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  • Kreatives Schreiben - Übungstext - Jens Ludwig - Lückentext
  • Egle-www.teachsam.de
  • 16.10.2016
  • Mittlere Reife, Allgemeine Hochschulreife, Berufsschulabschluss
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/cbecc430

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    -Es ist nichts, nein, nichts. Dieser Blick.Sie nahm ihn mit, als sie von der Diele in die Küche wechselte. Jetzt gab es kein Zurück. Wie immer eine kurze Pause, dann ging er ihr hinterher.- Nein, ehrlich, was soll denn sein?- Ach, nichts.- Also doch.- Also was?Das Geschirr schepperte in den Geschirrspüler. Er griff nach einem Topf, bugsierte ihn an ihr vorbei in die Spüle. So.- Ich sage doch, es ist nichts.- So?Sie schob sich an ihm vorbei zurück in die Diele, machte sich an der Garderobe zu schaffen, den Rücken wie ein Schild getragen. Kein günstiger Moment, um es ihr zu sagen, dann halt später. An mir liegt’s nicht, oder vielleicht einen Tick mehr Selbstoffenbarung?- Männer sind Schweine! Ihr rechter Arm ragte seitwärts vom Rücken in den Raum, die Hand zur Faust geballt. Was denn jetzt? Eine erstklassige Inszenierung: Rücken mit Faust oder so ähnlich. - Männer sind Schweine!Sie drehte sich um, tat einen Schritt hin zur geöffneten Küchentüre und schlug mit ihrem steinernen Blick auf ihn ein. Er versuchte es noch einmal, mit anderer Betonung.- Liebling, es ist echt nichts, ich weiß überhaupt nicht, was du hast.Noch ein Schritt und die Faust fuchtelte vor seinem Gesicht. O Gott, ich hab’s vergessen, schon gut!- Sag, mal, wie war’s heute bei dir?Ihre Augen funkelten zornig, als sie ihn anfauchte.- Ich hab’s gewusst, ich hab’s ja gewusst. Männer sind Schweine! Und du, du bist …- Jetzt reicht’s aber wirklich. Was soll denn das Theater? Seine grobe Hand hatte sich schon fest um ihr Handgelenk mit der geballten Faust geschlossen. Sie drohte mit einem Kniestoß, so dass er sich zur Seite wandte und ihr dabei etwas den Arm verdrehte.- Au, au … verdammt, lass mich los!- Nur wenn du mit deinem Gerappel aufhörst, klar? Hat sie was in der Hand? Keine Ahnung. Moment.... Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, während er gekonnt dem einen oder anderen Kniestoß auswich. Das Kondom, klar!- Männer sind also Schweine?- Genau, und du, - du bist auch eines!Als er sie losließ und ein wenig zurückstieß, hatte er schon begonnen das Ganze zu genießen.- Ein klassischer Syllogismus*, gell? Deduktiver Fehlschluss**, Liebling!- Typisch, dass du jetzt wieder so kommst. Das zieht nicht, nicht mehr!- Was mache ich denn? Immer noch sexy, wenn sie sich so aufregt. Mal sehen. Er ließ los.- Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, meine ich.Ihr Blick gab nicht einen Zentimeter nach. Ihre Faust streckte sich ihm entgegen und öffnete sich zum großen Finale.- Das hier meine ich, genau das! Da staunst du?...

    -Es ist nichts, nein, nichts. Dieser Blick.Sie nahm ihn mit, als sie von der Diele in die Küche wechselte. Jetzt gab es kein Zurück. Wie immer eine kurze Pause, dann ging er ihr hinterher.- Nein, ehrlich, was soll denn sein?- Ach, nichts.- Also doch.- Also was?Das Geschirr schepperte in den Geschirrspüler. Er griff nach einem Topf, bugsierte ihn an ihr vorbei in die Spüle. So.- Ich sage doch, es ist nichts.- So?Sie schob sich an ihm vorbei zurück in die Diele, machte sich an der Garderobe zu schaffen, den Rücken wie ein Schild getragen. Kein günstiger Moment, um es ihr zu sagen, dann halt später. An mir liegt’s nicht, oder vielleicht einen Tick mehr Selbstoffenbarung?- Männer sind Schweine! Ihr rechter Arm ragte seitwärts vom Rücken in den Raum, die Hand zur Faust geballt. Was denn jetzt? Eine erstklassige Inszenierung: Rücken mit Faust oder so ähnlich. - Männer sind Schweine!Sie drehte sich um, tat einen Schritt hin zur geöffneten Küchentüre und schlug mit ihrem steinernen Blick auf ihn ein. Er versuchte es noch einmal, mit anderer Betonung.- Liebling, es ist echt nichts, ich weiß überhaupt nicht, was du hast.Noch ein Schritt und die Faust fuchtelte vor seinem Gesicht. O Gott, ich hab’s vergessen, schon gut!- Sag, mal, wie war’s heute bei dir?Ihre Augen funkelten zornig, als sie ihn anfauchte.- Ich hab’s gewusst, ich hab’s ja gewusst. Männer sind Schweine! Und du, du bist …- Jetzt reicht’s aber wirklich. Was soll denn das Theater? Seine grobe Hand hatte sich schon fest um ihr Handgelenk mit der geballten Faust geschlossen. Sie drohte mit einem Kniestoß, so dass er sich zur Seite wandte und ihr dabei etwas den Arm verdrehte.- Au, au … verdammt, lass mich los!- Nur wenn du mit deinem Gerappel aufhörst, klar? Hat sie was in der Hand? Keine Ahnung. Moment.... Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, während er gekonnt dem einen oder anderen Kniestoß auswich. Das Kondom, klar!- Männer sind also Schweine?- Genau, und du, - du bist auch eines!Als er sie losließ und ein wenig zurückstieß, hatte er schon begonnen das Ganze zu genießen.- Ein klassischer Syllogismus*, gell? Deduktiver Fehlschluss**, Liebling!- Typisch, dass du jetzt wieder so kommst. Das zieht nicht, nicht mehr!- Was mache ich denn? Immer noch sexy, wenn sie sich so aufregt. Mal sehen. Er ließ los.- Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, meine ich.Ihr Blick gab nicht einen Zentimeter nach. Ihre Faust streckte sich ihm entgegen und öffnete sich zum großen Finale.- Das hier meine ich, genau das! Da staunst du?...

    (aus: Jens Ludwig, Geschichten kommen immer zurück. Erzählungen, erstveröffentlicht Konstanz: www.teachsam.de , 2005f.)

    Arbeitsanregungen

    Erzählen Sie die Geschichte zu Ende, so dass ihr Schluss zu der Geschichte passt.

    Geben Sie der Geschichte im Anschluss daran einen Titel.

    alternativ:

    • Gestalten Sie den Dialog zwischen den beiden Figuren an der Stelle, an der der Mann seine Frau über die Herkunft des Kondoms aufklärt.

    • Verfassen Sie eine Vorgeschichte aus der Sicht des Mannes.