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  • Textinterpretation - Kurzgeschichte - So interpretiert man ...
  • Egle-www.teachsam.de
  • 23.11.2016
  • Deutsch
  • 10, 11, 12, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/d8d56f40

    Produktorientiertes Schreiben

    So interpretiert man eine Kurzgeschichte

    Eine Orientierungshilfe

    Wer eine Kurzgeschichte interpretieren will, muss Thema, Inhalt und sprachlich-stilistische Gestaltung eines solchen Textes analysieren und die Geschichte einer Gesamtdeutung unterziehen.

    Textsortenmerkmale

    Die wichtigsten Textsortenmerk- male der epischen Kleinform Kurzgeschichte werden in neben-stehendem Mind Map dargestellt.

    Sie müssen aber nicht alle in jeder Kurzgeschichte vorhanden sein.

    Aspekte der Interpretation

    Die Interpretation von Kurzgeschichten in der Schule wird entweder auf der Grundlage des untersuchenden oder gestaltenden Erschließens des jeweiligen Textes durchgeführt. Es geht also entweder darum, Texte auf der Grundlage der werkimmanenten Methode "klassisch" zu interpretieren oder die Texte zum Ausgangspunkt eigener literarischer Gestaltungen zu machen. (gestaltende Interpretation)

    Die Analyse der Kurzgeschichte umfasst dabei die in der nebenstehenden Abbildung dargestellten Aspekte des Textes.

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    Auf den Funktionszusammenhang der Aussagen kommt es an

    Am Ende der Schreibaufgabe, bei der man die Kurzgeschichte untersucht und erschlossen hat, steht eine Gesamtdeutung (Interpretation) des Textes.

    Dabei soll es gelingen, die verschiedenen Aspekte der Analyse (Inhalt, Aufbau, Erzählstrukturen, Form) so aufeinander zu beziehen, dass ihre Funktion für die dem Text zugeschriebene Bedeutung sichtbar wird. (werkimmanente Interpretation)

    Es kommt also auf den Funktionszusammenhang der Aspekte an.Statt also alles lückenlos oder alles Mögliche zu analysieren, sollen jene Aspekte oder Teile davon betrachtet werden, die in einem mehr oder weniger engen Bezug zum Ganzen stehen.

    Die Frage lautet:

    Wie unterstützen bzw. gestalten die verwendeten erzähltechnischen und sprachlichen Mittel die Aussagen des Textes?

    "Das habe ich doch immer so gemacht!" - Ein paar Überlegungen zur Schreibstrategie

    Schritt für Schritt zur Interpretation der Kurzgeschichte

    Wie man vorgeht, wenn man eine Interpretation einer Kurzgeschichte schreiben will, hängt natürlich von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Oft hat man sich einfach eine bestimmte Vorgehensweise angewöhnt, sie mit mehr oder weniger Erfolg angewendet und vertraut auch bei einer neuen Schreibaufgabe auf die "bewährte" Methode. Vielleicht aber weiß man es aber auch nicht anders oder man sperrt sich, und sei es nur aus Abneigung umdenken und umlernen zu müssen. Oft ist es aber auch notwendig, neu Wege zu beschreiten, um mehr Erfolg zu haben

    Schreiben ist ein vielschichtiger Vorgang

    Schreiben bzw. das Verfassen von Texten ist jedenfalls ein vielschichtiger Vorgang und die Gründe, warum es bei dem einen klappt und bei dem anderen nicht, sind nicht minder vielfältig. Und nicht alles, was dem erfolgreichen Schreiben eines Aufsatzes entgegensteht, lässt sich mit guten Ratschlägen und Tipps oder mit Abarbeiten von Arbeitsschritten beiseite räumen. Die nötige Schreibkompetenz und erwirbt man also auch nicht über Nacht, zumal sie in der Regel auch mit weiteren Kompetenzen verbunden ist oder sogar darauf auf solchen basiert, wie z. B. der Lesekompetenz.Dennoch kann man auch auf diesem Feld einiges tun, an kleinen Stellschrauben drehen, die sich dann auf das ganz persönliche Schreibsystem auswirken. Aber: Ohne Bereitschaft, Neues auszuprobieren und zu lernen, geht es nicht.

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    So kann man vorgehen

    Arbeitsschritte zur Interpretation einer Kurzgeschichte

    Man weiß heute: Schreiben ist kein Vorgang, bei dem nach einem festgelegten sequenziellen Schema ein Schritt auf den anderen folgt.

    Dies schränkt auch die individuelle Bedeutung einer schematischen Abfolge von Arbeitsschritten ein.

    • Keine Zusammenstellung von Arbeitsschritten passt damit für jeden Schreiber, dessen Schreibprozess und die von ihm gewählte Schreibstrategie.

    • Aber solche Arbeitsschrittmodelle zerlegen den komplexen Schreibprozess in einzelne Teilschritte und machen damit auch den komplexen Vorgang des Schreibens besser durchschaubar.

    • Das hilft nicht nur bei der konkreten Schreibaufgabe, dem Verfassen einer Textinterpretation, sondern stärkt auch das Wissen über das eigene Wissen und Können.

    Aus diesem Grunde verstehen sich die nachfolgenden Arbeitsschrittmodelle als Angebote und Orientierungshilfen zur Bewältigung der Schreibaufgabe.

    B. Den Text analysieren und beschreiben

    So wird's gemacht

    Um eine Kurzgeschichte untersuchen und interpretieren zu können, sollten Sie Ihren Schreibprozess zur Bewältigung dieser Schreibaufgabe in bestimmte Arbeitsschritte zerlegen und diese möglichst nacheinander abarbeiten.

    Dabei kann es natürlich, je nach konkreter Arbeitsanweisung für die Schreibaufgabe, auch nötig sein, davon abzuweichen, Umstellungen oder Ergänzungen vorzunehmen, um die verlangten Bearbeitungsakzente bei der Textinterpretation entsprechend zu berücksichtigen.

    Das nachfolgende Modell orientiert sich an der sog. werkimmanenten Interpretation.

    A. Vom Vorverständnis nach dem ersten Lesen ausgehen

    1. Lesen Sie den Text konzentriert durch. Sie gewinnen dadurch einen ersten Eindruck über den Text. Das ist ihr Vorverständnis des Textes.

    2. Halten Sie Ihre Erstleseeindrücke stichwortartig fest. Sie können dazu auch einen Fragenkatalog zu Hilfe nehmen. Notieren Sie ggf. auch, was Ihnen sonst

    noch zum Inhalt, zum Thema oder auch zum Autor usw. einfällt.

    Fragen zur Erfassung von Erstleseeindrücken

    • Was löst der Text auf Anhieb bei mir aus? Wie wirkt er auf mich? Welche Gefühle hat die Lektüre bei mir erzeugt?

    • Wo fühle ich mich angesprochen? Wo reagiere ich betroffen? Wo stimme ich spontan zu, wo nicht? Was stimmt nicht?

    • Welche Absichten stehen vermutlich hinter dem Text? An wen richten sich die Äußerungen?

    • Was fällt mir an der Darstellung auf? Wie wirkt die Darstellung auf mich?

    • Was weiß ich zum Thema, das vom Text behandelt wird?

    3. Formulieren Sie auf der Grundlage Ihrer Erstleseeindrücke erste Deutungshypothesen.Diese vorläufigen Thesen müssen sich nicht auf die ganze Geschichte beziehen. Es können auch einfach Hypothesen zu bestimmten Figuren, zu ihrem Verhalten oder ihren Motiven dafür sein.Mit solchen Deutungshypothesen schaffen Sie die Grundlage für ein erstes Textverständnis der Geschichte.

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    4. Lesen Sie den Text noch einmal, ggf. auch mehrmals, und überprüfen Sie dabei Ihr erstes Textverständnis.Gehen Sie mit ihrem ersten Textverständnis den Text noch einmal durch. Überprüfen Sie dabei, ob sich dessen Annahmen im zweiten Durchgang bestätigen oder nicht. Markieren Sie wichtige Textstellen.Durch Lesen und Überprüfen ihrer ersten Deutungshypothesen gelangen Sie zu einem vertieften Textverständnis, das die Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte darstellt.

    B. Den Text analysieren und beschreiben

    5. Erfassen Sie die inhaltliche Gliederung des Textes.Teilen Sie dazu den Handlungsverlauf bzw. das erzählte Geschehen in Sinnabschnitte auf. Damit kommen Sie zu einer inhaltlichen Gliederung des Textes.

    6, Fassen Sie den Inhalt der Kurzgeschichte knapp zusammen.Mit dem Kurzinhalt (Fabel) erarbeiten Sie ein erstes Versatzstück, auf das Sie bei der Niederschrift des gesamten Aufsatzes zurückgreifen können.

    7. Untersuchen Sie den Aufbau des Textes.Erfassen Sie – ggf. unter Beachtung der besonderen Schreibaufgabe -, welche Strukturen (z. B. Zeit, Raum, usw.) den Aufbau der Kurzgeschichte kennzeichnen. Markieren Sie die entsprechenden Textstellen.

    8. Untersuchen Sie, welche erzähltechnischen Mittel die Kurzgeschichte verwendet.Erfassen Sie, aus welcher Perspektive der Text erzählt wird, wie und u. U. auch warum er bestimmte Darbietungsformen einsetzt, um das Geschehen zu präsentieren. Markieren Sie die Textstellen, die Aufschluss über die Zeit- und Raumgestaltung der Kurzgeschichte geben.

    9. Untersuchen Sie, wie die Figuren in der Geschichte gestaltet sind.Erfassen Sie – ggf. unter Beachtung der besonderen Schreibaufgabe -, wie und warum die Figuren handeln. Berücksichtigen Sie dabei stets neben dem äußeren Handeln und Tun auch die innere Handlung der Figuren mit ihren Haltungen und Gefühlen.Auf diese Weise können Sie ggf. eingangs gemachte Deutungshypothesen zu den Figuren überprüfen und ggf. verändern oder vertiefen.

    10. Untersuchen Sie die sprachlich-stilistische Gestaltung der Kurzgeschichte.Erfassen Sie, mit welchen sprachlich-stilistischen Mitteln der Text arbeitet, um bestimmte Wirkungen bei einzelnen Elementen des erzählten Geschehens zu erzielen (z. B. Charaktereigenschaften, Sprechweise von Figuren; Wirkungen, die von der Art der Raumgestaltung ausgehen usw.)

    C. Die Gesamtinterpretation abfassen

    11. Entwickeln Sie das erarbeitete Gesamtverständnis des Textes zu einer Interpretationsskizze(n).Mit einer Interpretationsskizze, in der Sie Ihre wesentlichen Untersuchungsergebnisse zusammenstellen, schaffen Sie die nötige Übersicht und Klarheit für die anschließende Abfassung der schriftlichen Interpretation. Sie legen damit auch das Fundament für das von erarbeitete Gesamtverständnis des Textes.

    12. Ziehen Sie ggf. ergänzende Interpretationsansätze heran.Wenn Sie u. U. über den zu bearbeitenden Text hinaus, ergänzende Interpretationsgesichtspunkte und - ansätze berücksichtigen wollen (z. B. biographischer Ansatz, historisch-politischer Ansatz, geistesgeschichtlicher Ansatz) sollten Sie sich dazu Notizen machen und sie ggf. der Interpretationsskizze hinzufügen.

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    13. Legen Sie die Bearbeitungsstrategie für den eigentlichen Schreibprozess fest.Bevor Sie mit der Niederschrift Ihrer Textinterpretation als Ganzes oder in Teilen beginnen, sollten Sie festlegen, ob Sie beim Schreiben dem Text folgen wollen (textsukzessiv, linear) oder textstrukturierend (aspektorientiert) vorgehen wollen. Wenn man seinen Interpretationsaufsatz „klassisch“ aufbauen will, wird man eine textsukzessive Bearbeitungsstrategie wählen, die die Entwicklung vom eigenen Vorverständnis zum vertieften Textverständnis abbildet. Häufig folgt man aber auch einer mehrteiligen Arbeitsanweisung, die eher mit einer textstrukturierenden (aspektorientierten) Bearbeitungsstrategie zu bewältigen ist.

    14. Erstellen Sie eine Arbeitsgliederung.Bevor Sie mit der Niederschrift loslegen, empfiehlt es sich noch die Mühe zu machen, den Aufbau und die Reihenfolge der Gesichtspunkte für die Niederschrift festzulegen. Dazu sollten Sie Ihre Interpretationsskizze heranziehen.

    15. Fassen Sie die Niederschrift ab und überarbeiten Sie diese.Beim Niederschreiben Ihrer Textinterpretation sollten Sie davon ausgehen, dass die erste Niederschrift noch nicht die endgültige Fassung ist.

    Es kann aber auch hilfreich sein, zunächst einzelne Gliederungspunkte auszuarbeiten, um sie vor der endgültigen Fassung noch einmal zu überarbeiten. In jedem Fall sollte die gewählte Schreibstrategie gut überlegt sein, um Schreibblockaden und sonstige Schreibhemmnisse zu überwinden.

    Meine Stärken und Schwächen bei der Schreibaufgabe

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    So kann man es auch machen

    Arbeitsschritte für Textannotierer

    Um eine Kurzgeschichte untersuchen und interpretieren zu können, sollten Sie Ihren Schreibpro-zess in bestimmte Arbeitsschritte zerlegen und diese möglichst nacheinander abarbeiten. Dabei kann es natürlich, je nach konkreter Arbeitsanweisung für die Schreibaufgabe, auch nötig sein, davon abzuweichen, Umstellungen oder Ergänzungen vorzunehmen, um die verlangten Bearbei-tungsakzente bei der Textinterpretation entsprechend zu berücksichtigen.Wer es eilig hat, kann dem nachfolgenden Modell folgen und eine Reihe wichtiger Vorarbeiten für die Interpretation der Kurzgeschichte am Text selbst vornehmen. Es empfiehlt sich dabei mit unterschiedlichen Farben bei den in und um den Text vorgenommenen Annotationen (Markierungen, Hervorhebungen u. ä.) zu verwenden.

    Liegt der Text digital als Pdf-Dokument vor kann man dabei auch mit einschlägigen Annotations-Apps arbeiten. Bei dem hier vorgelegten Modell bedeutet Erfassen eines bestimmten Gesichtspunktes natürlich mehr als nur eine Markierung vorzunehmen. Das hier gemeinte Erfassen schließt also auch das Einordnen und Verstehen des jeweiligen Annotationsgegenstands mit ein.