• Die Abenteuer des Tom Sawyer
  • croftsarah
    free
  • 11.07.2018
  • Deutsch
  • 7
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  • 31. Kapitel - Zukunftspläne

    Mittlerweile konntest du die Freunde Tom Sawyer und Huckleberry Finn sehr gut kennenlernen. Die beiden haben viele aufregende und auch gefährliche Abenteuer zusammen erlebt und haben viel gemeinsam. Trotzdem sind die beiden nicht immer einer Meinung.

    1
    Charakterisiere Tom Sawyer und Huckleberry Finn nach
    • ihren Lieblingsbeschäftigungen
    • ihrem Aussehen
    • ihrer Familie
    • ihren Lebensweisen

    und schreibe eine Liste für beide Personen in dein Heft.

    Tom und Huckleberry (Verfilmung)
    Du kannst auch eine
    Tabelle machen!

    2
    In welcher Hinsicht sind sich die beiden ähnlich und worin unterscheiden sie sich?
    Tausche dich mit deinem Sitznachbarn darüber aus!
    3
    Lies nochmal den Abschnitt auf S. 231 bis S. 234, Z. 2.
    4
    Im letzten Kapitel des Buches wird nochmal deutlich, welche Lebenseinstellungen die beiden Freunde vertreten. Mach dir Notizen / Stichpunkte zu den folgenden Fragen in dein Heft:
    • Kannst du verstehen, warum Huck lieber auf der Straße leben möchte? Begründe!
    • Wie schafft es Tom seinen Freund davon zu überzeugen, wieder zur Witwe zurückzukehren? Und warum tut er das?
    • An welche Regeln muss sich Tom bei seiner Tante Polly halten? Muss sich Huck auch an Regeln halten, wenn er in seiner Tonne wohnt?
    • Findest du Regeln im Leben wichtig? Begründe deine Meinung!

    Anschließend diskutieren wir die Ergebnisse in der Klasse und vergleichen unsere Meinungen.

    HA: Versetz dich in die Lage von Huck. Schreibe einen Brief an die Witwe Douglas und erkläre ihr, warum du nicht länger bei ihr wohnen möchtest. Halte dich dabei an seine Aussagen im letzten Kapitel.

  • Auszug aus dem 31. Kapitel - S. 231 bis S. 234, Z. 2

    InAuandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Als Tom Sawyer am dritten Tag frühmorgens zielsicher zum alten Schlachthaus hinunterging, fand er den Vermissten in einem alten Fass. Huck hatte gerade sein Frühstück beendet, lag gemütlich da und rauchte ein Pfeifchen. Er trug wieder die alten Lumpen, war weder gewaschen noch gekämmt, sah aus wie in den Tagen, als er noch frei und glücklich gewesen war. Tom berichtete von der Unruhe, die sein Verschwinden ausgelöst hatte, und er drängte den Freund, wieder nach Hause zu gehen.

    Da wurde Hucks friedliches Gesicht düster und traurig: "Ich hab's ja versucht", sagte er, "es klappt einfach nicht Tom. Das ist nichts für mich, ich bin nun mal nicht dran gewöhnt! Die Witwe ist gut und freundlich zu mir, aber ihr Getue regt mich auf! Jeden Morgen holt sie mich um die gleiche Zeit aus dem Bett. Dann muss ich mich waschen und kämmen und ich darf nicht mal im alten Holzschuppen schlafen! Ich muss diese verdammten Sachen anziehen, in denen ich ersticke - sie sind so verdammt fein, dass ich mich damit nirgends hinsetzen, hinlegen oder irgendwo rumrollen kann. Weißt du Tom, es kommt mir vor, als wäre ich schon Jahre nicht mehr in einen Keller gerutscht, um... Na, sie schleppen mich in die Kirche und ich schwitze; die Predigten hasse ich! Nicht mal 'ne Fliege darf man da drin fangen! Nee, Tom, die Witwe isst nach der Uhr, sie geht ins Bett nach der Uhr, sie steht auf nach der Uhr - es ist alles so verdammt regelmäßig, das hält einfach kein normaler Mensch aus!"

    "Aber so leben doch alle, Huck!"

    "Das heißt doch nichts! Ich bin eben nicht so - ich halt's nicht aus... Schrecklich, so eingesperrt zu sein! Und so leicht was zu essen zu kriegen! Da schmeckt's mir überhaupt nicht. Ja, und die blöde Fragerei! Ob ich zum Fischen will oder zum Schwimmen, um jeden Mist muss ich fragen! Wenn ich mich nicht jeden Tag ein paar Minuten auf dem Speicher verkrochen, ein Pfeifchen geraucht und nach Herzenslust geflucht hätte, damit's wieder nach was schmeckt in meinem Mund, ich sag dir, ich wär gestorben! Die Witwe lässt mich nicht rauchen, ich darf nicht schreien, nicht rülpsen, nicht gähnen, mich nicht räkeln oder kratzen!"

    Huck machte eine Pause, und seine Wut war ihm deutlich anzumerken, als er fortfuhr: "Ja, und beten tut sie die ganze Zeit, zum Teufel damit! Ich musste einfach abhauen, Tom, musste weg. Noch dazu, wenn die Schule jetzt bald wieder losgeht, das würde ich nie, gar nie ertragen können. Ach, Tom, reich sein ist gar nicht so lustig. Es heißt arbeiten und arbeiten und schwitzen und schwitzen, und man wünscht sich dauernd, man wäre tot! Das siehst du doch ein, oder? Schau, die Kleider hier mag ich, das Fass passt zu mir, das geb ich nicht mehr auf! Ohne das Geld wär ich nie in die ganze Mühle geraten! Am besten nimmst du meinen Anteil und du steckst mir manchmal ein paar Cents zu. Aber nicht zu oft, denn ich mach mir keinen Pfifferling aus 'ner Sache, die so leicht zu haben ist! Okay? Und jetzt hau ab, und sag der Witwe, dass es mir Leid tut, aber..."

    "Du weißt genau, dass ich das nicht machen kann, Hucky! Das wäre nicht fair... Probier's doch noch mal, vielleicht gefällt's dir dann auch!"

    "Gefallen? Genauso wie ein heißer Ofen, an dem man sich den Hintern verbrennt! Nein, Tom, ich will nie mehr reich sein und in stinkenden Häusern wohnen. Mir gefällt der Wald und der Fluss und das Fass hier und dabei bleibt's! Verdammt, wo wir doch gerade die Gewehre und die Höhle gefunden haben und endlich Räuber werden könnten, da verdirbt uns da das blöde Geld die ganze Sache!"

    Tom sah seine Gelegenheit kommen. "Mich hält der Reichtum nicht davon ab, ein Räuber zu werden!"

    "So? Verdammte Kiste, ist das dein Ernst, Tom?" Huck strahlte.

    "Mein blutiger Ernst! Aber wenn du kein anständiger Mensch bist, Hucky, dann können wir dich nicht in die Bande aufnehmen."

    Hucks Freude erlosch. "Wieso denn nicht, Tom, ich durfte doch auch Pirat sein!"

    "Jaaa, aber das ist doch was ganz anderes! Ein Räuber ist doch was viel Edleres als ein Pirat! In den meisten Ländern sind es sogar Adlige, Herzöge und so."

    "Ach, Tom, du bist doch immer mein Freund gewesen, du kannst mich doch jetzt nicht einfach ausstoßen! Oder? Das würdest du doch nicht tun, nicht, Tom?"

    "Nee, will ich nicht, natürlich nicht... Aber was würden denn die Leute sagen? Ich hör sie schon: Pah - Tom Sawyers Bande, da sind ja die verkommensten Typen dabei! Und sie würden dich damit meinen. Gefällt dir das? Mir nicht!"

    Huck trug einen schweren inneren Kampf aus. Eine ganze Weile blieb er still, dann sagt er zögernd: "Gewonnen! Ich geh zur Witwe zurück, einen Monat lang, und ich probier's aus, ob ich das feine Leben durchhalten kann. Aber nur, wenn du mich in die Bande aufnimmst, Tom!"

    "Na klar, Hucky, abgemacht! Und ich werd der Witwe auch sagen, dass sie nicht ganz so streng mit dir sein soll."

  • Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.