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  • Privater Geschäftsbrief 2-5-2 Intitiativbewerbung
  • Egle-www.teachsam.de
  • 25.09.2016
  • Deutsch
  • 10, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr
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    Privater Geschäftsbrief konkret

    Das Anschreiben für eine Initiativbewerbung verfassen

    Neben dem Weg, sich auf eine, z. B. in einer Anzeige, ausgeschriebene Stelle zu bewerben, versuchen heutzutage immer mehr, ihre Arbeitskraft auf eigene Initiative einem Unternehmen oder einer Institution anzubieten. Diese Form einer unaufgeforderten Bewerbung wird häufig Blindbewerbung genannt, besser aber als Initiativbewerbung bezeichnet.

    Die Zunahme solcher Bewerbungen hat auch damit zu tun, dass etliche Stellen heute gar nicht mehr ausgeschrieben werden. Stattdessen können Personalverantwortliche auf Bewerberinnen und Bewerber zurückgreifen, die sich in der letzten Zeit selbst mit Ihrer Bewerbungsmappe vorgestellt haben.

    Eine besondere Werbung in eigener Sache

    Auch wenn das für jede Art von Bewerbung gilt: Eine Initiativbewerbung ist eine besondere Form der Werbung in eigener Sache.

    Wer bei der Jobsuche also selbst initiativ sein will, muss sich besonders gut be-werben und die "Regeln" kennen, die dabei zu beachten sind.

    "Initiativbewerber", betonen Christian Püttjer und Uwe Schnierda (2005, S.265), "müssen von sich aus deutlich machen, was sie bisher geleistet haben und welche Ziele sie für ihre weitere berufliche Zukunft haben.

    Ihr Anschreiben sollte Ihre Kompetenz zeigen und so viel Interesse bei Personalverantwortlichen wecken, dass Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten."

    Eine Blindbewerbung ist keine Anweisung dafür, sich blindlings zu bewerben. So macht es überhaupt keinen Sinn, sich mit einem schön formulierten Standardtext bei mehreren verschiedenen Firmen zu bewerben.

    • Damit das Anschreiben nicht im Papierkorb landet, muss man zeigen, dass man sich mit der Frage auseinandergesetzt, warum man ausgerechnet bei diesem Unternehmen oder bei dieser Institution tätig werden will.

    • Ebenso wenig ratsam ist es, mit den erstbesten Infos, die man binnen weniger Minuten recherchieren kann, loszulegen. Stattdessen sollte man mit Bedacht alle möglichen Informationsquellen heranziehen, die Aussagekräftiges über das Wunschunternehmen liefern.

    (vgl. Püttjer, Christian und Uwe Schnierda (2005): Das große Bewerbungshandbuch, Frankfurt/M.: Campus 2005)

    Die Initiativbewerbung muss zu den Bedürfnissen des Unternehmens passen

    Bei der Initiativbewerbung muss möglichst genau an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst sein, für das man sich bewerben will.

    Damit das gelingen kann, hilft es oft, vor dem Absenden der Bewerbungsunterlagen einen Telefonkontakt mit dem Unternehmen herzustellen.

    So kann man nicht nur erfahren,

    • ob Initiativbewerbungen überhaupt erwünscht sind

    • an welchen Ansprechpartner Sie es richten können

    • Vielleicht wird Ihnen auch mitgeteilt, worauf bei einer Bewerbung auf eine bestimmte Stelle bei dieser Firma besonders Wert gelegt wird.

    Solche Informationen kann man dann in Ihrem Initiativanschreiben einbauen und auf diese Weise sein persönliches Anschreiben noch adressatenspezifischer gestalten, indem man die Argumente, die für eine mögliche Einstellung sprechen, damit konkretisieren.

    Insgesamt sollte man nicht erwarten, dass die erste Initiativbewerbung, insbesondere wenn man auf eine schnelle positive Antwort setzt, schon Erfolg hat. Andererseits sollte man sich auch davon nicht abschrecken lassen. Mit ein wenig Abstand lohnt es daher, vielleicht mit einem Dritten, nicht erfolgreiche Initiativbewerbungen noch einmal durchzugehen, um seine Bewerbungsstrategie zu optimieren.

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    Vom Basisprofil zum individuellen Bewerberprofil

    Was die Position des Initiativanschreibens in der Bewerbungsmappe, seine äußere Form und seine sprachlich-stilistische Gestaltung angeht, gilt, was für jedes →Bewerbungsanschreiben zu beachten ist.

    Und auch die Selbstpräsentation im Anschreiben erfolgt grundsätzlich nach den gleichen Regeln.

    Für das Initiativanschreiben sind nach Püttjer/Schnierda (2005, S.268) dabei u. U. die folgenden 5 Regeln besonders wichtig: "

    1. Regel: Auf die Anforderungen der Wunschposition eingehen.

    2. Regel: Individuelles Profil vermitteln.

    3. Regel: Beispiele für persönliche Fähigkeiten geben.

    4. Regel: Beschreiben statt bewerten.

    5. Regel: Schlüsselbegriffe aus dem Tagesgeschäft verwenden."

    Man sollte also

    • bis zu einem gewissen Grad selbst definieren, welches Anforderungsprofil die Wunschstelle hat (Basisprofil) (hilfreich: Analyse von Stellenanzeigen auf ähnliche Stellen)

    • aufzeigen, wie sich die eigenen bisherigen Tätigkeiten mit dem Anforderungsprofil der Wunschstelle verbinden (individuelles Profil) (z. B. Branchenerfahrung)

    • mit aussagekräftigen Beispielen belegen, welche beruflichen Aufgaben man mit seinen Fähigkeiten bis dahin bewältigt hat

    • seine Tätigkeiten und Fähigkeiten beschreiben, ohne dabei Bewertungen vorzunehmen

    • wichtige Schlüsselbegriffe aus dem Berufsfeld und seinem möglichen zukünftigen "Tagesgeschäft" verwenden, die zeigen, dass man auf dem neuesten Stand ist.

    Beim Arbeitsplatzwechsel

    Wenn man seine derzeitige Arbeitsstelle wechseln willl, sollte man die Gründe dafür nur dann angeben, wenn sie einleuchtend sind. Andernfalls sollte man darauf verzichten, da sie in einem Vorstellungsgespräch ohnehin zur Sprache kommen. Dies gilt im Übrigen auch für Gehaltsvorstellungen, die erst im Vorstellungsgespräch thematisiert werden.

    Arbeitsanregungen

    1. Erläutern Sie, weshalb eine Initativbewerbung eine besondere Art der Werbung in eigener Sache darstellt.

    2. Wie kann man seine Intiativbewerbung so getalten, dass sie am besten zu den Bedürfnissen des Unternehmens bzw. der Einrichtung passt, bei dem/der man sich bewirbt?

    3. Erklären Sie den Unterschied zwischen dem Basisprofil und dem individuellen Bewerberprofil.

    4. In der nebenstehenden Karikatur macht die dargestellte Figur eine Bemerkung, die in einem Vorstellungsgespräch oder Initiativanschreiben fehl am Platz ist. - Begründen Sie dies und zeigen Sie Alternativen auf, wie ein Bewerber das, was hier gesagt wird, inhaltlich besser zum Ausdruck bringen müsste.

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    Das Initiativanschreiben als schulische Schreibaufgabe

    Wird in der Schule verangt, ein Initiativanschreiben zu verfassen, besteht die Arbeitsaufgaben im Allgemeinen aus zwei Teilen. Dabei werden gewöhnlich drei unterschiedliche Texte angeboten, mit denen man die Schreibaufgabe bewältigen soll (ähnliche Stellenanzeige aus dem Berufsfeld, Informationen über das Wunschunternehmen, Rollenbiografie)

    Aus einer Stellenanzeige und einer Rollenbiografie ein Basisprofil erarbeiten

    Die Schreibaufgabe kann in unterschiedlicher Art und Weise daherkommen:

    • Sie kann eine Situationsbeschreibung mit den wesentlichen Informationen und einen Text mit einer Rollenbiografie umfassen.

    • Es kann kann aber auch eine Stellenanzeige für eine ähnliche Stelle und eine Rollenbiografie vorgelegt werden.

    In beiden Fällen muss der Schreiber/die Schreiberin jene Informationen herausarbeiten, die das Basisprofil für seine Wunschposition darstellt.

    Darüber hinaus müssen Informationen über das Unternehmen bzw. die Einrichtung (ggf. Kontaktdaten) in einem Sachtext präsentiert werden, die der Schreiber/die Schreiberin für sein Initiativanschreiben auswerten und verarbeiten muss.

    So wird's gemacht

    Bei der Analyse der beigefügten Texte sollte man

    • die Anforderungen, die gewöhnlich an die Wunschposition gestellt werden, herausarbeiten (Muss- und Kann-Anforderungen, Basisprofil)

      • Hard Skills: Berufskenntnisse, Fachwissen, Fremdsprachenkenntnisse, Computerkenntnisse

      • Soft Skills: Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, eigenständiges Arbeiten, Flexibilität, Belastbarkeit, Kundenorientierung, Kritikfähigkeit, Fähigkeit zur Projektarbeit

    • die Informationen über das Unternehmen, die in dem Informationstext enthalten sind, auswerten

    • die Kontaktdaten, sofern vorhanden, ermitteln

    Aus der Rollenbiografie und dem erarbeiteten Basisprofil, das u. U.l aus einer Stellenanzeige zu erarbeiten ist, muss das individuelle Profil des Bewerbers/der Bewerberin erstellt werden.

    In gewisser Weise wird das Initiativanschreiben dadurch zu einer Art literarischem Rollenspiel unter den formalen Regeln der Schreibform.

    Die Rollenbiografie kann inhaltlich, je nach Kompetenzniveau, unterschiedlich ausfallen. Sie könnteden Unmut und die Unzufriedenheit des Bewerbers über seine derzeitige Stelle mit unterschiedlich starken Gefühlsäußerungen zum Ausdruck bringenDinge, wie bestimmte Gehaltsvorstellungen thematisierensonstige sachfremde Aspekte artikulieren

    Um geeignete Aspekte für das Initiativanschreiben auswählen zu können, muss man daber die Rollenbiografie genau untersuchen.

    Und: Wenn man sich für einen Aspekt entscheidet, muss man diesen u. U. sprachlich-stilistisch so (um-)formulieren, dass er zu Inhalt und Form des privaten Geschäftsbriefs passt.