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  • Gruppenarbeit zu ,,Utopia" von Thomas Morus
  • gassenpoetin
  • 25.03.2016
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Ethik
  • 10
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    ,,Utopia" von Thomas Morus (Gruppe 1: Geographie)

    Thomas Morus (1478-1535)
    Thomas Morus (1478-1535)
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    Lies den vorliegenden Textabschnitt über die geographischen Gegenheiten auf Utopia.
    • Schreibe anhand des Textes fünf Merkmale auf, die das Zusammenleben auf Utopia kennzeichnen.

    Die Geographie

    Die Insel hat 54 Städte, alle geräumig und prächtig, in Sprache, Sitten, Einrichtungen und Gesetzen einander völlig gleich. Sie sind alle in derselben Weise angelegt und haben, soweit das bei der Verschiedenheit des Geländes möglich ist, dasselbe Aussehen. Die geringste Entfernung zwischen ihnen beträgt 24 Meilen; anderseits wieder ist keine so abgelegen, dass man nicht von ihr aus eine andere an einem Tage zu Fuß erreichen könnte.

    Aus jeder Stadt kommen alljährlich drei erfahrene Greise in Amaurotum zusammen, um sich über gemeinsame Angelegenheiten der Insel zu beraten. Diese Stadt wird nämlich als erste und als Hauptstadt betrachtet, weil sie gleichsam im Herzen des Landes und somit für die Abgeordneten aller Landesteile bequem liegt.

    Das Ackerland ist den Städten planmäßig zugeteilt, und zwar so, dass einer jeden nach jeder Richtung hin mindestens 12 Meilen Anbaufläche zur Verfügung stehen, nach manchen Richtungen hin jedoch noch viel mehr, nämlich dort, wo die Städte weiter auseinanderliegen. Keine Stadt ist auf Erweiterung ihres Gebietes bedacht; denn die Einwohner betrachten sich mehr als seine Bebauer denn als seine Besitzer.

    Auf dem Lande haben die Utopier Höfe, die zweckmäßig über die ganze Anbaufläche verteilt und mit landwirtschaftlichen Geräten versehen sind; in ihnen wohnen Bürger, die abwechselnd dorthin ziehen. Jeder ländliche Haushalt zählt an Männern und Frauen mindestens 40 Köpfe, wozu noch zwei zur Scholle gehörige Knechte kommen. Einem Haushalte stehen ein Hausvater und eine Hausmutter vor, gesetzte und an Erfahrung reiche Personen, und an der Spitze von je 30 Familien steht ein Phylarch.

    Aus jeder Familie wandern jährlich 20 Personen in die Stadt zurück, nachdem sie zwei ganze Jahre auf dem Lande zugebracht haben, und werden durch ebenso viel neue aus der Stadt ersetzt. Diese werden dann von denen, die schon ein Jahr dort gewesen sind und deshalb größere Erfahrung in der Landwirtschaft besitzen, angelernt, um ihrerseits wiederum im folgenden Jahre andere zu unterweisen. Dadurch will man Fehler in der Getreideversorgung verhüten, die infolge Mangels an Erfahrung gemacht werden könnten, wenn alle dort zu gleicher Zeit unerfahrene Neulinge wären. Diese Sitte, mit den Bebauern zu wechseln, ist zwar die gewöhnliche, weil niemand gegen seinen Willen und nur unter Zwang das mühsamere Leben auf dem Lande länger ohne Unterbrechung zubringen soll; viele jedoch, denen die Landwirtschaft von Natur Freude macht, erwirken sich einen Aufenthalt von mehr Jahren.[…]

    Was die Städte angeht: Wer eine Stadt kennt, kennt alle: so völlig ähnlich sind sie untereinander, soweit nicht die Beschaffenheit des Geländes dem entgegensteht.[…]

    Die Straßen sind ebenso zweckmäßig für den Wagenverkehr wie für den Windschutz angelegt. Die Häuser sind keineswegs unansehnlich; man übersieht ihre lange und längs der ganzen Straße ununterbrochene Reihe von der gegenüberliegenden Häuserfront aus. Der Weg zwischen diesen beiden Fronten ist 30 Fuß breit. An der Rückseite der Häuser zieht sich die ganze Straße entlang eine breite Gartenanlage hin, die von der Rückseite anderer Häuserreihen eingezäunt ist.

    Jedes Haus hat einen Eingang von der Straße her und eine Hintertür, die in den Garten führt. Die Türen haben zwei Flügel, lassen sich durch einen leisen Druck mit der Hand öffnen und schließen sich dann von selbst wieder, so dass ein jeder ins Haus hinein kann: so wenig ist irgendwo etwas Eigentum eines einzelnen; denn sogar die Häuser wechselt man alle zehn Jahre, und zwar verlost man sie.





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    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 4

    Thomas Morus: Utopia - Kapitel 4, Zweites Buch

    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 4

    Thomas Morus: Utopia - Kapitel 4, Zweites Buch

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    ,,Utopia" von Thomas Morus (Gruppe 2: Obrigkeiten)

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    Lies den vorliegenden Textabschnitt über die Obrigkeiten Utopias.

    Erstelle anhand der im Text gegebenen Informationen eine Übersicht (schematisch oder stichpunktartig) über die Einrichtungen des politischen Systems.
    Thomas Morus (1478-1535)
    Thomas Morus (1478-1535)

    Die Obrigkeiten

    Je dreißig Familien wählen sich alljährlich einen Vorsteher; in der alten Landessprache heißt er Syphogrant, in der jüngeren Phylarch. Zehn Syphogranten mit ihren Familien unterstehen einem Vorgesetzten, der jetzt Protophylarch genannt wird, in alten Zeiten aber Tranibore hieß.

    Schließlich ernennen die Syphogranten in ihrer Gesamtheit, zweihundert an der Zahl, auch den Bürgermeister. Nachdem sie sich eidlich verpflichtet haben, den nach ihrer Ansicht Tüchtigsten zu wählen, ernennen sie auf Grund geheimer Abstimmung einen der vier Bürger, die ihnen das Volk namhaft macht, zum Bürgermeister; jedes Stadtviertel wählt nämlich einen und schlägt ihn dem Senat vor. Das Amt wird auf Lebenszeit verliehen, wenn dem nicht der Verdacht entgegensteht, es gelüste den Inhaber nach Alleinherrschaft. Die Traniboren wählt man jährlich, doch wechselt man mit ihnen nicht ohne triftige Gründe. Die übrigen Beamten werden alle auf ein Jahr gewählt. Alle drei Tage, im Bedarfsfalle bisweilen auch öfter, kommen die Traniboren mit dem Bürgermeister zu einer Beratung zusammen, besprechen Stadtangelegenheiten und entscheiden rasch etwa vorliegende Privatstreitigkeiten, die übrigens ganz selten sind. Zu den Senatssitzungen werden regelmäßig zwei Syphogranten hinzugezogen, die jeden Tag wechseln; dabei ist vorgesehen, daß keine städtische Angelegenheit entschieden wird, über die nicht drei Tage vor der Beschlußfassung im Senat verhandelt worden ist. Außerhalb des Senats oder der Volksversammlungen über allgemeine Angelegenheiten zu beraten, ist bei Todesstrafe verboten. Diese Bestimmung soll eine tyrannische Unterdrückung des Volkes und eine Änderung der Verfassung durch eine Verschwörung des Bürgermeisters und der Traniboren erschweren. Und eben deshalb wird auch jede wichtige Angelegenheit vor die Versammlungen der Syphogranten gebracht; diese besprechen sie mit den Familien, beraten dann unter sich und teilen ihre Entscheidung dem Senat mit. Zuweilen kommt die Sache vor den Rat der ganzen Insel.

    Auch ist es eine Gewohnheit des Senats, über einen Antrag nicht gleich an dem Tage zu beraten, an dem er zum ersten Male eingebracht wird, sondern die Verhandlung auf die nächste Sitzung zu verschieben. Es soll nämlich niemand unbedachtsam mit dem herausplatzen, was ihm zuerst auf die Zunge kommt, und dann mehr auf die Verteidigung seiner Ansicht als auf das Interesse der Stadt bedacht sein. Auch soll niemand das Gemeinwohl der Erhaltung der guten Meinung von seiner Person opfern, in einer Art sinnloser und verkehrter Scham, weil er sich nicht merken lassen will, dass er es im Anfang an der nötigen Voraussicht hat fehlen lassen, während er doch von vornherein darauf hätte bedacht sein müssen, lieber überlegt als rasch zu sprechen.





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    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 6

    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 6

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    ,,Utopia" von Thomas Morus (Gruppe 3: Alltagsleben)

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    Lies den vorliegenden Textabschnitt zum Alltagsleben der Utopier.

    Beschreibe stichpunktartig den Tagesablauf der Utopier, indem du auf die beruflichen Möglichkeiten, den Arbeitsalltag und die Freizeitaktivitäten eingehst!
    Thomas Morus (1478-1535)
    Thomas Morus (1478-1535)

    Vom Alltagsleben der Utopier

    Ein Gewerbe betreiben alle, Männer und Frauen ohne Unterschied: den Ackerbau, und auf ihn versteht sich jedermann. […]

    Neben der Landwirtschaft, die, wie gesagt, alle betreiben, erlernt jeder noch irgendein Handwerk als seinen besonderen Beruf. Das ist in der Regel entweder die Tuchmacherei oder die Leineweberei oder das Maurer- oder das Zimmermanns- oder das Schmiedehandwerk. Der Schnitt der Kleidung ist, abgesehen davon, dass sich die Geschlechter sowie die Ledigen und die Verheirateten in der Tracht voneinander unterscheiden, auf der ganzen Insel einheitlich und stets der gleiche in jedem Lebensalter. Diese Kleidung fertigt sich jede Familie selber an. Ja, wenn jemand ein Handwerk gründlich erlernt hat und noch ein anderes dazu erlernen will, so ist ihm das auf demselben Wege möglich. Versteht er dann beide, so übt er aus, welches er will, es sei denn, dass die Stadt eins von beiden nötiger braucht.

    Die besondere und beinahe einzige Aufgabe der Syphogranten ist es, sich angelegentlich darum zu kümmern, dass niemand untätig herumsitzt, sondern dass jeder sein Gewerbe mit Fleiß betreibt, ohne sich jedoch, gleich einem Lasttiere, in ununterbrochener Arbeit vom frühesten Morgen an bis in die tiefe Nacht abzumühen; denn das wäre eine mehr als sklavische Plackerei. Und doch ist das fast überall das Los der Arbeiter, außer bei den Utopiern. Diese teilen nämlich den Tag mitsamt der Nacht in vierundzwanzig gleiche Stunden ein und kennen eine Arbeitszeit von nur sechs Stunden. Drei Stunden arbeiten sie am Vormittag; danach essen sie zu Mittag und halten eine Rast von zwei Stunden. Dann arbeiten sie wieder drei Stunden und beschließen den Tag mit dem Abendessen. Da sie die erste Stunde von Mittag an rechnen, gehen sie gegen acht Uhr zu Bett; acht Stunden brauchen sie zum Schlafen.

    Über all die Zeit zwischen den Stunden der Arbeit, des Schlafes und des Essens darf ein jeder nach seinem Belieben verfügen, nicht etwa um sie durch Schwelgerei und Trägheit schlecht auszunützen, sondern um die arbeitsfreie Zeit nach Herzenslust auf irgendeine andere Beschäftigung nutzbringend zu verwenden. Die meisten treiben in diesen Pausen literarische Studien. […]

    Nach dem Abendessen verbringen die Utopier noch eine Stunde mit Spielen, während des Sommers in ihren Gärten, während des Winters aber in jenen Sälen, in denen sie gemeinsam essen. Entweder treiben sie dort Musik, oder sie erholen sich in der Unterhaltung. Das Würfeln und andere solche ungehörige und verderbliche Spiele sind ihnen nicht einmal bekannt; üblich jedoch sind bei ihnen zwei dem Schach nicht unähnliche Spiele. Das eine ist der Zahlenkampf, bei dem die Zahlen einander stechen; bei dem anderen kämpfen, in Schlachtreihe aufgestellt, die Tugenden mit den Lastern. […]

    Da die Utopier also alle in nützlichen Gewerben beschäftigt sind und diese selbst auch eine geringere Arbeitszeit erfordern, braucht man sich nicht zu wundern, dass bisweilen alle Erzeugnisse im Überfluss vorhanden sind. […] Die Behörden zwingen nämlich die Bürger nicht zu unnötiger Arbeit; denn die Einrichtung dieses Staates hat das eine Hauptziel im Auge, soweit es die dringenden Bedürfnisse des Staates erlauben, den Sklavendienst des Körpers nach Möglichkeit einzuschränken, damit die dadurch gewonnene Zeit auf die freie Ausbildung des Geistes verwendet werden kann. Darin liegt nämlich nach ihrer Ansicht das Glück das Lebens.





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    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 7

    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 7

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    ,,Utopia" von Thomas Morus (Gruppe 4: Kriegswesen)

    Thomas Morus (1478-1535)
    Thomas Morus (1478-1535)
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    Lies den vorliegenden Textabschnitt zum Kriegswesen.

    Notiere vier mögliche Kriegsgründe und beschreibe in zwei Stichpunkten die Art der Kriegsführung der Utopier!

    Das Kriegswesen

    Den Krieg verabscheuen die Utopier als etwas ganz Bestialisches mehr als alles andere, und doch gibt sich mit ihm keine Art von Bestien so dauernd ab wie der Mensch. Der Anschauung fast aller Völker zuwider halten die Utopier nichts für so unrühmlich wie den Ruhm, den man im Kriege gewinnt. Mögen sie sich nun auch beständig an dafür festgesetzten Tagen in der Kriegskunst üben, und zwar nicht bloß die Männer, sondern auch die Frauen, um im Bedarfsfalle kriegstüchtig zu sein, so beginnen sie einen Krieg doch nicht ohne weiteres, sondern nur zum Schutze ihrer eigenen Grenzen oder zur Vertreibung der ins Land ihrer Freunde eingedrungenen Feinde oder aus Mitleid mit irgendeinem Volk, das unter dem Drucke der Tyrannei leidet, um es mit ihrer eigenen Macht vom Sklavenjoch des Tyrannen zu befreien, und das tun sie lediglich aus Menschenliebe.

    Ihren Freunden indessen leisten sie ihre Hilfe nicht immer nur zur Verteidigung, sondern bisweilen auch, damit diese ein Unrecht, das man ihnen zugefügt hat, vergelten und rächen können. Jedoch greifen die Utopier erst dann ein, wenn man sie noch vor Beginn der Feindseligkeiten um Rat fragt, wenn sie den Kriegsgrund billigen, wenn das, worum der Streit geht, zwar zurückgefordert, aber noch nicht zurückgegeben ist, und wenn auf ihre Veranlassung hin der Krieg begonnen wird. […]

    Wird jedoch einer ihrer Landsleute irgendwo auf ungerechte Weise misshandelt oder gar getötet, so lassen die Utopier den Tatbestand durch ihre Gesandten ermitteln, ganz gleich, ob der Anschlag vom Staat oder von einer Privatperson ausgegangen ist, und sind nur durch Auslieferung der Schuldigen von einer sofortigen Kriegserklärung abzuhalten. Die Ausgelieferten bestrafen sie für ihr Vergehen entweder mit dem Tode oder mit Sklavenarbeit.

    Ein blutiger Sieg bereitet den Utopiern nicht nur Verdruss, sondern sie schämen sich sogar seiner, weil sie sich sagen, es sei eine Torheit, auch noch so kostbare Waren zu teuer zu kaufen. Haben sie aber durch Geschick und List den Sieg errungen und den Feind bezwungen, so prahlen sie laut damit, feiern aus diesem Anlass von Staats wegen einen Triumph und errichten ein Siegesdenkmal, als hätten sie eine Heldentat vollbracht. Ihrer Mannhaftigkeit und Tapferkeit rühmen sie sich nämlich immer erst dann, wenn sie so gesiegt haben, wie es kein Lebewesen außer dem Menschen vermocht hätte, das heißt mit den Kräften des Geistes. Denn mit den Kräften des Körpers, so sagen sie, führen Bären, Löwen, Eber, Wölfe, Hunde und die übrigen wilden Tiere den Kampf; die meisten von ihnen sind uns zwar an Kraft und Wildheit überlegen, aber alle zusammen übertreffen wir an Geist und Vernunft.

    Greift irgendein Fürst zu den Waffen gegen die Utopier und schickt er sich an, in ihr Gebiet einzufallen, so treten sie ihm sogleich mit starken Kräften außerhalb ihres Landes entgegen; denn weder führen sie ohne Not im eigenen Lande Krieg, noch ist irgendeine Not jemals so schlimm, dass sie die Utopier zwingen könnte, fremde Hilfstruppen auf ihre Insel zu lassen.





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    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 11

    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 11

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    ,,Utopia" von Thomas Morus (Gruppe 5: Religion)

    Thomas Morus (1478-1535)
    Thomas Morus (1478-1535)
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    Lies den vorliegenden Textabschnitt zur Religion der Utopier!

    Beschreibe die religiösen Vorstellungen der Utopier anhand von zwei im Text vorkommenden Beispielen und charakterisiere ihre Religionsausübung!

    Die Religion der Utopier

    Die religiösen Vorstellungen sind nicht nur in den einzelnen Teilen der Insel, sondern auch in den einzelnen Städten verschieden, indem die einen die Sonne, die andern den Mond und wieder andere diesen oder jenen Planeten als Gottheit anbeten. Einige verehren auch einen beliebigen Menschen, der vor alters durch Tugend oder Ruhm geglänzt hat, nicht bloß als Gott, sondern sogar als höchsten Gott. Aber der weit größte und zugleich weitaus klügere Teil glaubt an nichts von alledem, sondern nur an ein einziges, unerkanntes, ewiges, unendliches und unerforschliches göttliches Wesen, das über menschliches Begriffsvermögen erhaben ist und dieses ganze Weltall erfüllt, und zwar als tätige Kraft, nicht als körperliche Masse; man nennt es Vater. Ihm schreibt man Ursprung, Wachstum, Fortschritt, Wandel und Ende aller Dinge zu, und ihm allein erweist man göttliche Ehren.

    Mit den Anhängern dieser Lehre stimmen auch alle anderen trotz aller Glaubensunterschiede in diesem einen Punkte überein, dass sie an ein höchstes Wesen glauben, dem die Erschaffung der Welt und die Vorsehung zu verdanken ist, und dieses göttliche Wesen nennen sie alle ohne Unterschied in ihrer heimischen Sprache Mythras. Aber insofern sind sie verschiedener Ansicht, dass die einzelnen ihn verschieden auffassen. Dabei glaubt aber jeder, was es auch sein möge, das er persönlich für das Höchste hält, es sei doch durchaus dasselbe Wesen, dessen göttliche Macht und Majestät allein nach der übereinstimmenden Überzeugung aller Völker der Inbegriff aller Dinge ist. Indessen machen sie sich alle im Laufe der Zeit von der Mannigfaltigkeit abergläubischer Vorstellungen frei und lassen ihre Anschauungen zu jener einen Religion verschmelzen, die, wie es scheint, vernünftiger ist als die anderen.[…]

    Nachdem die Utopier jedoch durch uns von Christi Namen, Lehre, Art und Wundern gehört hatten und ebenso von der staunenerregenden Standhaftigkeit der zahlreichen Märtyrer, deren freiwillig vergossenes Blut so zahlreiche Völker weit und breit zu Christus bekehrt hat, da nahmen auch sie mit einem kaum glaublichen Verlangen seine Lehre an, sei es nun, weil es Gott ihnen mehr im geheimen eingab, oder sei es, weil das Christentum, wie es schien, der bei ihnen selbst am weitesten verbreiteten Lehre am nächsten kam.[…] Auch die, die vom Christentum nichts wissen wollen, machen trotzdem niemanden abspenstig und lassen jeden, der dazu übertritt, unbehelligt.[…]

    Utopus, Gründervater Utopias hatte erfahren, dass die Eingeborenen vor seiner Ankunft beständig Religionskämpfe miteinander geführt hatten; er hatte auch beobachtet, dass bei der allgemeinen Uneinigkeit die Sekten einzeln für das Vaterland kämpften und dass ihm dieser Umstand Gelegenheit bot, sie insgesamt zu besiegen. Als er dann den Sieg errungen hatte, setzte er Religionsfreiheit für jedermann fest und bestimmte außerdem, wenn jemand auch andere zu seinem Glauben bekehren wolle, so dürfe er es nur in der Weise betreiben, dass er seine Ansicht ruhig und bescheiden auf Vernunftgründen aufbaue, die anderen aber nicht mit bitteren Worten zerpflücke. Gelinge es ihm nicht, durch Zureden zu überzeugen, so solle er keinerlei Gewalt anwenden und sich nicht zu Schimpfworten hinreißen lassen. Geht aber jemand in dieser Sache zu ungestüm vor, so bestrafen ihn die Utopier mit Verbannung oder Sklavendienst.





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    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 12

    Quelle: Thomas Morus: Utopia - Kapitel 12

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    ,,Utopia" von Thomas Morus: Zusammenfassende Übersicht der 5 Gruppenarbeiten

    Vervollständige das Arbeitsblatt, indem du dir zu jedem Gruppenvortrag die wichtigsten Merkmale notierst (4 bis 6 Stichpunkte)!
    Karte der Insel ,,Utopia" / Quelle: wikipedia
    Karte der Insel ,,Utopia" / Quelle: wikipedia
    (1) Geographie

    (4) Kriegswesen

    (2) Obrigkeiten

    (5) Religion

    (3) Alltagsleben

    Schließe nun die Augen und stell dir das Leben der Bürger auf Utopia vor.

    Kannst du dir vorstellen auf ,,Utopia" zu leben?
    Begründe deine Aussage!
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    Zusatzaufgabe: Besuch in Utopia - Eine fiktive Reise

    Überschrift

    Lies unter dem Link http://www.zeit.de/2013/14/utopien-utopia-thomas-morus den Artikel von Philip Kovce über einen fiktiven Besuch in Utopia nach.

    Beantworte folgende Fragen, die sich der Autor im letzten Abschnitt stellt!
    • Erkläre, weshalb Utopia für Thomas Morus ein idealer Gegenentwurf zu den gesellschaftlichen Zuständen seiner Zeit gewesen sein könnte!
    • Wäre das Leben auf Utopia für uns heute lebenswert? Begründe deine Aussage!