kann an dem Ganzen aber auch gar nichts Positives finden. für ihn ist das Ganze eine "Orgie der Wertvernichtung". Zehn Millionen Weihnachtsgänse sorgen mit der "Gänsebratenspitze", wie Energieversorger das nennen, am ersten Weihnachtsfeiertag für fast ein Drittel mehr Energieverbrauch als an anderen Tagen. Sonderzüge der Deutschen Bahn karren - sofern sie fahren - Familienan- gehörige und Freunde quer durch die Republik, die nicht in den Autobahnstaus stehen wollen.

    An Weihnachten darf es für viele einfach ein bisschen mehr sein. Die Geschenke fallen teurer aus als geplant, überzogene Konten und der Sturm auf die Schuldenberater während dieser Zeit sprechen davon ein deutliches Zeichen. Was beim Festmahl auf den Tisch kommt, gegessen und getrunken wird, darf schon mal was kosten. Bei allem muss aber auch die Optik stimmen, denn es gilt Eindruck zu machen. Darum darf man sich auch bei der Verpackung, mit der die Geschenke geschnürt und geschmückt werden, nicht lumpen lassen. Und danach? Ab in die Tonne, die von den in Windeseile überflüssig gewordenen Papierverpackungen und den Unmengen Braten- und Kartoffelsalatresten überquellen. (2) Wer mit Weihnachten hart ins Gericht gehen will, hat angesichts der vielen Dinge, die einem jeden Gedanken an die stille Nacht, heilige Nacht vermiesen können, natürlich leichtes Spiel. Aber auch wenn der Konsumterror und die "Orgie der Wert- vernichtung" alsbald wohl nicht vom Tisch sein werden, vielleicht geht es im Kleinen etwas vorwärts. Allem voran, eine überlegte Auswahl der Geschenke. Spielzeug z. B., das aus langlebigen, umweltfreundlichen Materialien hergestellt ist, oder ein Elektrogerät, das eben kein Stromfresser ist. Und wer im Laden einkauft, sollte die aufwändigen Umver- packungen dort zurücklassen. Bei Amazon-Einkäufen geht das leider nicht. Beim Einpacken der Geschenke kann jeder auf die glänzenden Metall- und Cellophanfolien verzichten. Man muss auch nicht auf den echten Weihnachts- baum verzichten, von denen jedes Jahr 24 Millionen in deutschen Haushalten stehen. Auf jeden Fall ist dessen Ökobilanz besser, wenn er aus heimischen Weihnachtsbaumplantagen stammt. Und für alle, die auf das wenig gute, aber alte bleihaltige Lametta nicht verzichten wollen: Der Baum muss unbedingt ohne das Lametta ins Recycling und das Lametta in die Restmülltonne. Ideen für die "grüne Weihnacht" zu Hause gibt es gewiss genug.Im Grunde genommen geht es in der Zeit vor Weihnachten also vor allem darum: Sich bei der ganzen Sache nicht von einem umweltschonen- den Verhalten abbringen lassen, das eigentlich zu jedem Tag des Jahres gehört. Wer bislang nicht so darauf achtet: Weihnachten ist ja auch ein Fest der Besinnung und der guten Vorsätze!

    (aus: Freiburger Nachrichten, 29.11.2015)*

    *Erscheinungsort und -datum frei erfunden

    Arbeitsanregungen;

    1. Verfassen SIe eine Inhaltsangabe zum Text.

    2. Was halten Sie von der Idee einer "grünen" Weihnacht?

    (1)/www.handelsdaten.de/einkaufsverhalten/durchschnittliche-ausgaben-fuer-weihnachtsgeschenke-deutschland-zeitreihe (2) Schminasky, S., Zeit-online: 2.12.2012, http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/weihnachtskonsum/komplettansicht