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  • Politik, Sozialkunde, Deutsch, Geschichte, Ethik
  • 9, 10, 11, 12, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr, 3. Lehrjahr, B2, C1
  • https://www.tutory.de/w/eeddc9e0

    Operatoren ganz konkret

    Stellung nehmen

    Wenn man zu einer Stellungnahme aufgefordert wird, kann dies ein ganzes Bündel von Aspekten umfassen.

    Denn Stellung nehmen heißt:

    Sich mit einem Sachverhalt, einem Ereignis, einem Verhalten oder einem geäußerten Gefühl oder einem Problem mit Argumenten auseinanderzusetzen

    Dabei kann man sich bei seiner Stellungnahme auf mündlich oder schriftlich Geäußertes beziehen. Wer Stellung nimmt, kann das zudem auf ganz unterschiedliche Art und Weise tun. Man kann dies mit Worten oder mit Bildern, aber natürlich auch körpersprachlich mit Gestik und Mimik tun. In jedem Falle ist es ein Statement, eine Erklärung oder Behauptung, die man aufgefordert oder unaufgefordert abgibt.

    Stellung nehmen hat verschiedene Facetten

    Wenn man in der Schule, aber auch in anderen Zusammenhängen zu einer Stellungnahme aufgefordert wird, geschieht dies oft mit dem Zusatz, man solle dies kritisch tun. Damit soll wohl das Augenmerk darauf gerichtet werden, dass man eine Sache wirklich unter die Lupe nehmen soll.

    Was kritisch ist oder hinter Aufforderungen steht, wie

    • Nehmen Sie zu dem Problem kritisch Stellung.

    • Setzen Sie sich kritisch mit den Positionen zu ... auseinander.

    • Beziehen Sie kritisch Stellung zu ...

    Operator: Kritisch Stellung nehmen

    Zu einzelnen Meinungen, Textaussagen, Problemstellungen eine auf der Grundlage fachlicher Kenntnisse und Einsichten beruhende, wertende Einschätzung abgeben, die nach kritischer Prüfung und sorgfältiger Abwägung der zu beachtenden Gesichtspunkte erfolgt.

    ist nämlich keineswegs auf das negativ besetzte "Auseinandernehmen" einer bestimmten Position beschränkt.

    Allzu oft wird die Stellungnahme verwechselt mit einer negativen Kritik eines Sachverhaltes. Dies muss aber keineswegs Inhalt und Ziel einer Stellungnahme sein. Denn Stellung nehmen kann man auf drei verschiedene Art und Weise, nämlich durch ganz oder teilweises

    • Zustimmen

    • Ablehnen

    • Einschränken

    1. Zustimmen

    Die mit der Aufforderung zur Kritik geforderte sachliche und faktenorientierte Überprüfung eines Gegenstandes kann am Ende darin bestehen, dass man einer Position zustimmt.

    Was in einer mündlichen Stellungnahme meistens wenig Probleme bereitet, kann aber, wenn man den Aussagen eines längeren Textes z. B. im Rahmen einer Texterörterung zustimmt, durchaus Probleme bereiten. Mit einem einfachen "Ja, das stimmt" ist es schließlich nicht getan. Vielen fällt es jedenfalls leichter, gegen etwas als für etwas zu argumentieren. Und wenn einem eigentlich nichts einfällt, dann kann man ja immer noch herumkritteln. (d. h. kleinlich, überzogen und sich im Kreis drehend auf bestimmten Dingen herumreiten).

    Worum es geht: Die Zustimmung im Rahmen der kritischen Stellungnahme sachgerecht begründen.

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    Es reicht bei einer zustimmenden Stellungnahme also nicht, einfach zu artikulieren, dass man etwas "gut" findet. Denn die Stellungnahme ist immer eine begründete Stellungnahme.

    Wer einer Position grundsätzlich zustimmt, muss dies mit einer eigenständigen Argumentation tun.

    Dazu kann man z. B.

    • zusätzliche Argumente anbringen und entfalten

    • eigene Erfahrungen heranziehen,

    • auf Belege aus anderen Wissensgebieten verweisen

    • auf weitere bis dahin nicht genannte (positive) Konsequenzen hinweisen

    • eine andere Rangordnung der vorgebrachten Argumente vornehmen und begründen

    Aus den genannten Möglichkeiten ist deutlich zu ersehen, dass Zustimmung zu einer Position oder zu einem Text im Rahmen einer Stellungnahme immer über das schon Geäußerte oder das unmittelbar im Text Vorhandene hinausgehen muss. Andernfalls würde man ja nur die schon bekannten Positionen oder die in einem Text geäußerten Gedanken wiederholen.

    Typische sprachliche Formulierungen

    Etwas Bestimmten zustimmen oder mit etwas Bestimmtem übereinstimmen

    Mit folgenden Formulierungen lassen sich Gedankengänge ausdrücken, mit denen man etwas Bestimmten zustimmen oder seine Übereinstimmung mit etwas Bestimmten kundtun kann:

    • etwas für richtig halten ...

    • keine Einwände haben ...

    • einverstanden sein mit ...

    • sich für etwas aussprechen ...

    • etwas befürworten ...

    • einen Vorschlag unterstützen ...

    • sich der Meinung anschließen ...

    • die Ansicht/Überzeugung teilen ...

    • bestätigen...

    • für etwas plädieren ...

    In diesem Zusammenhang kommt es natürlich auch immer wieder auf die verwendeten Konjunktionen an.

    2. Ablehnen

    Wenn man sich mit einem Gegenstand (Sachverhalt, Meinung ...) kritisch auseinandersetzt, kann die Stellungnahme, die man abgibt, auf eine Ablehnung bestimmter Positionen als Ganzes oder zum Teil hinauslaufen.

    Diese Art der Stellungnahme wird oft als einzig kritische angesehen, weil sie u. U. auf einem gänzlich entgegengesetzten Verständnis eines Sachverhaltes beruht.

    Die (Gegen-)Position widerlegen

    Wenn man zu der Auffassung gelangt ist, dass die Position, um die es geht, grundsätzlich oder ganz falsch ist, gilt die Ablehnung der gesamten Argumentation. In diesem Fall müssen die wesentlichen Thesen und Argumente widerlegt und eine eigenständige Gegenargumentation entwickelt werden. Dazu sollte man auch prüfen, wo man ansetzen will und wohin die eigene Argumentation im Vergleich führen soll.

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    Typische sprachliche Formulierungen

    Widerspruch oder Ablehnung kundtun

    Mit folgenden Formulierungen lassen sich Gedankengänge ausdrücken, die Widerspruch oder Ablehnung kundtun:

    • etwas widerlegen...

    • missbilligen...

    • bestreiten ...

    • etwas für bedenklich halten...

    • etwas für sehr fragwürdig ansehen...

    • etwas für falsch halten...

    • dem ist entgegenzuhalten ...

    • sich verwahren gegen ...

    • sich widersetzen ...

    • widersprechen...

    • warnen vor ...

    • einwenden...

    • sich wenden gegen ...

    • etwas verurteilen...

    • etwas verwerfen...

    • etwas zurückweisen...

    • etwas ausschließen ...

    In diesem Zusammenhang kommt es natürlich auch immer wieder auf die verwendeten Konjunk-tionen an.

    3. Einschränken

    Im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung mit einer Position oder einem Gedanken in einem Text kann die Stellungnahme, die man abgibt, darauf hinauslaufen, dass man gewisse Einschränkungen vornehmen will.

    In einem solchen Fall kann es also sein, dass man der Grundtendenz einer bestimmten Position durchaus zustimmt, einen Großteil der gemachten Aussagen unterstützt, nur bestimmte einzelne Aussagen richtig findet kann oder der Kernaussage beipflichtet.

    Allerdings erstreckt sich die Zustimmung dann eben nur auf Teile der Position, d. h. es müssen Einschränkungen vorgenommen werden.

    Solche Einschränkungen können größer oder kleiner, gewichtiger oder weniger gewichtig ausfallen. Daher muss dargestellt werden, bis zu welchem Grad bzw. bis zu welchem Punkt man einer Aussage zustimmt und wo die mögliche Ablehnung beginnt.

    Wenn man eine Einschränkung vornehmen will, muss man seine Meinung abgrenzen und ein differenziertes, im Vergleich sogar meist differenzierteres Urteil über den Sachverhalt fällen. Möglichkeiten der Einschränkung Einschränkungen kann man u. a. dadurch vornehmen, dass man

    • Argumente zurechtrückt,

    • Vereinfachungen und Irrtümer zurückweist,

    • die vertretenen Ansichten relativiert.